Harlam Bernd

Viktor Bernd Harlam

*12.1.1922 in Beuthen; ✡10.3.1945 Ebensee, Außenlager von Mauthausen

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Sally Harlam *13.3.1890

Mutter Gertrud Prager *6.1.1883 in Sohrau; ✡ ?

Gertrud Prager war im erster Ehe verheiratet mit dem Bruder des Sally: Leo Harlam *3.10.1881; ✡ 14.4.1918 im Ersten WK

Großvater Viktor Jehuda Leib Harlam

Halbbrüder (Vater Leo Harlam)

Kurt Arje Harlam *18.3.1914 in Königshütte; ✡ 22.7.1967 in Kibbuz Dafne; oo Bodländer

Werner Francois Harlam *23.8.1915

Beruf

Adressen Beuthen; Liegnitz;

Heirat ledig

Kinder

14.4.1918 Tod des Vaters Leo der Halbbrüder im Ersten WK

Weiterer Lebensweg

Umzug der Familie nach Liegnitz

Ostern 1928 Einschulung in die Volksschule

1932 Wechsel auf das Gymnasium

1936 Bruder Kurt verliert seine Stelle als Kalkulator bei einem Textilwarengeschäft in Liegnitz

1938 Bernd vom Gymnasium verwiesen gemäß Verordnung vom 15.11.1938

Hachschara in Urfeld

1936 Bruder Kurt Harlam zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

1937 Flucht von Bruder Kurt nach Dänemark

7.3.1939 Einreise in Haifa von Kurt und Elfriede Harlam mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS

Flucht nach Frankreich

November 1938 Flucht von Bernd Harlam mit dem Vater Sally nach Villeurbanne/Rhone nach Frankreich

10. 5.1940 Einmarsch der Wehrmacht in Frankreich

22.6.1940 Waffenstillstand von Compiegne;

Letzter Wohnort Courbevoie, Rue Carle Hebert, Nr. 13, Dep. Seine

Internierungslager GTE 649 in Oradour Sur Glane

Von Oktober 1941 bis Oktober 1942 befand sich in Oradour das Zwangsarbeiter-Lager für 220 Flüchtlinge des Spanischen Bürgerkrieges.

Bernd Harlam interniert als Fremdarbeiter (Groupes de travailleurs étrangers, GTE) im Arbeitslager Oradour Sur Glane GTE 649

Wechsel in das Arbeitslager GTE 653e in Perols sur Vezere, Departement de la Corrèze (Nr. 19)

28.8.1942 Bernd Harlam verhaftet in Perols sur Vezere,

Transport Drancy – Cosel – Auschwitz

28.8.1942 um 8:55 Uhr Bernd Harlam auf dem Transport No 25 (D901 – 20) in Güterwaggons von Drancy nach Auschwitz.

Von den 1000 Juden sind 280 Kinder bis zu 14 Jahren aus dem Camp de Transit in Pithiviers. 589 Männer gehören zu den Fremdarbeitergruppen (GTE)

31.8.1941 Bei einem Zwischenhalt in Cosel werden 253 arbeitsfähige Männer aus dem Zug geholt.

31.8.1941 bei Ankunft in Auschwitz werden nur 71 Frauen der Zwangsarbeit zugeführt, alle anderen in die Gaskammern geschickt

COSEL

Deportation von Bernd Harlam ins Lager Cosel/Kozle, Organisation Schmelt

Im Zeitraum von Juli 1942 bis Februar 1943 wurden in 52 Transporten 46.455 Juden überwiegend nach Auschwitz deportiert. 18 dieser Züge hielten in Cosel, rund 80 Kilometer vor Auschwitz. Dort mussten „arbeitsfähige“ Männer im Alter zwischen 15 und 50 Jahren in Lagern, wie beispielsweise in Blechhammer, schuften. Für die Oberschlesischen Hydrierwerke stellten sie dort synthetisches Benzin her. Nur 181 der 3.540 Menschen, die in Kosel Station machten, überlebten die Zwangsarbeit; Mayer Buchsbaum gehörte nicht dazu.

29.4.1944 an der Rampe von Auschwitz wird er zur Zwangsarbeit selektiert; er bekommt die Auschwitzhäftlingsnummer 184892 in den linken Unterarm tätowiert; Im April 1944 wurden die Nummern 184 058 – 186 590 vergeben

Todesmarsch

15.1.1945 die Häftlinge in Auschwitz hören den russischen Kanonendonner 30 km aus dem Osten

18.1.1945 Evakuierung aller drei Auschwitz-Lager; ca. 60 000 Häftlinge; 10000 Männer aus Monowitz

18.1.1945 Beginn des Todesmarsches mit 400 Frauen von Auschwitz- Birkenau nach Loslau

Auschwitz-Überlebende berichten von der Brutalität der SS-Leute während des Todesmarsches:

Sigmund Kalinski:

„Wer nicht konnte oder wer zur Seite war, wurde erschossen, bei ungefähr 15 bis 20 Grad minus in unseren Kleidern.“

18./19.1.1945 Übernachtung in einer stillgelegten Ziegelei in Nicolai

19.1.1945 Ankunft im Eisenbahnknotenpunkten Gleiwitz Von Gleiwitz in Güterwaggons zu westlich gelegen Konzentrationslager wie Buchenwald, Ravensbrück, Sachsenhausen

Isidor Philipp berichtet:

„Von dort begann dann – in offenen Kohlewaggons und bei 15 Grad unter Null – die Fahrt durch Polen, Tschechoslowakei und Österreich zurück nach Deutschland.“

Mauthausen

In den folgenden Tagen gehen insgesamt fünf Transporte von Gleiwitz und Loslau nach Mauthausen ab.

25.1.1945 Ankunft von Bernd Harlam im KL Mauthausen; eingewiesen in das Außenlager KL Ebensee

Nach Schätzungen starben bei diesen Räumungstransporten von Auschwitz insgesamt zwischen 9.000 und 15.000 Häftlinge.

29.1.-26.2.1945 als Hilfsarbeiter im Mauthausen-Außenlager Ebensee, Tarnname „Solvay“; Stollenvortrieb und Ausbau zur unterirdischen Produktion für Raketenentwicklung, Kugellagerproduktion, Treibstofferzeugung;

10.3.1945 Tod von Bernd Harlam im KL Ebensee

„Wiedergutmachung“

22.9.1959 Akte von Bruder Kurt Harlam enthält Ermittlungsbericht zum Antrag auf Entschädigung für Schaden an Eigentum und Vermögen und im beruflichen und wirtschaftlichen Fortkommen

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1057280

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130835601

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB) – 07617 – 03

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/josef-wimar-giesen-versteckte-juedische-jugendliche-in-der-pogromnacht/DE-2086/lido/dc00018960

Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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