
Josef Reinhold
*6.7.1916 in Köln; ✡ 1.1.1994 in Jefferson, Ohio USA
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Josef unbekannt
Mutter Jenni Reinhold ; ✡ ?
Stiefvater Stumpf
Geschwister ?
Beruf Gärtnerpraktikant
Adressen Köln; Kleineibstadt; Augsburg Armenhausgasse; Amsterdam, Eendrachtstraat
Heirat

26.8.1942 in Amsterdam Sara Voorzanger *15.6.1916 ASD; ✡15.10.1942 Auschwitz
1948 Zweite Ehe mit Ethel Cohen *21.6.1920 in Brooklyn
Kinder
Zwei Söhne
Weiterer Lebensweg
Hachschara im Beth Chaluz Augsburg

Josef Reinhold zur Hachschara als Gärtnerpraktikant nach Augsburg in das Beth Chaluz in die Friedberger Straße 9, dann in der Armenhausgasse B 121 a, Träger war der Hechaluz; das Beth Chaluz befand sich bis 1937 in der Bernheimer-Villa in der Friedberger Straße 9; von Augsburg gingen viele Jugendliche auf das Hachschara Gut Bannacker in Augsburg-Bergheim, der Hechaluz betrieb dort in Haus drei eine landwirtschaftliche Ausbildung
Novemberpogrom
10.11.1938 33 Chaluzim verhaftet in Augsburg im Novemberpogrom, Josef Reinhold mit insgesamt 28 über 18- Jährigen Chaluzim aus dem Wohnheim für jüdische Auszubildende in der Armenhausgasse, „Schutzhaft“ in Dachau; Häftlingsnummer 21194

8.12.1938 Entlassung aus dem KL Dachau mit der Auflage, Deutschland zu verlassen
5.4.1939 die fünf Chaluzim Hans Bandmann, Fritz Laufer, Heinrich Kampf, Albert Neuner und Hans Wessely aus dem Beit Chaluz Augsburg zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis
Deventer Vereniging
Frühjahr 1939 in die Niederlande zur Deventer Vereniging tot Vakopleiding, die Einzelhachschara-Plätze bei Bauern organisiert.
Josef Reinhold nach Borne
Februar 1942 nach Amsterdam; Arbeit bei der Fa. Spanjaard
Werkkamp De Beetse
Im September 1942 ergeht die Anordnung, dass sich männliche Juden in den Werkkampen wie De Beetse einfinden sollen; ursprünglich waren im September 1940 im Zuge der Arbeitsbereitstellung durch das Reichsamt für Arbeitserweiterung zahlreiche Werkkampen in den Niederlanden errichtet.

Kamp De Beetse war 1935 als Arbeitslager für arbeitslose Niederländer entstanden
30.9.1942 Josef Reinhold verhaftet im Werkkamp De Beetse, Sellingerbeetse bei Sellingen an der deutschen Grenze, Groningen
Westerbork – Auschwitz – Jawischowitz
2.10.1939 Einweisung in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork
Bericht von Phil Tokkie:
„Jo darf in Westerbork auf seine Frau warten. Sara (Spitzname Lientje) möchte nicht, dass ihr Mann allein in den Osten geht; sie möchte bei ihm sein und deshalb ebenfalls nach Westerbork. Es wird eine Zugfahrt für Lientje nach Westerbork organisiert. Da sie aber noch nie Zug gefahren ist, hat sie große Angst. Die Mutter (meine Großmutter) von Wims nichtjüdischer Freundin ist bereit, Lientje nach Hoog-Halen (dem Bahnhof in der Nähe von Westerbork) zu begleiten. Lientje wird ins Lager eingeliefert.“
14.10.1942 Ankunft in Auschwitz; nach Selektion an der Rampe zur Zwangsarbeit im Bergwerk Jawischowitz selektiert
Ihm wird die Auschwitzhäftlingsnummer 67898 in den linken Unterarm tätowiert.
Das Lager Jawischowitz war ein großes Außenlager des KL Auschwitz. Es existierte vom 15. August 1942 bis zum 19. Januar 1945 zur Zwangsarbeit im Steinkohlenbergwerks der Reichswerke Hermann Göring
Arbeitslager Eintrachthütte

Mai 1943 meldet er sich zur Zwangsarbeit im Auschwitz-Außenlager Eintrachthütte im oberschlesischen Schwientochlowitz (26.5.1943 – 23.1.1945) zur Zwangsarbeit für die Rüstungsindustrie
23.1.1945 Auflösung, Deportation der Häftlinge in das KL Mauthausen
29.1.1945 Ankunft von Josef Reinhold im KL Mauthausen

16.2.1945 Verlegung in das KL Gusen
5.5.1945 Befreiung im KL Gusen durch die US Army
Nachkriegszeit
1945-1947 er wartet vergebens zwei Jahre in Deutschland auf die Rückkehr seiner Frau
22.9.-2.10.1947 Josef Reinhold auf dem Marinetransporter USS MARINE FLASHER von Bremen nach New York

1948 Heirat mit Ethel Cohen in New York
Gedenken
In der Annahme, er sei in Gusen umgekommen, wurde in Borne, Grotestraat 212 ein Stolperstein verlegt, der aber 2015 entfernt wurde.
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10734766
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/1713656
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5152301
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Voorzanger%201916%22%7D
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429448