Laske Ernst

Ernst Axel Laske

*9.8.1915 in Berlin; ✡11.5.2004 im Kibbuz Bror Chail

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Gotthard Laske *3.3.1882 in Preußisch Stargard; ✡ 23.11.1936 Suizid in Berlin

Heirat der Eltern 12.12.1912 in Berlin

Mutter Nelly Leopold * 2.12.1891 in Bochum; ✡ 4.3.1943

Großeltern Louis Leopold und Hulda Leeser,

Großeltern Alexander Laske und Fanny Albrecht

Tante Selma Leopold *12.2.1885 in Bochum; ✡ nach 1942 in Polen

Geschwister

Ruth Laske *8.9.1913 in Berlin; ✡ ?

Beruf Landarbeiter; Sekretär; Buchhändler; Buchantiquar

Adressen Berlin, Bleibtreustr. 25; Grüsen bei Gemünden

Heirat

Margot Maria Mieser *18.6.1920 in Berlin; 15.3.2013; ✡später Miriam Waldmann/Jary

die Ehe wurde geschieden

Friedel (?)

Kinder

Nurith Karin Laske/Waldmann/Jary *17.12.1941 in Ullerslev

Weiterer Lebensweg

Vater Gotthard war Fabrikant, Werkstätte in der Dirksenstraße 45 in Berlin; Präsident der Berliner Bibliophilen Gesellschaft

1936 Schwester Ruth nach Johannesburg

23.11.1936 Suizid des Vaters in Berlin

1937 Mutter Nelly zur Tochter Ruth nach Südafrika, erhält aber kein Aufenthaltsvisum, Rückkehr nach Berlin

Kibbuz Hag Shamash – Hachschara in Hessen Grüsen

Seit April 1934 bestand in Grüsen bei Gemünden/Wohra, Waldeck eine landwirtschaftliche Hachschara, Kibbuz Hag Shamash.In Hessen bestanden vier solche Ausbildungsstätten: neben Grüsen in Külte (heute Stadtteil von Volkmarsen), in Gehringshof bei Fulda und Lohnberghütte bei Weilburg. In Grüsen stellte der jüdische Gastwirt Jakob Marx die Räume seiner Gastwirtschaft hierfür zur Verfügung. Die sechs jüdischen Familien vor Ort stellten gleichfalls Übernachtungsräume zur Verfügung und verpachteten ihr Land an die Reichsvertretung der Juden, die die Ausbildungsstätten einrichtete. Bis zu 40 junge Leute im Alter zwischen 18 und 25 Jahren wohnten und arbeiteten in der Folgezeit in Grüsen jeweils für einige Monate. Das Gebäude der Hachschara war regelmäßig Ziel von Angriffen von Nationalsozialisten und SS-Angehörigen. Die Ausbildungsstätte bestand bis zum Novemberpogrom, als SS-Angehörige das Lager überfielen, die dort befindlichen Personen verhafteten und in das KZ Buchenwald verschleppten. Von dort konnten sie jedoch wieder zurückkehren, nachdem dort festgestellt worden war, dass sie nachweislich auswandern wollten. Insgesamt waren zwischen 1934 und 1938 mindestens 125 jüdische Personen zur Ausbildung in Grüsen.

1938 Ernst Laske zur Hachschara nach Grüsen

Novemberpogrom

10.11.1938 das Hachscharalager in Grüsen wird vom SA-Mob überfallen; Ernst Laske schwer verletzt, so dass er beinahe erblindet wäre. Er kann noch zu Fuß ins Krankenhaus kommen, wird aber dann wie die anderen Chaluzim verhaftet und in das KL Buchenwald deportiert

11.11.1938 Registrierung in Buchenwald, Häftlingsnummer 21713

2.12.1938 Mutter Nelly schickt 20 RM Fahrgeld

6.12.1938 Entlassung aus dem KL Buchenwald

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Mutter Nelly Laske in Berlin, Bleibtreustr. 25

17.5.1939 Tante Selma Leopold in Bochum Rheinische Straße 28

Dänemark

1939 Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

1939 Flucht von Ernst Laske im Laderaum eines Lasters nach Dänemark

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

5.11.1940 Ernst und Margot Laske in Asminderød-Grønholt, Lynge-Kronborg, Frederiksborg bei Volkszählung in Dänemark

Ausnahmezustand in Dänemark 1943

29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen

17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung für die Juden in Dänemark

September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark

„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.

28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.

Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

9.10.1943 Ernst mit Frau Margot und Tochter Nurit auf einem Fischerboot von Kopenhagen nach Landskrona, Schweden

Fabrikaktion

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“

27.2.1943 Verbringung der Inhaftierten ins Sammellager nach Berlin, Große Hamburger Straße

März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert.

2.3.43 Fernschreiben des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamts (SS-WVHA) an den Lagerkommandanten von Auschwitz:

„Wie dort bekannt, beginnen am 1.3.43 die Judentransporte aus Berlin. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß sich bei diesen Transporten etwa 15000 vollkommen arbeitsfähige, gesunde Juden befinden, die bisher in der Berliner Rüstungsindustrie gearbeitet haben. Auf ihre weitere Arbeitsverwendungsfähigkeit ist mit allen Mitteln Wert zu legen.“


1.3.1943 Nelly Laske auf dem 31.Osttransport von Berlin nach Auschwitz

Nachkriegszeit

Oktober 1945 Ernst und Margot Laske auf der Mitgliederliste des Hechaluz Schweden „Alte Chawerim“

Alija beth

27.2.1947 Ankunft von Ernst, Margot und Nurit Laske auf der SS CHAIM ARLOSOROFF aus Schweden über Italien mit 1348 Ma’apilim nach Haifa

März  1947 Britisches Detainment-Camp auf Zypern

Anfang 1948 noch vor der Staatsgründung durften Familien aus Zypern nach Israel,

Mitgründer des Kibbuz Ne’ot Mordechai

1975 Buchhändler in Tel Aviv.

2004 Tod von Ernst Laske im Kibbuz Bror Chail.

Gedenken

Stolperstein für die Mutter Nelly Laske in Berlin Charlottenburg, Bleibtreustraße 25

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/6446544

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278204

http://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/ueber-den-bezirk/geschichte/stolpersteine/artikel.179262.php

https://safe-haven.dk/fileadmin/user_upload/Uppgift_Laske__Ernst_Axel.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Laske

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html#B

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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