Kurt Louis Marcus
*13.10.1921 in Gleiwitz; ✡21.10.1941 in Zasavica
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Moritz Marcus *25.4.1886 in Bartschin; ✡ 1942 in Auschwitz
Mutter Marta Cohen *22.4.1889 in Zawodzie; ✡ 1942 Auschwitz
Geschwister
Anna Marcus *22.6.1920 in Gleiwitz; ✡ 1942 in Auschwitz
Ilse Markus *21.1.1924 Gleiwitz; ✡ 10.10.2013 Lehavot Habashan; oo Zwi Yakir ( ✡1977)
Ruth Auguste Marcus *31.5.1925 in Gleiwitz; ✡ 1942 in Auschwitz
Beruf Landarbeiter
Adressen Gleiwitz, Beuthener Straße 14; Gut Winkel, Spreenhagen;
Heirat ledig
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Kurt Markus mit dem Vater und Geschwistern in Gleiwitz, Beuthener Straße 14
Gut Winkel
Sommer 1939 Ilse Markus zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen
September 1939 Ilse und Max Markus auf der Liste des Landrates für Beeskos-Storkow in Gut Winkel;
Kindertransport nach Dänemark
7.11.1939 Passausstellung für Ilse Markus in Beeskow
1939 Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen
9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943
5.11.1940 Ilse Markus bei Familie Rasmussen in Dalum, Odense beim dänischen Zensus
November 1940 Aus Kopenhagen begibt sich eine Alijah Gruppe von 44 Chaluzim auf die Alija über Stockholm, Finnland, Moskau, Odessa, Istanbul nach Haifa.
24.12.1940 Ankunft von Schwester Ilse mit dem Autobus in Haifa mit Studentenzertifikat der Jugendalija Kategorie B(III)
Der Kladovtransport SH 5
Vom Hechaluz Österreich organisierte Alija beth, Sonderhachschara SH-5 mit dem Plan über die Donauroute, Schwarzes Meer, Mittelmeer letztlich Palästina illegal zu erreichen.
19.11.1939 mit weiteren Chaluzim aus Gut Winkel (9) und Ahrensdorf (15) zunächst mit der Bahn nach Berlin: Martin Hirsch, Madrich in Ahrensdorf, begleitet die Chaluzim und war einer der Leiter der Sonderhachschara 5.
21.11.1939 von Berlin Bahnfahrt nach Wien.
24./25.11.1939 mit 822 von Wien nach Bratislava; dort kamen weitere 130 aus Berlin, 50 aus Danzig, 100 aus Prag
Anfang Dezember auf die SS URANUS zunächst nach Gyor; dann wieder zurück nach Bratislava
12.12. 1939 weiter nach Bezdan
14./15.12.1939 in Budapest auf drei jugoslawischen Schiffen SS Kraljica Marija, Car Dusan and Car Nikola zur jugoslawisch-rumänischen Grenze. Die Rumänen verweigern die Einreise
18.12.-30. 12.1939 in Prahovo
31.12.1939 die Schiffe liegen im Winterliegeplatz in Kladovo, die Flüchtlinge bleiben an Bord
Januar 1940 ein umgebauter Schleppkahn wird angehängt, um mehr Platz zu haben
Mai 1940 die Schiffe fahren ab, die Flüchtlinge suchen bei Bauern Unterkunft
18.8.1940 Ausstellung eines Pass für – in Kladovo
19. 9.1940 die Flüchtlinge werden auf dem Kahn nach Sabac geschleppt
Unterbringung in Sabac in einer alten Mühle und einem Getreidespeicher
März 1941 in Kladovo treffen 140 Studentenzertifikate von der WIZO für weibliche Jugendliche unter 18 Jahren ein (BIII Studentenzertifikate mit der Verpflichtung die Ausbildung fortzusetzen)
März 1941 verlassen einzelne Familien, 200 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren Sabac mit legalen Visa, so auch Ursel Marcuse, Netty Lychenheim und Irmgard Höchster -letztere kurz vor ihrem 18. Geburtstag; über Griechenland, Istanbul, das syrische Aleppo und Beirut
30.3.1941 Ankunft in Haifa; 4 Wochen in Atlit interniert
6.4.1941 Einmarsch der Wehrmacht in Serbien
August 1941 Juden von Sabac und die Flüchtlinge in einer alten Festung Camp Sabac interniert
11.10.1941 Jüdische Männer, Zigeuner und manche Serben verlegt in das Seniak Camp
12. und 13. Oktober 1941 Massenerschießung in Zasavica von 2100 Geiseln auf Befehl von General Franz Böhme von Einheiten der Wehrmacht als Racheaktion für 21 tote deutsche Soldaten
Januar 1942 die Frauen und Kinder werden ins KL Sajmiste deportiert
19.3. -10.5.1942 jede Woche werden Frauen unter Herbert Andorfer während eines vorgeblichen Transportes in einem Gaswagen ermordet.
Gleiwitz – Auschwitz
23.6.1942 Vater Moritz, Mutter Marta mit den Schwestern Anna und Ruth
Nachkriegszeit
Gedenken
18.5.1999 Pages of Testimony für den Bruder Kurt und die Mutter Martha von Ilse Ester Yakir bei Yad Vashem
Quellen
Namensverzeichnis von im Oktober 1941 im Dorf Zasovica bei Schabac erschossenen Juden
https://collections.arolsen-archives.org/en/search?s=Zasovica
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/129110882
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de925543
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de925487
https://www.statistik-des-holocaust.de/Gleiwitz13.jpg
http://ahnenblog.globonauten.de/eine-wunderbare-reise/
https://www.igdj-hh.de/upload/Clemens%20MW%20Zuflucht.pdf
https://victims.auschwitz.org/victims
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316