Glaser Josef

Josef Hermann Glaser

*6.7.1925 in Leipzig; ✡ 10.10.2007 in Kirjat Bialik

Staatsangehörigkeit staatenlos

Religion jüdisch

Vater Isaak Glaser *1.10.1893 in Wilna; ✡ 18.1.1940 im KL Sachsenhausen

Mutter Sarah Thau *15.12.1891 in Kolomea; ✡ ? in Riga

Geschwister

Helene Glaser*17.11.1929 in Leipzig

Beruf Landarbeiter

Adressen Leipzig, Berliner Straße 60, Humboldtstraße 13; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat ja

Kinder ?

Weiterer Lebensweg

Polenaktion

28.10.1938 Von der Ersten Polenaktion mit Abschiebungen nach Zbaszyn bleibt die Familie Glaser wegen Staatenlosigkeit verschont.

Gut Winkel

Josef Glaser aus Leipzig zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben

10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Josef mit den Eltern und der Schwester Helene in Leipzig, Berliner Straße 60

Zweite Polenaktion

Im Laufe des Jahres 1939 war es weiterhin zu zahlreichen Ausweisungen polnischer Juden gekommen: Jedoch nach dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen wurden Anfang September auf Befehl des Chefs der Sicherheitspolizei Reinhard Heydrich reichsweit systematisch die Rückkehrer und bisher nicht erfassten polnischen Juden sowie auch die Funktionäre polnischer Verbände verhaftet und in den Konzentrationslagern Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen interniert

1.9.1939 Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen

7.9.1939 Anweisung des RSHA. Alle polnischstämmigen Juden und Funktionäre polnischer Verbände als feindliche Ausländer zu verhaften.

7.9.1939 FS-Erlass des Chefs der Sicherheitspolizei (SD) Himmler

7-9.9.1939 Anordnung per Funkspruch Juden mit polnischen Wurzeln als feindliche Ausländer zu verhaften

September 1939 Verhaftung des Vaters in Leipzig

26.10.1939 Einweisung in das KL Sachsenhausen

18.1.1940 Tod des Vaters im KL Sachsenhausen; als Todesursache wird einmal „allgem. Körperschwäche“ und in der Sterbeurkunde „Herzschlag“ angegeben.

Subotica Hachschara

1939 Josef Glaser nach Jugoslawien;

Nach der Aufhebung des völkerrechtlichen Sonderstatus für Oberschlesien (Deutsch-Polnisches „Genfer Abkommen“) gingen Gruppen aus Oberschlesien 1937 in den vom jugoslawischen HaSomer Hatzair betriebenen Kibbuz Bamidbar (Wüste) im Dorf Golenića bei Subotica an der kroatisch-ungarischen Grenze. Der jüdische Baron Gutmann war Besitzer vieler Güter und Ländereien und stellte eines seiner Güter für 120 Chawerim zur Eigenbewirtschaftung zur Verfügung.

Bis zum Einmarsch der Wehrmacht im April 1941gab es in Kroatien den vom jugoslawischen HaSomer Hatzair betriebenen Kibbuz Bamidbar (Wüste) im Dorf Golenića an der kroatisch-ungarischen Grenze.

Herbert Lewin:

„In Subotica, an der ungarisch-jugoslawischen Grenze, besaß der jüdischer Baron Gutmann viele Güter und Ländereien. Und der hat ein Gut den deutschen Hechalutz (Pioniere, Neuankömmlinge) zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt mit der Auflage, den ungarischen Inspektor und die jugoslawische Knechte weiter zu beschäftigen. Wir waren 120 Burschen und Mädels dort. Und wir hatten das ganze Gut für uns zur Bewirtschaftung, mit Weintrauben, mit Äckern und das waren eigentlich die zwei schönsten und unbeschwertesten Jahre, die ich erlebt habe.“

20.2.1941 Ausstellung eines Certificate of Identity und eines Studentenzertifikates des Jugendalija der Kategorie B(III) in Zagreb

April 1941 Kroatien unter deutsche Militärverwaltung gestellt

Alija

1941 Josef Glaser mit einer sehr großen Gruppe der Jugendalija auf dem Landwege ab Jugoslawien über die Türkei, Syrien, Libanon nach Palästina.

13.4.1941 Ankunft von Josef Glaser in Palästina über den libanesischen Grenzübergang Ras en Nakoura

Leipzig – Riga

21.1.1942 Mutter Sara mit Tochter Helene und fünf weiteren Mitgliedern der Familie Glaser auf dem Transport Leipzig, Dresden nach Riga Skirotawa; niemand von ihnen überlebt.

Nachkriegszeit

30.5.1947 Einbürgerung in Palästina

14.5.1948 Staatsgründung Israel; dadurch Staatsbürger in Israel

Gedenken

Quellen

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420121-Leipzig5a.jpg

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de874325

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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