
Werner Hoffmann/Nathan Meron
*14.8.1915 in Aurich; ✡ ?
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Jacob Zvi Aaron Solomon Hartogs Hoffmann *21.3.1881 in Aurich; ✡ 19.1.1935 in Aurich
Mutter Hanchen Wolff *29.11.1889 in Aurich; ✡ September 1942 in Auschwitz
Geschwister
Friederike Friedel Hoffmann *7.7.1912 in Aurich; ✡2008 Niederlande; oo Moor Wildstrom
Cousin Menno Hoffmann *26.3.1926 in Aurich; ✡1942/43 in Auschwitz
Beruf Tischler
Adressen Aurich, Wallstraße 24; Gut Winkel, Spreenhagen;

Verlobung Ruth Salomons *9.9.1919 in Delitzsch, Sachsen; ✡ 7.9.1943 in Auschwitz

Mutter von Ruth war Hedwig Friedenberg aus Recklinghausen, deren Bruder Alfred Friedenberg
Heirat 1943 Ester Mayer/ Meron*4.8.1920 in Nürnberg; ✡17.4.1999 in Beit Hashita
Kinder drei
Hoffmann/ Meron
Hoffmann/ Meron; oo Shacaf
Hoffmann/ Meron; oo Brandes
Weiterer Lebensweg
1933 Schwester Friedel mit ihrem Ehemann Moritz Wildstrom in die Niederlande.

5.10.1933 Einreise von Ester Mayer mit ihren Eltern und Bruder in Haifa
Novemberpogrom
9./10.11.1938 Nach dem Bericht von Nathan Meron:
„Werner Hoffmann verbringt die Nacht im Haus seiner Verlobten Ruth Salomons und ihrer Mutter am Fischteichweg. Als die SA nachts klopfte und alle Männer holen wollte, hatten sie ihn dort nicht auf ihrer Liste. In der Nacht flüchtet er zu einer befreundetetn jüdischen Familie nach Großefehn,um von dort über die Grenze nach Holland zu kommen, wird aber doch verhaftet. Sie drohten ihn zwischen zwei Häusern zu erschießen. Er fing laut an zu schimpfen über Hitler und seine Politik. Dadurch sammelten sich Menschen an und die SA steckte ihre Revolver wieder ein. Werner Hoffmann musste im Dauerlauf, bewacht von SA auf Motorrädern oder auch Fahrrädern, von Großefehn nach Aurich zur „Bullenhalle“ laufen. Am Eingang musste er durch ein Spalier von SA-Leuten laufen, die ihn mit Gewehrkolben schlugen, anschließend die Treppen rauf und runter und oben auf der Tribüne dreimal den Satz rufen: „Ich, Werner Hoffmann, der Ausreißer von Aurich, die Blutschande Deutschlands!“. Das mit der Blutschande hat er nie verstanden, waren doch beide Eltern jüdisch.“
10.11.1938 SA-Sportwart Wilhelm Bock ließ die „Aktionsjuden“ in der „Bullenhalle“ und auf dem Ellernfeld in entwürdigender Weise „Sport“ treiben. Die Gestapoleitstelle Wilhelmshaven ordnet an, die Juden in „Schutzhaft“ zu nehmen und in das Gerichtsgefängnis zu bringen. Zuvor werden einige ältere Männer nach Hause entlassen.
10.11.1938 um 18.00 Uhr werden 42 Männern in das Gefängnis von Aurich eingesperrt
11.11.1938 am Morgen werden die 42 Auricher mit Bussen nach Oldenburg gefahren, wo sie mit etwa 250 Juden aus Ostfriesland in einer Kaserne interniert werden
Letztlich werden etwa 1.000 jüdische Ostfriesen, Oldenburger und Bremer mit der Bahn in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert.
Werner Hoffmann eingewiesen als Aktionsjude im KL Sachsenhausen; Häftlingsnummer 10455

Als gelernter Tischler muss Werner beim Aufbau des kleinen Lagers für die jüdischen Gefangenen im KL Sachsenhausen mithelfen.

23.12.1938 Entlassung von Werner Hoffmann aus dem KL Sachsenhausen, Block 59
Gut Winkel
1939 Werner Hoffmann zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Werner Hoffmann zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

September 1939 Werner Hoffmann auf der Belegschaftsliste des Landrates für das Gut Winkel;
Alija beth
18.2.1940 D/1246 Rabbi Blum Jakob Wolf
Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 4
12.10.1939 Bahnfahrt von Hoffmann ab Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien
14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest
6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen
26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA
15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert
22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa
24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung
29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluss von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung
29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht
18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager
18.2.1940 Registrierung von Werner Hoffmann in Athlit; er gibt als Referenz Jakob Wolf an , als Gemeindeältesten Rabbi Blum (Dokument D/1246/40/CHU)
Juli 1940 Entlassung der meisten Männer aus dem Lager Athlit

Er gibt Julius Wolf als Kontaktadresse in Haifa an
Aachen – Niederlande – Frankreich – Auschwitz
Umzug der Mutter Hannchen nach Aachen
27.3.1939 Emigration der Mutter zur Tochter Friedel nach Middelburg in die Niederlande
14.3.1941 Emigration von Mutter, Schwester und Schwager nach Frankreich
4.9.1942 Mutter Hannchen auf dem Transport von Drancy nach Auschwitz
Westerbork – Auschwitz

4.9.1943 Ruth Salomons vermutlich gefasst, bei dem Versuch unterzutauchen, sie geht zur Strafe auf den nächsten Transport von Westerbork nach Auschwitz
Nachkriegszeit
Gedenken
3.7.1915 Stolperstein für die Mutter Hannchen Hoffmann in Aurich, Wallstraße 24
Quellen
Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Salomons%20Ruth%22%7D
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Wildstrom%22%7D
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en957973
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4094051
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/71076338
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092113
https://victims.auschwitz.org/victims
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316