Lore Herzberger
*14.9.1921 in Lorsch, Hessen; ✡ 1942/43 in Auschwitz
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Alfred Herzberger *4.6.1876 in Mannheim; ✡ 19.3.1955
Mutter Marie Kirchheimer *9.12.1890 in Mannheim; ✡ ? vor 1943 in Auschwitz
Geschwister
Beruf Praktikantin;
Adressen Lorsch, Ludwigstraße 10; Mannheim, Weberstraße 5 IV.; Gut Winkel, Spreenhagen;
Heirat Januar 1942 in Schönfelde Siegfried Podolski/Pottolski *24.9.1914 in Berlin; 1942/43 in Auschwitz
Kinder ?
Weiterer Lebensweg
Die Familie Herzberger betrieb von 1880 bis 1931 eine Zigarrenfabrik in Lorsch
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Lore Herzberger mit beiden Eltern in Mannheim, Weberstraße 5 IV.
17.5.1939 Siegfried Pottolski in Berlin, Wadzeckstraße 17/18
Gut Winkel
Vermutlich erst nach September 1939 Lore Herzberger zur Hachschara als Praktikantin in Gut Winkel, Spreenhagen;
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben
30.6.1938 nicht auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;
September 1939 nicht auf der Liste des Landrates Kreis Beeskow-Storkow für das Gut Winkel
Das Ende der Hachschara
5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung der noch bestehenden in „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“
Mai bis September 1941 Auflösung der Hachscharalager Ahrensdorf, Jessen, Havelberg Gut Winkel; Verlegung der Chaluzim in das Lehrgut Neuendorf im Sande; nur ein kleiner Teil darf noch im Gut Winkel arbeiten, was auch zum Arbeitslager wird.
Jüdisches Forsteinsatzlager Schönfelde
Ab 1941 Lore Herzberger und Siegfried Podolski im Forsteinsatzlager Schönfelde.
Wie so viele haben sie nach Bekanntwerden der Transportlisten im Januar 1942 geheiratet, in der irrigen Annahme, dadurch zusammenbleiben zu können.
XII. Osttransport

3.4.1942 aus Berlin 643 und 366 mit dem Teiltransport aus dem Regierungsbezirk Frankfurt/Oder. Fast die Hälfte der Betroffenen war zuletzt in Arbeitseinsatzlagern untergebracht, darunter 100 Menschen in den Forst- und Ernteeinsatzlagern in Beerfelde, Hangelsberg, Hasenfelde, Jakobsdorf, Kaisermühl, Kersdorf, Pillgram, Schönfelde und Treplin, sowie 63 im Landwerk Neuendorf.
Die Bürckel-Wagner-Aktion in Baden
22.10.1940 Mutter Emmy Ettlinger mit 16 Juden aus dem Judenhaus am Haydnplatz 6 auf einem der sieben Transporten von 6500 Juden des Saarlandes, der Pfalz und Baden, davon allein aus Karlsruhe über 900 und 1972 aus Mannheim in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich transportiert in der „Bürckel-Wagner-Aktion“.
August 1942 Mutter Marie verlegt ins Sammellager Drancy
28.8.1942 Deportation der Mutter von Drancy nach Auschwitz
Vater Alfred überlebt die Lager Gurs, Recebedou, Rivesaltes, Nexon
Nachkriegszeit
1946 Vater Alfred in Frankreich
1955 Tod des Vaters in Mannheim
Gedenken
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de861405
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de861411
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420403_Frankfurt15.jpg
https://kulturverein-lorsch.de/wp-content/uploads/2015/06/20161031_Die_Familie_Herzberger_2.pdf
Ilana
Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007
https://victims.auschwitz.org/victims
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316