Halbersberg Minna

Minna Halbersberg

*6.11.1920 in Berlin; ✡ 5.5.1942 Kulmhof

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Hermann Kranz *7.6.1896; ✡ ?

Mutter Sara Halbersberg*7.6.1898 in Lublin; ✡ 5.5.1942 Kulmhof

Onkel/Tante

Esther Halbersberg *26.9.1887 in Lublin; ✡ 19.4.1943 Auschwitz

Josef Halbersberg *17.5.1899 in Lublin; Mechelen; ✡ 18.1.1943 Auschwitz

Geschwister

Else Jowet Jochewed *10.5.1922 in Berlin; Israel

Ulrich Bernhard Halberstadt *4.5.1931 in Berlin; ✡ 5.5.1942 Kulmhof

Beruf Praktikantin

Adressen Berlin, Gipsstraße 32, Frankfurter Str. 41-42 ; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat ledig

Kinder ? Recha Halbersberg *25.1.1942 in Lodz/Litzmannstadt; ✡ 5.5.1942 Kulmhof

Weiterer Lebensweg

Gut Winkel

15.5.1939 Minna und Jowet Halbersberg von Berlin, Gipsstraße 32 zur Hachschara als Praktikant in Gut Winkel, Spreenhagen; Mitglied im

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben

30.6.1938 noch nicht auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;

28.10.1938 keine Verhaftungen in der Polenaktion auf Gut Winkel

10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Minna Halbersberg mit Schwester Jowet in Gut Winkel, Spreenhagen

17.5.1939 Mutter Sara Halbersberg mit dem Bruder Ulrich in Berlin, Gipsstraße 32

September 1939 beide Schwestern nicht mehr auf der Liste des Landrates Kreis Beeskow-Storkow für das Gut Winkel

Hachschara Polenzwerder

Sommer 1939 Jowet Halbersberg zur Hachschara in das jüdische Lehrgut Polenzwerder bei Eberswalde in Brandenburg.

Das jüdische Lehrgut Polenzwerder wurde 1937 von der Jugendorganisation Jüdisch-nationale Jugend Herzlia (Betar) in Trägerschaft der Staatszionistischen Organisation (Revisionisten) in einer alten Ziegelei eingerichtet. Im Sommer 1938 wurde der BETAR zwangsaufgelöst. Nach dem das Lager im Novemberpogrom überfallen worden war, übernahm die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD das Lehrgut, in dem bis zu 45 Jugendliche in Landwirtschaft und Gärtnerei auf der Alija nach Palästina vorbereitet wurden.

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 4

12.10.1939 Bahnfahrt von Schwester Jowet ab Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluss von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

13.2.1940 Registrierung von Jochewet Halbersberg in Athlit; sie gibt als Referenz an Moritz Nussholz (Dokument D/638/40/CHU)

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

Ghetto Lodz

27.-29.10.1941 Bruder Ulrich auf dem III. Osttransport von Berlin nach Lodz

1.11.1941 Deportation von Minna und Mutter Sara Halbersberg auf dem IV. Osttransport von Berlin nach Lodz

Minna Halbersberg Sulzfelder Strasse 74/76, Lodz

5.5.1942 Minna mit ihrer Mutter Sara und Bruder Ulrich Halbersberg sowie der vier Monate alten Recha Halbersberg auf dem Transport vom Ghetto Lodz in das Vernichtungslager Kulmhof

Kazerne Dossin Mechelen – Auschwitz

15.1.1943 Onkel Josef Halbersberg auf dem XIX. Transport von Mechelen nach Auschwitz

Auf den Transportlisten aus Mechelen finden sich weitere Mitglieder der Familie Halversberg aus Lublin, so Moises H. (1904), seine Frau Cecilia Niesel und Gitla Halversberg (*1905)

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1066227

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1065859

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1066205

Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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