Hartogsohn Gustel

Gustel Auguste Tova Hartogsohn

*7.5.1924 in Emden; ✡ 21.7.2001 in Kfar Maccabi

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Karl Hartogsohn *15.5.1885 in Emden; ✡ 6.2.1943 in Auschwitz

Mutter Fanny geb. Hartogsohn *18.1.1895 in Emden; ✡ 6.2.1943 in Auschwitz

Großmutter Esther Hartogsohn *21.11.1857 in Emden; ✡17.4.1942 in Lodz

Geschwister

Esther Hartogsohn * 29.6.1922 In Emden; ✡ 7.12.1943 in Auschwitz; oo 1942 Norbert Hirsch

Philipp Hartogsohn *13.11.1927 in Emden; ✡ 6.2.1943 in Auschwitz

Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin

Adressen Emden, Lilienstraße 3;

Heirat 1943 mit Fritz Wolff *17. 4.1923 in Herford; ✡ 13.1.1978 im Kfar Hamaccabi

Kinder

10.11.1938 Vater verhaftet im Novemberprogrom; „Aktionsjude“ im KL Sachsenhausen

15.1.1939 Entlassung des Vaters aus dem KL Sachsenhausen

17.5.1939 Gustl mit den Eltern und Bruder Philipp in Emden, Lilienstraße 3 bei der Minderheitenzählung

Judenvertreibung aus Ostfriesland/Oldenburg

Januar 1940 Anordnung der Gestapo-Leitstelle Wilhelmshaven: Ausweisung der in Ostfriesland lebenden Juden „aus militärischen Gründen“ bis zum 1. April 1940.

21.2.1940 Umzug der Eltern von Emden nach Berlin, Am Bahnhof Westend 2

Bruder Philipp in das Internat der Israel. Gartenbauschule Ahlem

Waldgehöft Havelberg

Sommer 1939 Gustel Hartogsohn zur landwirtschaftlichen Hachschara ins Waldgehöft, auch Jagdgehöft Barella, Damlacker Weg, nördlich von Havelberg (1934-1941), Träger bis zum Pogrom November 1938 war der Hechaluz, dann die RVJD. Die frühere Jagdpacht gehörte dem jüdischen Rechtsanwalt Siegfried Freund, er war zunächst auch der Leiter. Es umfasste acht Hektar Land, eine kleine Villa, zwei Wohnhäuser, eine Werkstatt, einen Stall, Gewächshäuser und Schuppen. Bis zu 50 Chaluzim waren hier untergebracht

Nach dem September 1939 waren Nachfolger von Richard Horn als Betriebsleiter in Havelberg Siegfried Freund, Artur Posnanski, Alfred Selbiger, Heinz Berg und Hilde Nathan.

Havelberg ca März 1940 hinten von links Kurt Ingwer, Artur Posnanski, Gustel Hartogsohn; vorn Fred Overländer;
(fraglich, Zahl stimmt nicht) Horst Buchholz, Manfred Perlstein, Siegbert Dralek, Harry Skurnik, Hermann Pelikan, Leo Wolf
außerdem vier Frauen Lilo Rothenstein, Liddi Pauline Gerechter,  Uschi Abrahams, Margot Josephs

März 1940 Gustl auf der letzten legalen Alija mit einem Studentenzertifikat der Kategorie B(III) nach Palästina

2.3.1940 Ankunft von Gustl Tova Hartogsohn in Haifa

24.10.1941 Großmutter Esther auf dem II. Transport von Berlin nach Lodz

Oktober 1941 Schließung des Internats in der Gartenbauschule in Ahlem; Bruder Philipp zu den Eltern nach Berlin in die Lippehner Straße 35

3.2.1943 Eltern und Bruder Philipp auf dem 28. Osttransport mit 952 Deportierten von Berlin nach Auschwitz; ebenfalls auf dem Transport die Mitmieterin Frieda Hamacher.

17.11.1943 Heirat von Gustl mit Fritz Seev Wolff in Haifa

Gedenken

Grabstein für Fritz Wolf auf dem Ramat Yokhanan Kfar Hamaccabi Usha Cemetery

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://yvng.yadvashem.org/ad

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1067416

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1067627

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de833665

https://zwangsraeume.berlin/de/houses/kaethe-niederkirchner-strasse-35

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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