Schipper Heinz

 Heinrich Heinz Henry Schipper

*20.1.1921 in Braunschweig; ✡7.1.1992 San Diego Kalifornien

Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos

Religion jüdisch

State Archives Brussels

Vater Abraham Schipper *3.1.1893 in Landshut; ✡ 1942

Mutter Rosa Münz *11.1.1895 in Rozniatow; ✡ 1942

Tante Adele Schipper *12.10.1886 in Lancut; ✡ 1942; oo Simon Rechtschaffen

Weitere Geschwister des Vaters: Markus, Mendel, Ida, Regina Schipper

Geschwister

Bernard Schipper*21.9.1919; ✡ 19.6.2008 Florida; oo 1945 Carla Andriesse geb. Nathans (*13.8.1917 in Assen)

Paula Pnina Schipper *20.1.1921 in Braunschweig; ✡21.11.2006 in Haifa; oo 8.10.1942 in Kopenhagen Herbert Jehuda Schönewald (*13.4.1915 in Kassel; ✡ 30.4.1998 in Haifa)

Beruf Technischer Zeichner

Adressen Braunschweig; Frankfurt; Enschede

Heirat 13.1.1949 Rose Still *24.12.1920 in Wiesbaden; ✡30.10.2006 in San Diego

Kinder zwei

Weiterer Lebensweg

1934 Heinz Schipper muss das städtische Realgymnasium verlassen

1934-1938 Heinz Schipper auf der Talmud Thora Schule in Frankfurt „Breuersche Jeschiwa“

1938 Bruder Bernard zur Hachschara in eine jüdische Lehrwerkstatt in München

20.3.1939 Paula Schipper mit dem Hechaluz zur Hachschara nach Dänemark

Hachschara Kibbuz Haimer’s Esch in Twekkelo/Enschede

April 1939 Heinz Schipper zur Hachschara in den zionistisch -orthodoxen Kibbuz Haimer’s Esch orthodox-religiösen Agudas Jisroel in Enschede, Strootsweg 460;

1.5.1939 Bruder Bernard kommt auch in den Kibbuz Haimer’s Esch

Februar 1938 Eröffnung der Hachschara in der großen, vom berühmten Architekten Beltmann entworfenen ländlichen Villa im Dorf Twekkelo bei Enschede,  Strootsweg 460 (heute Haimersweg); die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte in dem großen Obst- und Gemüsegarten; Handwerker wie Möbeltischler, Elektriker, Schuhmacher, Schmiede wurden zumeist in lokalen Betrieben in Enschede, Hengelo, Lonneker und Boekelo ausgebildet.

10.5.1940 Einmarsch der Wehrmacht in die Niederlande

1940 lebten in Haimer’s Esch 55 Chaluzim, meist Männer im Alter um die 20 Jahre

1942 Pfarrer Leendert Overduin (1900–1976) von der „Gereformeerde gemeente“ half vielen unterzutauchen, oft gegen Bezahlung der Bauern.

Bruder Bernard mit seinen Stieftöchtern 1945 vor dem Versteck in Marle

Dezember 1942 die Brüder können untertauchen und bis zur Befreiung im Versteck in Marle überleben

Mehrere der Untergetauchten wurden aufgespürt oder verraten. Weniger als die Hälfte der Chaluzim von Twekkelo überlebten die Besatzung.

1.4.1945 Befreiung von Enschede am Ostersonntag durch Britische Truppen

Die gescheiterte Flucht der Eltern

17.5.1939 Beide Eltern in Braunschweig, Neuer Weg 9 bei der Minderheitenzählung

4.7.1939 Flucht der Eltern Abraham und Rosa Schipper nach Brüssel in Belgien

4.8.1942 Beide Eltern deportiert ab Mechelen nach Auschwitz

Herbert Schönewald Leiter in Steckelsdorf

Herbert Schönewald als Madrich in das jüdische Umschulungslager Landwerk Steckelsdorf bei Rathenow im Landkreis Jerichow II; Träger ist der Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘;  Träger zuletzt die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD

Lagerleiter/Madrichim waren u.a. Sigmar Bromberger, Manfred und Schoschana Litten, Dr. Benjamin Abrahamson, Herbert Schönewald, Friedrich Löwenthal, ab 1941 Kurt Silberpfennig

28.10.1938 4 Chaluzim mit polnischem Pass verhaftet in Steckelsdorf, ausgewiesen in der ersten Polenaktion und nach Zbaszyn deportiert

10.11.1938 Novemberpogrom in Steckelsdorf, am Abend wurde das Landwerk gestürmt und verwüstet. Alle männlichen Funktionsträger wie Friedrich Löwenthal, Betriebsleiter Hofbauer, Herbert Schönewald und Simon Berlinger verhaftet, ins Polizeigefängnis Magdeburg und später nach Buchenwald gebracht.

„Schutzhaft der Funktionsträger“ in Buchenwald, Häftlingsnummer 23589

21.11.1938 Entlassung von Simon Berlinger, Friedrich Löwenthal und Herbert Schönewald aus dem KL Buchenwald

1939 Instandsetzung und Wiederaufnahme des Betriebes durch die RVJD

27.10.1939 Registrierung von Herbert Schönewald im Landesleihhaus Kassel, Abgabe von Wertgegenständen

Ende 1939 Herbert Schönewald zur Auslandshachschara nach Dänemark.

Ausnahmezustand in Dänemark 1943

20.3.1939 Schwester Paula Schipper mit dem Hechaluz zur Hachschara nach Dänemark

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen

17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung in Dänemark

September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark

„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.

28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.

Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den  Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

Bis zum Kriegsende bleiben Herbert und Paula Schönewald in Schweden.

7.1.1946 legale Alija von Herbert und Paula Schönewald auf der SS FLORIDA nach Palästina

3.-17.6.1947 Hendrik Schipper auf dem Frachter SS EDAM von Antwerpen nach New York

Bruder Bernard wohnt in Enschede, Borstelweg 38

Ziel ist Onkel M Schipper in Newark

13.1.1949 Heirat in Manhattan mit Rose Still

7.1.1992 Tod von Henry Schipper in San Diego

Gedenken

25.6.1956 Pages of Testimony für die Eltern von der Schwester der Mutter Rachel Roschiner

Grabstein für Henry und Rose Schipper im Greenwood Memorial Park, San Diego, California, United States

Quellen

http://www.stolpersteine-fuer-braunschweig.de/familie-schipper/

New York City Eheschließungen, 1866-1949 – Henry Schipper

https://yvng.yadvashem.org/ad

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7390); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://www.joodsmonument.nl/en/page/137623/haimer-s-esch

https://infocenters.co.il/gfh/list.asp

http://sjoel-enschede.nl/s/b/hachsjara.asp

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130370811

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130370810

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Schipper%201919%22%7D

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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