
Israel „Itsche“ Isi Teitelbaum
*27.1.1925 in Leipzig; ✡ 30.4.1943 in Sobibor
Staatsangehörigkeit polnisch staatenlos
Religion jüdisch
Vater Nossen Nathan Hersch Teitelbaum *6.11.1893 in Tyczyn; ✡ vor 1945 in Polen
Mutter Sara Lea Fridman (Karpf) *19.9.1897 in Rzeszow ; ✡ vor 1945 in Polen
Großeltern David und Mala Fridman
Tante Liebe Hönig geb. Teitelbaum * 8.1.1896 in Rzeszow; ✡ vor 1945 in Polen
Geschwister

Max Teitelbaum *10.2.1928 in Leipzig; an dem Bruder soll er sehr gehangen haben
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Leipzig, Blücherstraße 18
Heirat ledig
Kinder–
Weiterer Lebensweg
14.10.1935 Adresse der Familie Leipzig, Blücherstraße 18
Polenaktion
28.10.1942 Vater Nossen mit seiner Schwester Liebe Hönig abgeschoben nach Zbaszyn
27.4.1939 Mutter Sara folgt nach Zbaszyn, Polen, vermutlich mit Sohn Max
5.5.1939 beide Eltern in Rzeszow bei David Fridmann, dem Vater von Mutter Sara
Flucht in die Niederlande
15.2.1939 Emigration nach Amsterdam
5.5.1939 Amsterdam, Prins Hendrikkade 140 bei Pflegevater Chaskel Weisblum
Dommelhuis, Jonckbloetlaan 13, Eindhoven
Jeugdalijah
Im September 1939 eröffnete die Jeugdalijah in Amsterdam die Hachschara Zentren in Mijnsheerenland und „Het Paviljoen Loosdrechtse Rade“, nachdem das Waisenhaus Vondelhof in Amsterdam diese Funktion verloren hatte.
Mijnsheerenland
Ab 1939 bestand parallel der Jugendalija Hof van Moerkerken in Mijnsheerenland für unter 15-Jährige.
30.1.1940 Isi Teitelbaum erhält die Genehmigung zur Hachschara nach Mijnsheerenland

Stehend Itsche Teitelbaum, Robert Dürheim (Brille), Heinz Schlesinger, David Neiss, Josef Heinrich, Max Bischburg (Brille), Asscher Gerlich, Alfred Dubowski, Bruno Schlachet, Arnold „Effie“ Koller (Brille), Kela van der Walde, Bernard Aschheim (Brille), Rachel Goldberg, Esther Singer, Irmgard Schlabowski
Knieend Max Kretzower, Nathan Frey
Sitzend Arthur Heinrich, Hans-David Seeman, Itsche Tiefenbrunner, Rahel Schlabowski, Chana Lehmann
Wegen des Räumungsbefehls für alle Juden in den Küstenregionen musste Mijnsheerenland am 16.10.1940 geschlossen und 25 Chaluzim in Loosdrecht untergebracht werden
Het Paviljoen Loosdrechtse Rade
Von September 1939 bis August 1942 fanden hier 99 Bewohner Zuflucht.
16.10.1940 Isi Teitelbaumin das Heim der Jugendalijah in Loosdrecht, „het Paviljoen“.
Er arbeitet bei Bauer J. Lam, Oud-Loosdrechtsedijk 42

Rolf Rosenthal, Itsche Teitelbaum, Arthur Dancygier, Manfred Ruebner, Heinz Cosmann, Manfred Paul
Zeiweilig arbeitet er auch in der Tischlerei
Als er sich beim Toben mit dem Hund den Arm bricht, wird er im Katholischen Krankenhaus Hilversum behandelt

Überleben im Versteck als Onderduiker
7.7.1942 Aufforderung an die Amsterdamer Juden, sich freiwillig zum „Arbeitseinsatz“ zu melden.
14./15.7.1942 Razzia in Amsterdam; Registrierung in Westerbork und Deportation nach Auschwitz
15.7.-15.8.1942 von den Madrichim Schuschu Simon und Menachem Pinkhof werden Verstecke für alle Jugendlichen gesucht.
12.8.1942 Erica Blüth erfährt beim Joodse Raad und übermittelt mit Codewort per Telefon, dass auch die Chaluzim aus Loosdrecht ins Kamp Westerbork gebracht werden sollen. Die Madrichim Menachem Pinkhof und Schuschu Simon sowie Miriam Waterman beschließen, die 30 Jugendlichen mit Hilfe des Netzwerks von Joop Westerweel in Verstecken untertauchen zu lassen.
13.8.1942 Ankündigung von Pinkhof und Simon, dass alle Chaluzim im Verstecke gebracht werden. Die ersten werden noch am selben Abend weggebracht.

Von den 49 „onderduiker“ aus Loosdrecht (Chawe/rim/roth und Madrichim) konnten 34 gerettet werden!
3.9.1942 wie die anderen Onderduiker wird für auch ihn durch Bürgermeister von Loosdrecht im Algemeen Politieblad Nr. 35 ein Haftbefehl ausgestellt
Er ist zunächst in Loosdrecht bis zum 7.12.1942. Dann kommt er zu einer Frau in Bussum ins Versteck, zusammen mit Ernst „Golka“ Röttgen;
April 1943 Menachem Pinkhof liest in dem illegalen Blatt „Vrij Nederland“, dass diese Frau des Verrates beschuldigt wird; er versucht noch die beiden heraus zu holen, kommt aber füt Teitelbaum schon zu spät: als dieser von seinem täglichen Spaziergang zurückkehrt, erwartet ihn vor der Tür schon der SD (Gestapo).
17.4.1943 Einweisung in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork, vermutlich doch in der Strafbaracke 65 nicht 55; als gefangener Onderduiker wird er zur Abschreckung wie üblich unmittelbar auf den Transport am 27.4.1943 gesetzt.
27.4.1943 auf dem Transport in das KL Sobibor
30.4.1943 Tod in Sobibor
Gedenken
Isi Teitelbaum auf der Gedenktafel in Loosdrecht
22.4.1886 Page of Testimony für die Mutter Sara von ihrem Bruder Eliezer Fridman
Quellen
https://www.joodsmonument.nl/en/page/33083/israel-isi-teitelbaum
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
Algemeen Politieblad, nr 35, 3 September 1942, 997, notice 1722
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en44117
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en1515486
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en1195724
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130386092
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130385255
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939