Bramson Jacob

Jacob Josephus Bramson

*20.9.1898 in Amsterdam; ✡15.5.1991 Israel

Staatsangehörigkeit  staatenlos

Religion jüdisch

Vater Josephus Nicolaas; ✡?

Mutter Bila Samuels; ✡?

Geschwister

Beruf Arzt, Psychiater im Psychiatrisch Ziekenhuis Franeker

Adressen Amsterdam; Franeker Voorstraat 69; Wildervank

Heirat 24.12.1929 in Groningen Carolina Klein *9.6.1905 in Groningen; ✡16.2.1945 in Bergen-Belsen

Kinder

Reina Bramson *5.10.1932; ✡ 25.8.1950

Jozef Bramson *21.11.1934; ✡ 11.3.2022

Betsy Bramson*26.5.1937 in Leeuwarden; ✡ ?

Weiterer Lebensweg

24.12.1929 Zuzug nach Franeker

Kibbuz Franeker

Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.

Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath we Eretz“

Das alte Bahnhofsgebäude des Kibbuz Franeker am Harlinger Weg 45 konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10, zuletzt bis zu 30 Chalutzim.

Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.

Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden

1937 und 1939 dreht er zwei kurze erhaltene Filme über den Kibbuz

Morris Schnitzer berichtet:

On Shabbat, or Sabbath, services on Friday evenings and Saturdays were very pleasant and informal. Often we were joined by a Jewish psychiatrist from the psychiatric hospital in Franeker. When he was obligated to say kaddish, the mourner’s prayer for the dead, we congregated at his home on the Voorstraat in the centre of Franeker. Usually, though, we set up a chapel in the dining room of our house. The rabbi officiated and delivered a sermon; he gave lessons on the sidra, the Torah reading of the week.

Arthur Rath erinnert sich:

„If the memory serves me right, there was only one Jewish family in town, a doctor by the name of Bramson, who showed little interest in our enterprise. On the other hand, the Opperrabijn of Friesland Mijnheer Levinson, a wisp of a man with a Jewish nechoma (soul) found time amid his duties to drop in to have a chat with us.“

3.11.1941 Verhaftung der Bewohner bei einer Razzia des SD auf Grund einer Verleumdung; laut SS Hauptsturmführer Ferdinand aus der Fünten, Leiter der Zentralstelle für Jüdische Auswanderung in Amsterdam, wurde ihnen unterstellt: Wirtschaftssabotage (Hamstern), unerlaubtes Verlassen des Kibbuz und Abhören von Feindsendern (BBC)

Verbringung der Chaluzim ins Gefängnis Blokhuispoort in Leeuwarden

17.12.1941 Verbringung der Chaluzim in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

Entlassung

Anfang 1941 wird Jacob Bramson als stellvertretender Direktor des Psychiatrisch Ziekenhuis entlassen aufgrund entsprechender Verordnungen der deutschen Besatzer.

Die Familie Bramson zieht nach Wildervank, Nijverheidsstraat 22 in ein leerstehendes Haus der Familie Klein

Verhaftung in Wildervank

18.8.1942 Verhaftung der Familie Bramson in Wildervank

19.8.1942 Einweisung in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

20.2.1943 ins KL Vught

22.2.1943 Vorgeschlagen für die Frederiks-Barneveld-Liste

11.3.1943 ins Kamp Westerbork

18.5.1943 nach De Schaffelaar

Huize De Schaffelaar in Barneveld

Die so genannte „Barneveldgroep“ waren prominente, bekannte Juden, die auf Fürsprache des Generalsekretärs des Innern Frederiks auf eine geschützte Liste gesetzt worden waren.

Ende 1942 die Barnevelder interniert im Schloss De Schaffelaar und im ehemaligen Arbeitslager De Biezen

Dr. Joseph Bramson als Arzt in Barneveld

29.9.1943 50 OD-Männer und 170 der „Notbereitschaft“ aus Westerbork abkommandiert zur Überführung der „Barneveld-Gruppe“; alle Barnevelder werden nach Westerbork verbracht

Austausch-Transporte von Westerbork nach Bergen Belsen

Abdem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.

Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

11.1.1944 auf dem zweiten Transport von 1037 „Austauschjuden“ nach Bergen Belsen

16.2.1945 Tod der Ehefrau Carolina in Bergen-Belsen

Bergen Belsen, Verlorener Zug

10.4.1945 Evakuierung der Austauschjuden aus Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt; Jakob Branson mit den drei Kindern auf dem dritten, dem „Verlorenen Zug“

23.4.1945 zweiwöchige Irrfahrt endet an der gesprengten Elsterbrücke, Ankunft Tröbitz

Befreiung durch die Rote Armee, General Tschukow

Nachkriegszeit

17.11.1945 Jacob mit den drei Kindern in Amsterdam, Weesperplein 1, en op

14.5.1946 Umzug nach Franeker, Harlingerweg 65, Voorstraat 2

1947 schreibt er eine Suchanzeige für seinen Onkel Aron Esriel Samuels.

17.1.1950 Alija nach Israel mit den drei Kindern und der Haushälterin Diet Wolleswinkel

Anstellung als Psychiater im Mental Hospital Bat Jam

Gedenken

Pages of Testimony

Stolperstein für Ehefrau Carolina in Wildervank, Nijverheidsstraat 22

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130266216

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/342148

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130266210

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Bramson%201898%22%7D

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Arthur Rath, Autobiografie; Link: https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=IE246183

Zwei Filme, link: https://www.youtube.com/watch?v=dFsHGioV5ws

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020
Morris  Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

https://danielabraham.net/tree/related/dora

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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