Wolff Helmut

Helmut Jehoshua Wollf

*31.3.1912 in Posen; ✡ 26.3.1943 in Sobibor

Staatsangehörigkeit staatenlos

Religion jüdisch

Vater Louis Wolff; ✡?

Mutter Elsa Weiss*24.1.1877 in Leipzig; ✡?

Geschwister

unbekannt

Beruf Rabbi

Adressen Posen; Berlin; Franeker;

Heirat  22.3.1943 in Westerbork mit Esther Blok  *8.5.1919 in den Haag; ✡ ?

Kinder

Weiterer Lebensweg

17.5.1939 in Berlin Charlottenburg, Küstriner Staße 10 mit Mutter Elsa bei der Minderheitenzählung

Kibbuz Franeker

Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.

Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath we Eretz“

Das alte Bahnhofsgebäude des Kibbuz Franeker am Harlinger Weg 45 konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10, zuletzt bis zu 30 Chalutzim.

Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.

Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden

21.5.1939 Helmut Wolff aus Berlin kommend angemeldet im Kibbuz Franeker

Er übernimmt als Rabbi die geistliche Leitung des Kibbuz. Die Chaluzim witzen über „zwei linke Hände“; ungeeignet für bäuerliche Arbeiten. Tags überarbeitet er im Kindergarten der Fa. Heitmann in Franeker.

Franeker; Helmut Wolff liegend, vorn links Esther Blok (Wolff)

1939 er ist auch im zweiten Filmchen von Dr. Bramson zu sehen.

Kibbuz Franeker; von links, vorn hockend: Artur Rath, ? Erich Levy, Helmut Wolf; stehend: Regina Drescher, Benno Freimann, Chana de Leeuw, Bernard Hammelburg; Mimi Brandweiner, Esther Blok, Moritz Heller, Hannah Levy, Hans Martin Cohn

3.11.1941 Verhaftung der Bewohner bei einer Razzia des SD auf Grund einer Verleumdung; laut SS Hauptsturmführer Ferdinand aus der Fünten, Leiter der Zentralstelle für Jüdische Auswanderung in Amsterdam, wurde ihnen unterstellt: Wirtschaftssabotage (Hamstern), unerlaubtes Verlassen des Kibbuz und Abhören von Feindsendern (BBC)

Verbringung ins Gefängnis Blokhuispoort in Leeuwarden; sie sollten zur „Sonderbehandlung“ nach Mauthausen; Levinson, Oberrrabbi in Leeuwarden kann aber erreichen, dass sie „nur“ in das Kamp Westerbork müssen:

Helmut Wolff war am 3.11. 1941 nicht im Kibbuz anwesend; er geht als Onderduiker in ein Versteck, wird aber gefasst und als Strafgefangener nach Westerbork gebracht.

Kamp Westerbork

17./29.12.1941 Verbringung der 10 Franeker Chaluzim aus Leeuwarden in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork: Rachel (‘Mimi’) Brandweiner, Hans Martin Cohn, Benno Freimann, Walter Goldschmidt, Moshe Heller, Hannah Levy, Isidor Malz, , Arthur Rath, Adelheid Rothschild, Otto Zeichner

18.3.1943 Helmut Wolff kommt als Strafgefangener in die zusätzlich bewachte Strafbaracke 66.

22.3.1943 Heirat mit Chalutza Edith Blok in Westerbork

23.3. 1943 Helmut Wolff zur Strafe auf den nächsten abgehenden Transport mit 1250 Deportierten von Westerbork nach Sobibor

26.3.1943 Tod in Sobibor

14.9.1943 Deportation der Ehefrau Esther Blok von Westerbork nach Auschwitz

Ghetto Riga

25.1.1942 Mutter Elsa Wolff von Berlin ins Ghetto Riga

Gedenken

2022 Joods monument Kibboets Franeker Harlingerweg mit 24 Opfernamen

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130402972

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130402913

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1157118

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1181849

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

https://www.joodsmonument.nl/en/page/226626/malvine-brandweiner

https://danielabraham.net/tree/related/dora

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de/research

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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