
Werner Löwenhardt
*30.11.1919 in Eving (DO); ✡18.1.2006 Amsterdam;
Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Adolf Löwenhardt *9.10. 1883 in Hemer; ✡ 11.10.1944 in Auschwitz
Mutter Julchen Ten Brink *20.5.1890 Deenekamp; ✡ 11.10.1944 in Auschwitz
Großmutter Pauline Löwenhardt geb. Lennhoff *16.10.1947 in Plettenberg; ✡ 3.5.1933 in Dortmund
Onkel Siegmund Löwenhardt *9.5.1889 in Ober-Hemer; ✡ 25.10.1944 Auschwitz
Cousin oo 1947 Lieselotte Hirsch (*12.12.1923 Aachen)
Hans Georg Löwenhardt *12.3.1924 in Hörde (Dortmund); ✡ 26.1.2016 in Johannesburg
Alfred Manfred Freddy Löwenhardt *23.6.1926 in Hörde (Dortmund); ✡ 30.10.1965 in Toronto
Ursula Bertha Löwenhardt *30.3.1930 in Dortmund Hörde; ✡25.10.1944 in Auschwitz
Geschwister
Heinz Löwenhardt *1913
Beruf Schüler
Adressen Dortmund, Weiherstraße 70; Dortmund, Graudenzer Straße 9
Heirat 6.8.1947 in Amsterdam 1947 Lieselotte Hirsch *12.12.1923 Aachen; ✡25.10.2012 ASD
Kinder
Anita Löwenhardt
Weiterer Lebensweg
1910 Vater Adolf eröffnet in der Lindenhorster Straße eine Metzgerei
Die neun Söhne der Witwe Löwenhardt

Vater Adolf leicht verwundet gemeldet in den Preußischen Verlustlisten
1930 Werner und Adolf Löwenhardt zu Besuch bei der Familie der Mutter, Ten Brink in Deenekamp
15. 11.1935 Emigration der Löwenhardts nach Enschede, Berkenkamp 20

Bruder Heinz ging nach Almelo, wo er auch erfolgreich untertauchen konnte.
Werkkampen -jüdische Arbeitslager
Im September 1940 wurden im Zuge der Arbeitsbereitstellung durch das Reichsamt für Arbeitserweiterung „Werkkampen“ errichtet.
Ab September 1942 dienten diese Lager als jüdisches Arbeitslager und Puffer für das Lager Westerbork.
1942 Werner Löwenhardt zur Zwangsarbeit in verschiedenen Werkkampen
Oktober 1942 Auflösung aller jüdischer Arbeitslager; in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober wurden alle Juden abgeführt.
Transport nach Hooghalen. Zu Fuß ins Kamp Westerbork. Die Trasse Hooghalen-Westerbork wurde erst im November 1942 fertiggestellt.
1.-4.10.1942 Auflösung der 42 jüdischen Arbeitslager und Razzien in Orten, wo die Angehörigen wohnen; innerhalb weniger Tage wächst die Belegung des Lagers von 3000 auf über 15000.
4.10.1942 Werner Löwenhardt eingewiesen in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

5.10.1942 Vater Adolf eingewiesen ins Kamp Westerbork
Westerbork – Theresienstadt – Auschwitz
21./22.4.1943 beide Eltern auf dem ersten Transport XXIV/1 von 295 „privilegierten“ Juden aus Westerbork nach Theresienstadt. Dieser Transport wurde nach Rücksprache mit Eichmann zusammengestellt aus Häftlingen mit Kriegsauszeichnungen oder mit Friedensverdiensten, sowie herausragenden Persönlichkeiten. Eine besondere Rolle bildeten die jüdischen Mitglieder der holländischen Nationaal Socialistische Beweging (NSB), die es im Gegensatz zur NSDAP bis 1936 abgelehnt hatte, jüdische Mitglieder (ca. 150) auszustoßen.

9.10.1944 beide Eltern auf dem Transport E p von Theresienstadt nach Auschwitz
Befreiung
12.4.1945 Befreiung des Kamp Westerbork durch kanadische Truppen
23.4.1945 erste Gruppen von Mitgliedern der Waffen-SS, des NSB und andere Kollaborateure werden in Westerbork in den ehemaligen Strafbaracken 65, 66 und 67 interniert. Zu diesem Zeitpunkt waren noch zirka 900 jüdische Häftlinge im Lager. Das Lager kam danach unter niederländische Verwaltung. Die ehemaligen Häftlinge mussten noch wochenlang im Lager bleiben, bevor ihnen die Heimkehr genehmigt wurde.
In der Regel hatten die in Westerbork verbliebenen Juden sich in einer besonderen Weise um die innere Organisation des Kamp Westerbork verdient gemacht und wurden deshalb vom SS-Lagerkommandanten Gemmecker auf die „Tausender-Liste“ auch Stammliste gesetzt, und durften nicht auf die Transportlisten gestellt werden.
9.5.1945 die überlebenden 883 Juden werden in drei Gruppen aufgeteilt, nach ihrem Eintreffen im Lager
- Nach dem 4.9.1944
- 10.5.1940 – 4.9.1944
- Vor dem 10.5.1940, dem Einmarsch der Deutschen
Die Gruppe 1 musste am längsten auf ihre Befragung und Entlassung warten. Werner Löwenhardt muss als Staatenloser die Entscheidung des Ministeriums abwarten.
24.8.1945 Werner Löwenhardt wieder in Enschede gemeldet
Lieselotte Hirsch und Bruder Heinz überleben als onderduiker im Versteck
Februar 1947 Umzug von Werner Löwenhardt nach Amsterdam
6.8.1947 Heirat mit Lieselotte Hirsch in Amsterdam
Gedenken
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de918761
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de918764
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de918756
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22L%C3%B6wenhardt%20%22%7D
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130335531