Lothar Gotthelf
*14.7.1920 in Schöllkrippen; ✡ 22.11.1998 in Redbridge, England
Staatsangehörigkeit
Religion jüdisch
Vater Mayer Gotthelf 20.6.1890 in Großkrotzenburg; ✡ vor 1945
Mutter Rosa Scheuer *23.4.1892 in Gelnhausen; ✡ 7.2.1941 in Hadamar
Onkel Salli Gotthelf *31.1.1893 in Großkrotzenburg; ✡?
Geschwister
Ruth Gotthelf *28.5.1926 in Schöllkrippen; ✡?
Beruf Lehrling; Elektriker
Adressen Schöllkrippen; Frankfurt, Schwanenstraße 6; München, Hohenzollernstraße 4
Heirat 1949 in Stepney mit Rose Yeloff
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Das Lehrlingsheim und die Anlernwerkstatt in München
1.7.1928 Eröffnung des Hauses in der Wagnerstraße 3 mit schulentlassenen Jungen aus dem Kinderheim in der Antonienstraße 7 in Trägerschaft der Israelitischen Jugendhilfe e.V.
1.6.1936 Übergang in die Trägerschaft des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden
1.7.1937 Umzug in das größere Haus in der Hohenzollernstraße 4 mit 45 Wohnheimplätzen
August 1937 Eröffnung der Jüdischen Anlernwerkstatt in der aufgelassenen Hesselberg’schen Lederfabrik am Biederstein 7 für Schlosser, Elektriker und Schreiner; Leiter war der Diplom-Ingenieur Fritz Sänger
Novemberpogrom
10.11.1938 Verhaftung des Vaters in Frankfurt
10.11.1938 Verhaftung von mindestens dreizehn erwachsenen männlichen Bewohnern des Lehrlingsheim
10.11.1938 Einweisung als „Aktionsjuden“ in das KL Dachau; Häftlingsnummer 19939;
14.11.1938 Einweisung des Vaters in das KL Dachau; Häftlingsnummer 25715

3.2.1939 Entlassung von Lothar Gotthelf aus dem KL Dachau

26.4.1939 Entlassung des Vaters aus dem KL Dachau
17.5.1939 beide Eltern und Schwester Ruth in Frankfurt, Schwanenstraße 6
Verlegung der Anlernwerkstatt
1939 Beschlagnahme der Fabrikgebäude Biederstein 7
Verlegung der Anlernwerkstatt in die ehemalige Synagoge der osteuropäischen Juden in der Reichenbachstraße 27
1941 Schließung der Anlernwerkstatt und des Lehrlingsheimes; die verbliebenen Jugendlichen werden im Kinderheim Antonienstraße untergebracht. Das Haus Hohenzollernstraße wird zum bis Ende 1942 als Altenheim genutzt.
Flucht nach England
29.9.1939 Lothar Gotthelf im Kitchener Camp beim britischen Census
1940 Ausbürgerung durch die Gestapo München
9.9.1947 Annahme der britischen Staatsbürgerschaft
1949 Heirat mit Rose Yeloff in Stepney
Shanghai
9.4.1940 Flucht von Onkel Salli Gotthelf nach Shanghai
T4-Euthanasie
Mutter Rosa stationär in der Landesheil und Pflegeanstalt Weilmünster
7.2.1941 Deportation der Mutter in den „Grauen Bussen“ in die Tötungsanstalt Hadamar
Gedenken
–
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de877735
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de877746
http://gedenkbuch.muenchen.de/index.php?id=lehrlingsheim
http://gedenkbuch.muenchen.de/index.php?id=anlernwerkstatt
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316