Leo Michael Teicher
*19.9.1920 in Stuttgart; ✡ ?
Staatsangehörigkeit polnisch; staatenlos
Religion jüdisch
Vater Pinkas Teicher 3..7.1885 in Kolomea; ✡ 7.3.1943 in Auschwitz
Mischehe
Mutter Karla Clarer *20.6.1890 in Mannheim; ✡ Überlebende
Geschwister
Mathilde Teicher *20.12.1914 in Stuttgart; ✡?
Regine Teicher *21.4.1919 in Stuttgart; ✡ ?; oo Weinstein
Adolf Teicher *5.6.1923 in Karlsruhe; ✡ ?
Sonja Teicher *14.10.1926 in Karlsruhe; ✡ 19.6.1928 in Karlsruhe
Erich Teicher *9.7.1929 in Karlsruhe; ✡ 19.4.1937
Beruf Vulkaniseur; Fahrer; Automechaniker
Adressen Stuttgart; Karlsruhe, Hirschstraße 45; München, Hohenzollernstraße 4; Paris, Marseille
Heirat Rosa Teicher *10.6.1927 in Radom
Kinder
Pinkas Teicher *16.1.1948 in Paris
Weiterer Lebensweg
April bis November 1932 Leo Teicher auf dem Humboldt-Realgymnasium (Kl. 6) in Karlsruhe
25.2.1938 Zuzug in das Lehrlingsheim Hohenzollernstraße 4
Das Lehrlingsheim und die Anlernwerkstatt in München
1.7.1928 Eröffnung des Hauses in der Wagnerstraße 3 mit schulentlassenen Jungen aus dem Kinderheim in der Antonienstraße 7 in Trägerschaft der Israelitischen Jugendhilfe e.V.
1.6.1936 Übergang in die Trägerschaft des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden
1.7.1937 Umzug in das größere Haus in der Hohenzollernstraße 4 mit 45 Wohnheimplätzen
August 1937 Eröffnung der Jüdischen Anlernwerkstatt in der aufgelassenen Hesselberg’schen Lederfabrik am Biederstein 7 für Schlosser, Elektriker und Schreiner; Leiter war der Diplom-Ingenieur Fritz Sänger
Novemberpogrom
10.11.1938 Verhaftung von mindestens dreizehn erwachsenen männlichen Bewohnern des Lehrlingsheim
10.11.1938 Einweisung als „Aktionsjuden“ in das KL Dachau, Häftlingsnummer 19929

14.1.1939 überstellt nach ? (Polizeihaft?)
17.5.1939 Leo Teicher sowohl in München, Hohenzollernstraße 4 bei den Eltern in Karlsruhe, Markgrafenstraße 34 gemeldet
8.6.1939 Ummeldung nach Karlsruhe
Flucht nach Frankreich, Anstellung als Gärtner
1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen
3.9.1939 Eintritt Frankreichs in den 2. WK; Großbritannien und Frankreich erklären Deutschland den Krieg. Teicher tritt als Kriegsfreiwilliger in die französische Armee ein.
10. 5.1940 Einmarsch der Wehrmacht in Frankreich
22.6.1940 Waffenstillstand von Compiegne;
14.10.1941 Demobilisierung;
1942 Verhaftung in Marseille; Einweisung in das Internierungslager Gurs
2.3.1943 Verlegung in das Durchgangslager Drancy
6.3.1943 ins KL Lublin/Majdanek (8.2.1943?)
15.5.1943 Auflösung Majadanek, Deportation nach Auschwitz; er bekommt die Auschwitz-Häftlingsnummer 129645 in den linken Unterarm tätowiert; die Nummern 127157-132252 wurden aber erst im Juli 1943 vergeben
18.1.1945 Evakuierung der der Auschwitzlager und deren Außenlager; Todesmarsch nach Gleiwitz.
21.1.1945 Bahntransport von Gleiwitz in das KL Mauthausen
25.1.1945 Aufnahme in Mauthausen,
29.1. 1945 als Hilfsarbeiter im Mauthausen-Außenlager Ebensee, Tarnname „Solvay“; Stollenvortrieb und Ausbau zur unterirdischen Produktion für Raketenentwicklung, Kugellagerproduktion, Treibstofferzeugung;
6.5. 1945 Befreiung von KL Ebensee durch die US Army
Nach der Befreiung
Diverse Camps für Displaced Persons
1.1.1947 in DP Camp Schweinfurt
9/1947-8/1948 in Paris

30.8.1948 ID-Card des DP-Camps Nellingen

22.3.1950 Alija vom DP-Camp Stuttgart nach Israel
Gedenken
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Quellen
https://gedenkbuch.muenchen.de/index.php?id=gedenkbuch_link&gid=5300
http://gedenkbuch.muenchen.de/index.php?id=lehrlingsheim
http://gedenkbuch.muenchen.de/index.php?id=anlernwerkstatt
https://www.mappingthelives.org
tps://collections.arolsen-archives.org/de/document/69437568
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316