Karl Lindenberg
*15.11.1919 in Berlin; ✡1.10.2000 in New York
Staatsangehörigkeit staatenlos
Religion jüdisch
Vater Hermann Lindenberg 24.12.1888 in Nieszawa; ✡25.11.1941 in Kauen
Mutter Johanna Kaplan *8.3.1884 in Berlin; ✡ 25.11.1941 in Kauen
Geschwister
Heinz Lindenberg *7.8.1914 in Berlin; ✡ vor 1945 in Auschwitz
Kurt Lindenberg *1.7.1923 in Berlin; ✡ Überlebender
Beruf Landarbeiter
Adressen Berlin, Winterfeldstraße 14; Hof Jägerslust bei Flensburg; Havelberg
Heirat Sophie Halle *21.4.1920 in Berlin
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Bruder Kurt zur Hachschara auf den Hof Wecker in Rüdnitz/Bernau


7.2.1939 Bruder Kurt auf dem 4. Kindertransport nach England
Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg
Karl Lindenberg zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg
Der Hof gehörte der Familie von Käthe und ihrem Sohn Alexander Wolff (1891-1984); er war mit 77 Hektar der zweitgrößte in der Region Flensburg
Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.
1935 kommt Jitzchak Skedi (1912-1982) als Sjalach des Kibbutz Givat Hashlosha auf den Hof, um Hachschara und Alija-Aktivitäten zu unterstützen.
1936 Bau eines Wohnhaus für die männlichen Arbeiter, womit die Kapazität auf 25 erhöht wird
Novemberpogrom
10.11.1938 brutaler Überfall und Verwüstung des Gut Jägerhof, angeführt vom Flensburger Polizeipräsidenten SS Standartenführer Hinrich Möller. Alle Bewohner werden verhaftet, die Männer zusammen mit 58 Juden zwischen 17 bis 72 Jahren eingesperrt im Gestapohauptquartier Düppelstraße 23 in Kiel; die „polnischen“ Juden wurden später freigelassen.
Aus Kiel werden sie später ins KL Sachsenhausen deportiert. Hofbesitzer Alexander Wolff kann im letzten Moment über die nahe gelegenen dänische Grenze flüchten. Seine Mutter Käthe Wolff kommt mit den Frauen ins Polizeigefängnis nach Flensburg; sie werden nach einem Tag entlassen.
28.12.1938 Entlassung von 14 jüdischen Gefangenen aus Kiel aus der „Schutzhaft“ im KL Sachsenhausen, davon zehn aus dem Gut Jägerslust.

8.1.1939 Entlassung weiterer 9 Gefangener aus Kiel, davon drei Chaluzim aus dem Hof Jägerslust
Karl Lindenberg zur Hachschara ins Landwerk Halbe
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 beide Eltern und Bruder Heinz Lindenberg in Berlin, Winterfeldtstraße 14
29.9.1939 Karl Lindenberg bei britischem Census in Bungalow Park Farm, Aldingbourne, Chichester, Sussex
Berlin – Auschwitz
9.12.1942 Heinz Lindenberg *1.7.1923 in Berlin; ✡ vor 1945 in Auschwitz
Massenerschießung im Fort IX in Kauen
17.11.1941 Deportation der Eltern von Berlin nach Kauen; Einsperrung im Fort IX
25.11.1941 Massenerschießung der 999 Juden aus München zusammen mit den zuvor Eingetroffenen aus Berlin und Frankfurt, insgesamt 2934 Menschen, vom Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD im Fort IX außerhalb der Stadt erschossen.
Nachkriegszeit

8.-16.6.1947 Karl und Sophie Lindenberg auf der SS BATORY von Southampton nach New York
Gedenken
–
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092137
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092136
Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7388); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85.
http://danielabraham.net/tree/related/hachshara/
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411027-Wuppertal2.jpg
https://collections.yadvashem.org/de/names/9320650
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316