Rudberg Rudolf

Rudolf Rudi Rudberg

*4.8.1910 Tilsit; ✡23.9.1956in Ramat Rachel Jerusalem

Staatsangehörigkeit

Religion jüdisch

Vater Hermann Rudberg *1883 in Königsberg; ✡ 1947

Mutter Gertrud Hurwitz *1886; ✡ 1956

Bruder Alfred Shaul Rudberg; oo Mina

Beruf Zahnarzt

Adressen Tilsit; Breslau; Gut Winkel; Schniebinchen, Sorau; Berlin

Heirat Hilde David*21.5.1909 in Breslau; ✡ 2004 Israel

Schwager Manfred David *29.9.1907 in Hohensalza; ✡August 1979; oo Rosa Loewkowitz (1904-2001

Kinder

Ronit Rudberg/Zur

Weiterer Lebensweg

Gut Winkel

Hilde David zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.

Hachschara Lehrgut Schniebinchen

Schwager Manfred und Paula David zur Hachschara auf Schniebinchen, Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz

Juli 1938 Rudolf Rudberg ebenfalls in Schniebinchen, Sorau

Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.

10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.

Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:

„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura. … Papagei Laura rief im Vorübergehen jedem zu: „Heil Hitler Schalom“.

März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1

Minderheitenzählung

17.5.1939 Manfred und Rosa David registriert mit 122 Personen, 109 Chaluzim und Angestellten, registriert in Schniebinchen

26.12.1938 Einreise von Hilde und Mann Rudi Rudberg in Haifa mit Kapitalistenzertifikat der Kategorie A(1)

26.2.1939 Heirat von Hilde mit Rudolf Rudberg in Jerusalem

Sommer 1939 Emigration von Bruder Manfred mit Ehefrau Rosa nach England

29.9.1939 Manfred und Rosa David in 234, Abingdon Road, Oxford, Oxfordshire bei britischem Census

2.7.1941 Einbürgerung von Hilde und Rudolf Rudberg in Palästina

Breslau – Theresienstadt – Treblinka

Ab 1939 wurden die Breslauer Juden in eines der drei Sammellager Tormersdorf bei Görlitz, Grüssau bei Landeshut und Riebnig bei Brieg verbracht;

Im Lager Grüssau, einem beschlagnahmten, ehemaligen Zisterzienserkloster, wurden ab dem 5. Oktober 1941 schlesische Juden interniert; Einweisung der Schwiegereltern in das Lager Kloster Grüssau

27.7.1942 Schwiegereltern auf dem Transport IX/1 von Breslau nach Theresienstadt

23.9.1942 Schwiegereltern auf dem Transport B q von Theresienstadt nach Treblinka

Tod der Schwiegereltern nach 23.9.1942 in Treblinka

Gedenken

6.7.2003 Pages of Testimony für die Schwiegereltern von Ehefrau Hilde

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1023853

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de850930

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de850987

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4968080

https://www.statistik-des-holocaust.de/IX1-2.jpg

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Genealogie Website My Heritage

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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