Reinhardt Josua

Josua Reinhardt

*8.4.1919 in Köln;

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Abraham Reinhardt *1.9.1881 in Wachenbuchen; ✡3.5.1937 Köln

Mutter Sara Loeb *1884

Großvater Joseph Reinhardt *27.2.1862 (?); 2.2.1918 Wachenbuchen

Großmutter Hannchen Reinhardt geb. Montag *1852 Crumstadt; ✡19.11.1910 in Wachenbuchen

Tante Sara Selma Reinhardt * 5.3.1883 , ✡ 20.8.1937 in Palästina

Tante Margarethe Reinhard geb.Heimann *23.4.1878 in Trier; ✡18.5.1944 in Auschwitz

Tante Eva Emma Loeb *17.11.1877 Köln; ✡Mai 1942 in Chelmno/Kulmhof

Geschwister

Deborah Reinhardt *18.6.1911 in Köln

Gideon Reinhardt *29.7.1912 in Köln

Ephraim Reinhardt *4.1.1916 in Köln; ✡ 10.2.1976; oo Margaret

Beruf

Adressen Köln Ehrenfeld; Gut Winkel, Spreenhagen; Hamburg Blankenese, Rissen

Heirat

Kinder

Weiterer Lebnsweg

Vater Abraham Lehrer an der jüdische Volkschule in der Lützowstraße, auch Vorbeter in der Synagoge in der Ottostraße in Köln-Ehrenfeld

21.1.1935 Ankunft von Bruder Ephraim in Haifa auf der SS JERUSALEM mit Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS

11.2.1935 Ankunft von Bruder Gideon auf der SS JERUSALEM

3.5.1937 Tod des Vaters im Israelitischen Asyl in Köln Ehrenfeld

14.8.1939 Ankunft von Mutter Sara Reinhard auf der SS PALESTINE in Haifa

Hachschara in Rissen

Josua Reinhardt nach Altona zur „Älteren-Hachschara“ in Rissen/Blankenese, Heim Wilheminenhöhe, Rissener Landstraße 127, hier existierten drei Zentren für die Älteren/Erwachsenen: Ejn Chajim (seit August 1933), Schachal und Cherut-Charut (beide seit Dezember 1933)

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Josua Reinhardt in Hamburg Blankenese/Rissen registriert

Gut Winkel

Josua Reinhardt zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

September 1939 Josua Reinhardt auf der Bewohnerliste von Gut Winkel

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

12.10.1939 Josua Reinhardt mit der Bahn von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

Er gibt als Zieladressen Sara Reinhard in Haifa und Lotte Heimann an

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

Sonderhachschara VII – Paraguay-Transport

August 1940 Alija Beth von Schwester Deborah auf der Donauroute

1.11.1940 Ankunft von Deborah Reinhardt auf der SS PACIFIC in Haifa.

Die Patria Katastrophe

25.11.1940 Sprengstoff-Anschlag der Haganah im Maschinenraum der SS PATRIA, zu diesem Zeitpunkt waren bereits 1771 Ma’apilim (illegale Immigranten) auf das Schiff gebracht.

Walter Steinitz, aus dem Umschulungslager Paderborn kommend, berichtet:

“ Am 25.November morgens um neun Uhr mussten alle auf die Reling, denn der Colonel hatte die Instruktion gegeben, aber um 9.12 Uhr hatte ein Kommando von 60-80 jungen Leuten ins Wasser zu springen, um die Engländer abzulenken, die mit kleinen Booten die Menschen auffischten. Zeitentsprechend zündete einer von uns eine Bombe, keine Zeitbombe, und ist mitgetötet worden. Es war der zweite Transportleiter – Hans Wendel. Niemand hatte von dieser Aktion gewußt – außer acht Leuten. Innerhalb von ein paar Minuten neigte sich das Schiff zur Seite. … Von den 4000 auf der SS PATRIA zusammengedrängten Menschen verloren etwa 260 ihr Leben.“ (ca 200 von 1771)

Die ins Wasser gesprungenen und die an Bord Überlebenden werden als Schiffbrüchige der SS Patria von den Briten an Land gebracht.

25.11.1940 Internierung in einer Lagerhalle im Hafen von Haifa; die von Bord gesprungenen werden in die Arrestzellen der Polizeiwache von Haifa; Serie von Verhören, insbesondere wenn sie von den Briten der Zugehörigkeit zur Haganah verdächtigt wurden.

September -Dezember 1941 Entlassung der meisten Internierten aus dem Camp Atlith

Köln – Theresienstadt – Auschwitz

27.7.1942 Tante Margarete Reinhardt auf dem Transport Köln – Theresienstadt – Auschwitz

Gedenken

1937 Beisetzung von Vater Abraham Reinhardt auf dem jüdischen Friedhof Köln-Bocklemünd, Flur 20A Nr. 161

Die auf der Sterbeurkunde angegebene Wohnadresse von Abraham Reinhardt, Körnerstr. 93, ist die Adresse der Synagoge Köln-Ehrenfeld, welche heute nicht mehr existiert.

Quellen

http://www.brüder-schönfeld-forum.de/Juden_W.htm

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/71076341

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

https://nsdok.de/Details-Gedenkbuch?sfrom=958&id=35734&buchstabe=R

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Genealogie Webseite My Heritage

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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