
Dora Debora Fajnczak
*6.6.1922 in Hannover; ✡ ?.
Staatsangehörigkeit staatenlos
Religion jüdisch
Vater Meir Fajnczak *1876
Mutter Tova Mlynarczewicz *24.9.1883 in Wyszkow; ✡ 25.11.1941
Geschwister
Israel Fajnczak *15.10.1909 in Wyszkow; ✡ ?
Rachel Fajnczak *15.3.1912 in Wyszkow; ✡ ?
Isaak Fajnczak *1924 in Hannover; ✡ Region Lublin
Beruf –
Adressen Hannover, Escherstraße 16; Berlin, Grenadierstraße 17; Urfeld;
Heirat Dublin
Kinder ?
Weiterer Lebensweg

1.10.1932 abgemeldet aus Hannover, Escherstraße 16 nach Berlin, Grenadierstraße 17
17.6.1937 Ausstellung eines Fremdenpasses für Dora Fajnczak in Berlin
Hachschara in Urfeld
23.5.1938 Dora Fajnczak aus Berlin zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 150 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
24.1.1939 Dora Fajnczak abgemeldet aus Urfeld nach Berlin
Alija
6.2.1939 Einreise von Dora Fajnczak in Tel Aviv mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija
Massenerschießung im Fort IX in Kauen
15.11.1941 Liste der Staatspolizeileitstelle München über die Deportation von 1000 Jüdinnen und Juden aus dem Stapobereich München nach Riga

17.11.1941 Mutter Tova Fajnczak auf dem VI. Osttransport von Berlin nach Kauen
25.11.1941 Massenerschießung von insgesamt 2934 Menschen aus München zusammen mit den zuvor Eingetroffenen aus Berlin und Frankfurt, vom Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD im Fort IX außerhalb der Stadt erschossen.

28.3.1942 Isaak Fajnczak auf dem XI. Osttransport von Berlin nach Trawniki, weitergeleitet nach Piaski
Nachkriegszeit
–
Gedenken
29.12.1956 Pages of Testimony für Bruder Isaak von Dora Dublin
Quellen
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://collections.arolsen-archives.org/en/document/11229269
https://collections.arolsen-archives.org/en/document/72183487
https://collections.arolsen-archives.org/en/document/11229270
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1017100
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History