Bergenstein Ilse

Ilse Bergenstein

*4.8.1917 in Marburg;✡ ?

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Josef Julius Bergenstein *13.2.1885 in Roth, Marburg; ✡13.10.1918 in Marburg

Mutter Selma Goldwein *7.3.1889 in Kassel; ✡2.6.1985 Belo Horizonte, Brasilien

Geschwister

Käthe Bergenstein *19.5.1913 in Marburg; ✡1985; oo Abraham Weg

Sally Kurt Bergenstein *6.1.1915 in Marburg; ✡23.6.1990 in Belo Horizonte, Brasilien; Cyrla Krawnik

Beruf –

Adressen Marburg; Nürnberg; Urfeld;

Heirat Richard Ferdinand Feibel *27.3.1914 Frankfurt; ✡30.4.1988

Kinder drei

Weiterer Lebensweg

12.11.1914 Tod von Onkel Sally Bergenstein im WK 1

13.10.1918 Tod des Vaters Josef in Marburg

Hachschara in Urfeld

25.3.1937 Ilse Bergenstein aus Nürnberg zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.

Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)

1937 Richard Ferdinand Feibel von Frankfurt zur Hachschara nach Urfeld

29.7.1938 Passausstellung für Reichard Feibel in Bornheim

unabgemeldet aus Urfeld nach Marburg

Heirat vermutlich in Marburg

28.9.1938 Passausstellung für Ilse Bergenstein in Marburg

Minderheitenzählung

17.5.1939 Mutter Selma in Marburg, Barfüsserstraße 9

30.11.1939 Emigration der Mutter nach Brasilien

Alija

27.6.1939 Ankunft von Ilse und Richard in Tel Aviv mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/L/SCH

25.11.1941 Einbürgerung des Ehepaar Feibel in Palästina

Nachkriegszeit

1956 und 1964 Einreise von Ilse Feibel in Rio de Janeiro, um die Mutter und Geschwister zu besuchen

Gedenken

Quellen

StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/josef-wimar-giesen-versteckte-juedische-jugendliche-in-der-pogromnacht/DE-2086/lido/dc00018960

Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2011-Nr-15.pdf

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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