Karl Steilberger
*28.10.1895 in Steele (Essen);✡ 1942 in Riga
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Salomon Steilberger *1.4.1865 in Langenberg; 11.3.1914 in Steele
Heirat der Eltern 11.2.1889
Mutter Regina Mayer *11.9.1864 in Solingen; 14.12.1930 in Steele
Geschwister
Walter, Hermann, Ella, Ernst, Emil, Otto, Fritz, Hildegard Steilberger
Otto Steilberger *29.9.1900 in Steele; 1944 in Stutthof oo Else Mayer (*25.5.1899 in Erkrath)
Beruf Kaufmann
Adressen Steele, Essen, Ruhrstraße 25; Laer, Altenburg 27 a; Herne, v.d. Heydt-Straße 45
Heirat ledig
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Novemberpogrom
10.11.1938 die Brüder Karl und Otto Steilberger werden in Herne verhaftet
Verbringung der Herner Inhaftierten zur Steinwache nach Dortmund
13.11.1938 Bahntransport der Verhafteten aus dem Reg.-Bezirk Arnsberg in das KL Sachsenhausen, sie erhaten die Häftlingsnummern 11703 und 11705

16.12.1938 Entlassung der Brüder aus dem KL Sachsenhausen
Aufbaulager Dumte, Steinfurt Laer und Altenberge
Wegen wiederholter Überflutung landwirtschaftlicher Flächen durch die Aa im Kreis Steinfurt wurden vom „Wasser- und Bodenverband Steinfurter Aa“ Maßnahmen zur Regulierung und Begradigung der Aa im Kreis Steinfurt beschlossen, für die das Landesarbeitsamt Dortmund Arbeitslose aus Westfalen zuteilen sollte.
Das erste Lager wurde 1936 in einer ehemaligen Ziegelei in Dumte bei Borghorst erbaut. Es war durch Drahtzaun, Busch- und Baumbestand vor neugierigen Blicken geschützt. Bewacht wurde es vom zivilen Lagerführer Otto Rautenberg. Die einzige Ausstattung bestand nach einem Bericht eines Überlebenden aus Strohsäcken.
1938 wurden auf der Grundlage des „Geschlossenen Arbeitseinsatzes“ für arbeitslose Juden, die zuvor zumeist als Kaufmann ihrer Existenzgrundlage beraubt worden waren, reichsweit entsprechende Zwangsarbeiterlager möglich.
In der Arbeits-Bestandsliste von 1939 werden 36 Juden genannt.
Minderheitenvolkszählung
17.5.1939 Karl, Bruder Otto und Else Steilberger in Herne, v.d. Heydt-Straße 45
17.5.1939 im Aufbaulager Dumte bei Borghorst wurden 62 Zwangsarbeiter erfasst, überwiegend aus Westfalen, 16 aus Frankfurt
17.5.1939 Karl Steilberger im Aufbaulager Laer Steinfurt wurden 46 Zwangsarbeiter erfasst (18 aus Frankfurt)
15.7.1940 In der erhaltenen Hausstandsliste von Laer, Altenburg 27 a findet sich sein Name nicht mehr unter den 35 jüdischen Zwangsarbeitern.
Am 16.10.1940 erfolgte dann die Weiterverlegung der Gruppe in das Lager Altenberge, Kümper 35 auf den Hof Geuker.
Herne – Dortmund – Riga
24.1.1942 Verbringung von Karl, Bruder Otto und Else Steilberger aus Herne nach Dortmund in die Gaststätte Zur Börse bei Hauptbahnhof.

27.1.1942 Karl, Bruder Otto und Else Steilberger auf dem Transport Dortmund nach Riga-Skirotawa
1.2.1942 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga
13.2.1942 eine große Gruppe Männer aus dem Ghetto abgestellt zum Aufbau des KL Salaspils; die meisten von ihnen kommen wegen der mörderischen Bedingungen um.
Bruder Karl wird im Sommer 1944 von Riga in das KL Stutthof transport und kommt dort um
Gedenken
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de973935
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de973936
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de973931
Kartei
Kartei der im Aufbaulager Laer gemeldeten Zwangsarbeiter,Hausstandsliste Altenburg 27 a; Gemeindearchiv Laer C 471
Sabine Jarnot, Vorübergehend gemeldet, Jüdische Zwangsarbeiter in Laer und Altenberge 1940/1941; Laer, 2021
https://www.statistik-des-holocaust.de
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume