Schwalbe Leo

Leo Schwalbe

*5.2.1899 in Schwetzkau, Lissa; ✡ in Riga

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater unbekannt

Mutter unbekannt

Unklarer Bezug

Erna Schwalbe *2.11.1905 in Dortmund; ✡ in Riga

Beruf 

Adressen Dortmund, Papengarten 14; Laer, Altenburg 27 a;

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

Aufbaulager Dumte, Steinfurt Laer und Altenberge

Wegen wiederholter Überflutung landwirtschaftlicher Flächen durch die Aa im Kreis Steinfurt wurden vom „Wasser- und Bodenverband Steinfurter Aa“ Maßnahmen zur Regulierung und Begradigung der Aa im Kreis Steinfurt beschlossen, für die das Landesarbeitsamt Dortmund Arbeitslose aus Westfalen zuteilen sollte.

Das erste Lager wurde 1936 in einer ehemaligen Ziegelei in Dumte bei Borghorst erbaut. Es war durch Drahtzaun, Busch- und Baumbestand vor neugierigen Blicken geschützt. Bewacht wurde es vom zivilen Lagerführer Otto Rautenberg. Die einzige Ausstattung bestand nach einem Bericht eines Überlebenden aus Strohsäcken.

1938 wurden auf der Grundlage des „Geschlossenen Arbeitseinsatzes“ für arbeitslose Juden, die zuvor zumeist als Kaufmann ihrer Existenzgrundlage beraubt worden waren, reichsweit entsprechende Zwangsarbeiterlager möglich.

In der Arbeits-Bestandsliste von 1939 werden 36 Juden genannt.

Minderheitenvolkszählung

17.5.1939 Leo Schwalbe im Aufbaulager Laer Steinfurt mit 46 Zwangsarbeiter erfasst (18 aus Frankfurt)

17.5.1939 im Aufbaulager Dumte bei Borghorst wurden 62 Zwangsarbeiter erfasst, überwiegend aus Westfalen, 16 aus Frankfurt

15.7.1940 In der erhaltenen Hausstandsliste von Laer, Altenburg 27 a findet sich sein Name nicht mehr unter den 35 jüdischen Zwangsarbeitern.

Am 16.10.1940 erfolgte dann die Weiterverlegung der Gruppe in das Lager Altenberge, Kümper 35 auf den Hof Geuker.

Dortmund -Riga

Leo Schwalbe wohnt bei Familie Schnog , Papengarten 14

Erna Schwalbe wohnt Scheffelstraße 23, wo zuvor auch ihre Brüder Arnold und Alfred wohnten

November 1941 Liste der Gestapo Dortmund für die ursprünglich kurz vor Weihnachten 1941 geplante Deportation

Mitte Jan. 1942 Deportationsbefehl der Gestapo, sich am 23.1.1942 in der Gaststätte Zur Börse am HBF Dortmund einzufinden

27.1.1942 Leo Schwalbe und Erna Schwalbe auf dem Transport Dortmund nach Riga-Skirotawa

1.2.1942 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga

13.2.1942 eine große Gruppe Männer aus dem Ghetto abgestellt zum Aufbau des KL Salaspils; die meisten von ihnen kommen wegen der mörderischen Bedingungen um.

27.1.1942 von Dortmund nach Riga deportierte Zwangsarbeiter waren

Aus Bochum Kurt Karl Broch, Karl Hirschberger, Karl Meyer, Wilhelm Naphtali, Fritz Nussbaum

Aus Dorsten die Brüder Max und Ernst Metzger,

Aus Dortmund Arthur Jägers

Aus Gelsenkirchen Hermann Goldenberg, Arnold Heymann, Hans Isaacson, Werner Isaacson, Karl Posner, Jonas Reiner und sein Sohn Moritz Reiner, Leo Schwalbe,

Aus Gladbeck Chaim Endel

Aus Herne Karl Steilberger

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de969967

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de969961

Kartei der im Aufbaulager Laer gemeldeten Zwangsarbeiter,Hausstandsliste Altenburg 27 a; Gemeindearchiv Laer C 471

Sabine Jarnot, Vorübergehend gemeldet, Jüdische Zwangsarbeiter in Laer und Altenberge 1940/1941; Laer, 2021

https://www.statistik-des-holocaust.de

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420127_Dortmund19.jpg

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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