Endel Chaim

Chaim Hermann Endel

25.10.1893 in Lodz;✡ ?

Staatsangehörigkeit staatenlos

Religion jüdisch

Vater unbekannt

Mutter unbekannt

Geschwister  

Meier Endel *1897 ; Bergmann

Pessa Endel *25.3.1907 ; oo Elias Kladowski

Beruf

Adressen Gladbeck, Herbststraße 32, Herbertstraße 14, Buersche Straße; Laer, Altenburg 27 a;

Heirat Ester Jerosalimski *22.7.1897 in Lodz; ✡  in Riga

Kinder

Regina Endel *28.4.1921 in Gladbeck

Sophie Endel *3.7.1922 in Gladbeck; ✡30.9.1942 in Auschwitz

Max Endel *23.11.1923 in Gladbeck; ✡15.5.1996 in Salon-de -Bouches

Weiterer Lebensweg

1931 in Gladbeck registriert

2.2.1939 Tochter Sophie flieht in die Niederlande nach Amsterdam

Aufbaulager Dumte, Steinfurt Laer und Altenberge

Wegen wiederholter Überflutung landwirtschaftlicher Flächen durch die Aa im Kreis Steinfurt wurden vom „Wasser- und Bodenverband Steinfurter Aa“ Maßnahmen zur Regulierung und Begradigung der Aa im Kreis Steinfurt beschlossen, für die das Landesarbeitsamt Dortmund Arbeitslose aus Westfalen zuteilen sollte.

Das erste Lager wurde 1936 in einer ehemaligen Ziegelei in Dumte bei Borghorst erbaut. Es war durch Drahtzaun, Busch- und Baumbestand vor neugierigen Blicken geschützt. Bewacht wurde es vom zivilen Lagerführer Otto Rautenberg. Die einzige Ausstattung bestand nach einem Bericht eines Überlebenden aus Strohsäcken.

1938 wurden auf der Grundlage des „Geschlossenen Arbeitseinsatzes“ für arbeitslose Juden, die zuvor zumeist als Kaufmann ihrer Existenzgrundlage beraubt worden waren, reichsweit entsprechende Zwangsarbeiterlager möglich.

In der Arbeits-Bestandsliste von 1939 werden 36 Juden genannt.

Minderheitenvolkszählung

17.5.1939 Chaim mit Ehefrau Ester in Gladbeck, Herbertstraße 32

17.5.1939 Chaim Hermann Endel im Aufbaulager Dumte bei Borghorst mit 62 Zwangsarbeitern erfasst, überwiegend aus Westfalen, 16 aus Frankfurt

17.5.1939 im Aufbaulager Laer Steinfurt wurden 46 Zwangsarbeiter erfasst (18 aus Frankfurt)

15.7.1940 In der erhaltenen Hausstandsliste von Laer, Altenburg 27 a findet sich aber sein Name nicht mehr.

Gladbeck Riga

Jan. 1942 Deportationsbefehl der Gestapo,

24-26.1.1942 Verbringung der Juden aus dem Präsidialbezirk Recklinghausen in das Sammellager Ausstellungshallen am Wildenbruchplatz
27.1.1942 Chronik der Stadt Gelsenkirchen:

„In den städtischen Ausstellungshallen ist ein Judensammeltransport zusammengestellt worden. Es handelt sich um 506 Juden aus dem Präsidialbezirk Recklinghausen, die heute nach den Ostgebieten evakuiert werden. Unter ihnen befinden sich 350 Personen aus Gelsenkirchen. Vorerst verbleiben in unserer Stadt noch 132 meist alte und kränkliche Juden“.

27.1.1942 Transport von Gelsenkrichen über Dortmund nach Riga-Skirotawa

1.2.1942 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga

16.7.1943 Esther Endel auf der Frauenappell-Liste zum Antreten auf dem Blechplatz nach Auflösung der bisherigen Arbeitskommandos

Amsterdam – Westerbork – Auschwitz

2.2.1939 Tochter Sophie flieht in die Niederlande nach Amsterdam

15.7.1942 Tochter Sophie verhaftet und zur Registrierung nach Westerbork, dort jedoch nur registriert und nicht eingewiesen, sondern mit dem ersten Transport aus den Niederlanden von Westerbork nach Auschwitz

30.9.1942 Tod der Tochter in Auschwitz

Quellen

www.dokin.nl/deceased_children/sophie-endel-born-3-jul-1922/

Heinz Reuter, Die Juden im Vest Recklinghausen, Vestische Zeitschrift Bd. 77/78, 1978/1979

Werner Schneider, Jüdische Heimat im Vest Gedenkbuch 1983

Kartei der im Aufbaulager Laer gemeldeten Zwangsarbeiter,Hausstandsliste Altenburg 27 a; Gemeindearchiv Laer C 471

Sabine Jarnot, Vorübergehend gemeldet, Jüdische Zwangsarbeiter in Laer und Altenberge 1940/1941; Laer, 2021

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Endel%22%7D

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de858907

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de858903

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de858908

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130283643

https://objekte.jmberlin.de/object/jmb-obj-116602/Namenliste+von+Frauen+im+Rigaer+Ghetto?se=Suche&qps=q%3DGhetto%2BRiga

Wolfgang Scheffler, Diana Schulle, Buch der Erinnerung, Die ins Baltikum deportierten Juden 2011

https://www.statistik-des-holocaust.de

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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