Karl Posner
*14.4.1879 in Gelsenkirchen; ✡ in Riga
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Levi Posner *1850 in Norden; 11.8.1920 in Gelsenkirchen; ✡
Mutter Bertha Neuwahl *28.4.1854 in Liebenau in Kassel
Geschwister
Else Rahel Posner *9.7.1877 in Gelsenkirchen; ✡ 26.3.1942 in Riga; oo Joseph Wolff
Eduard Posner *28.1.1881 in Gelsenkirchen; ✡
Adele Rahel Posner *11.9.1884 in Gelsenkirchen
Neffe/Nichte
Karl Posner *27.6.1890;
Gertrud Jenny Wolff *10.7.1907 in Recklinghausen; 24.9.1943 in Auschwitz
Beruf Kaufmann
Adressen Gelsenkirchen, Von-Scheubner-Richter-Str. 67, Johannesstraße 16; Essen Bismarckstraße 33; Laer, Altenburg 27 a;
Heirat geschieden
Kinder
Weiterer Lebensweg
1922 wohnt Karl Posner in Essen, Bismarckstraße 33

18.4.1922 zeigt Karl Posner den Tod seines Schwagers Joseph Wolff an.
Aufbaulager Dumte, Steinfurt Laer und Altenberge
Wegen wiederholter Überflutung landwirtschaftlicher Flächen durch die Aa im Kreis Steinfurt wurden vom „Wasser- und Bodenverband Steinfurter Aa“ Maßnahmen zur Regulierung und Begradigung der Aa im Kreis Steinfurt beschlossen, für die das Landesarbeitsamt Dortmund Arbeitslose aus Westfalen zuteilen sollte.
Das erste Lager wurde 1936 in einer ehemaligen Ziegelei in Dumte bei Borghorst erbaut. Es war durch Drahtzaun, Busch- und Baumbestand vor neugierigen Blicken geschützt. Bewacht wurde es vom zivilen Lagerführer Otto Rautenberg. Die einzige Ausstattung bestand nach einem Bericht eines Überlebenden aus Strohsäcken.
1938 wurden auf der Grundlage des „Geschlossenen Arbeitseinsatzes“ für arbeitslose Juden, die zuvor zumeist als Kaufmann ihrer Existenzgrundlage beraubt worden waren, reichsweit entsprechende Zwangsarbeiterlager möglich.
In der Arbeits-Bestandsliste von 1939 werden 36 Juden genannt.
Minderheitenvolkszählung
17.5.1939 im Aufbaulager Laer Steinfurt Karl Posner mit 46 Zwangsarbeiter erfasst (18 aus Frankfurt)
17.5.1939 die Geschwister Else Wolff, Adele und Eduard Posner in Gelsenkirchen, Johannesstraße 16; hier wohnt später auch Karl Posner
17.5.1939 im Aufbaulager Dumte bei Borghorst wurden 62 Zwangsarbeiter erfasst, überwiegend aus Westfalen, 16 aus Frankfurt
15.7.1940 In der erhaltenen Hausstandsliste von Laer, Altenburg 27 a findet sich sein Name bei 35 jüdischen Zwangsarbeitern.
Am 16.10.1940 erfolgte dann die Weiterverlegung der Gruppe in das Lager Altenberge, Kümper 35 auf den Hof Geuker.
Gelsenkirchen – Riga
Dezember 1941 Ankündigung der „Umsiedlung in den Osten“


24.-27.1.1942 Karl Posner mit Schwester Else Wolf ins Sammellager Wildenbruchhalle in Gelsenkirchen
27.1.1942 Transport ab Gelsenkirchen über Dortmund nach Skirotawa; Riga, Ghetto
1.2.1942 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto

26.3.1942 Tod der Schwester Else Wolff im Ghetto Riga bei Dünamünde-Aktion

Sommer 1942 Karl Posner gemäß Bericht von Gelsenkirchener Riga-Über-lebenden bei einem Arbeitskommando durch einen Unfall umgekommen.

27. 7.1942 Bruder Eduard aus dem israelitischen Asyl, Krankenhaus in Köln ins Sammellager Fort V, Köln-Müngersdorf, Transport ins Ghetto Theresienstadt
Gedenken

Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de945660
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de945639
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de945626
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de993677
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de945657
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de927988
Kartei der im Aufbaulager Laer gemeldeten Zwangsarbeiter, Hausstandsliste Altenburg 27 a; Gemeindearchiv Laer C 471
Sabine Jarnot, Vorübergehend gemeldet, Jüdische Zwangsarbeiter in Laer und Altenberge 1940/1941; Laer, 2021
https://www.statistik-des-holocaust.de
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420127-Gelsenkirchen12.jpg
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420127_Muenster15.jpg
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume