Erna Ernestine Weinert
*3.9.1917 in Breslau; ✡26.10.2008 in Monroe
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Max Karl Weinert *11.1.1882 in Kempen; ✡24.10.1944 in Breslau
Heirat der Eltern 25.4.1907 in Breslau
Mutter Bianka Thiel *12.2.1882 in Breslau ✡ 5.11.1953 in Berlin
Geschwister
Sophie Selma Thiel *1.10.1902 in Breslau; ✡2.2.1905 in Breslau
Max Weinert *29.5.1904 in Breslau; ✡1978
Helene Weinert *21.8.1906 in Breslau; ✡27.10.1971 Alameda; oo Nadersohn; oo Morgan
Elisabeth Weinert *16.6.1908 in Breslau; ✡1.2.946; oo Scholz
Berta Weinert *23.1.1912 in Breslau; ✡2001 Schermbeck, Dorsten; oo Kammer
Gerhard Weinert *29.10.1919 in Breslau; ✡28.2.1945 als Soldat der Wehrmacht
Rudolf Weinert *31.12.1921 in Breslau; ✡9.12.1988 in Weselk
Hedwig Hella Weinert *14.2.1925 in Breslau; ✡23.3.2010 Dorsten; oo Westerhoff
Beruf –
Adressen Breslau, Karuthstraße 11; Hof Jägerslust bei Flensburg;

Heirat 8.4.1941 in Kopenhagen mit Richard Hausmann *12.8.1914 in Düren; ✡ 25.11.2007 USA
Kinder
Hermann Hausmann *1941 in Kopenhagen
Ruth Hausmann 26.5.1945 in Öja, Schweden; ✡24.2.2000 in Hartford USA; oo Labb
Stephen David *18.10.1950 in Springfield, USA; ✡6.8.1976 in Great Falls, Montana
1941 Wechsel nach Haslev
1942 auf Haralds Petersens Farm in Ostbakkegaard
Weiterer Lebensweg
Ein Elternteil der Mutter war jüdisch
Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg
19.3.1936 Erna Weinert zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg
10.10.1936 Richard Hausmann zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg

Der Hof gehörte der Familie von Käthe und ihrem Sohn Alexander Wolff (1891-1984); er war mit 77 Hektar der zweitgrößte in der Region Flensburg
Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.
1935 kommt Jitzchak Skedi (1912-1982) als Sjalach des Kibbutz Givat Hashlosha auf den Hof, um Hachschara und Alija-Aktivitäten zu unterstützen.
1936 Bau eines Wohnhaus für die männlichen Arbeiter, womit die Kapazität auf 25 erhöht wird.

Juni 1937 Erna Weinert und Richard Hausmann zur Einzelhachschara bei Bauern in Rohr, Thüringen
Juni-November 1937 in Rohr
Februar 1936 nach Schweden
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 beide Eltern und Bruder Gerhard in Bresau, Karuthstraße 11
Dänemark
September 1939 nach Auslaufen des 18-monatigen Visums für Schweden nach Südseeland, Dänemark
1939 Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen
9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943
Ausnahmezustand in Dänemark 1943
29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen
17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung für die Juden in Dänemark
September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark
„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.
28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.
Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den
Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.
4./5.10.1943 Familie Hausmann auf einem Fischerboot von Dänemark nach Barsebäck, Schweden
Nachkriegszeit
28.3.1948 Ankunft von Schwester Helene und Evelyn Nadersohn auf der USS GENERAL W.H.GORDON von Shanghai nach San Francisco, Ziel New York

12.-23.8.1950 Richard und Erna Hausmann mit ihren Kindern Hermann und Ruth auf der MS GRIPSHOLM von Göteborg nach New York
Wohnort Longmeadow, Massachusetts
Gedenken
Quellen
http://danielabraham.net/tree/related/hachshara/
Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7876); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85
Philipsen, Bernd (2008): Jägerslust. Gutshof, Kibbuz, Flüchtlingslager, Militär-Areal. Schriftenreihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (69). Flensburg.
Philipsen, Bernd (2016):„Dat Judennest hebbt wi utrökert.“ Vom gewaltsamen Ende des Auswanderer-Lehrguts Jägerslust bei Flensburg. In: Hering, Rainer (Hg.) (2016): Die „Reichskristallnacht“ in Schleswig-Holstein. Der Novemberpogrom im historischen Kontext. Hamburg, S. 231-25
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092136