Kurt Joshua Laser

*26.6.1912; ✡ 12.6.1948 im Unabhängigkeitskrieg, Israel
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Alfred Gerson Laser *26.1.1877 in Berlin; ✡ Magdiel Hod Hasharon
Mutter Lisbeth Simon *10.5.1888 in Stolp, Pommern; ✡ Magdiel Hod Hasharon
Geschwister

Gideon Gerhard Laser *21.11.1915 in Berlin; ✡ 30.9.2003 Ganei Am; oo 1939 Hanna Gerson; oo 6.7.1943 Rita Schmuel

Werner Wilhelm Laser *30.5.1921 in Berlin; ✡ 15.9.1941 in Mauthausen
Beruf –
Adressen Berlin Tiergarten, Holsteiner Ufer 13;; Augsburg Armenhausgasse
Heirat ledig
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Hachschara im Beth Chaluz Augsburg
Kurt Laser zur Hachschara als Gärtnerpraktikant nach Augsburg, Beth Chaluz in der Armenhausgasse B 121 a (21), Träger war der Hechaluz; das Beth Chaluz befand sich bis 1937 in der Bernheimer-Villa in der Friedberger Straße 9; von Augsburg gingen viele Jugendliche auf das Hachschara Gut Bannacker in Augsburg-Bergheim, der Hechaluz betrieb dort in Haus drei eine landwirtschaftliche Ausbildung
Novemberpogrom
10.11.1938 33 Chaluzim verhaftet in Augsburg im Novemberpogrom, Kurt Joshua Laser mit insgesamt 28 über 18- Jährigen Chaluzim aus dem Wohnheim für jüdische Auszubildende in der Armenhausgasse, „Schutzhaft“ in Dachau; Häftlingsnummer 21214
8.12.1938 Entlassung aus dem KL Dachau mit der Auflage, Deutschland zu verlassen
Palästina – Staatsgründung – Unabhängigkeitskrieg
1939 Alija von Kurt Joshua Laser nach Palästina; vermutlich Alija Beth auf der SS HILDA
14.5.1948 Staatsgründung durch Ben Gurion; Unabhängigkeitskrieg
12.6.1948 Tod von Kurt Laser im Unabhängigkeitskrieg, Israel
Minderheitenzählung
17.5.1939 Alfred Laser mit Ehefrau und den Söhnen Gerhard und Werner in Berlin Tiergarten Holsteiner Ufer 13 bei der Minderheitenzählung
29.8.1939 Werner Wilhelm Laser zur Hachschara ins Joodse Werkdorp Wieringermeer
Werkdorp Nieuwe Sluis
Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
Werner Wilhelm Laser macht hier eine Ausbildung als Schmied
Auflösung des Werkdorp
20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:
„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.
Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam
Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“
Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“
27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten;
Werner Laser abgemeldet nach Amsterdam, Deurloostraat 124-I, Fam. Löwenherz
11.6.1941 Offizielle Abmeldung der 210 Werkdorper aus der Gemeinde Wieringermeer
1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes
Zweite große Razzia in Amsterdam
14.5.1941 Bombenexplosion im Marine-Offiziersclub Amsterdam auf der Bernard-Zweerskade ist Anlass für Verhaftungswelle
Juni 1941 Zweite große Razzia in Amsterdam; der SD geht bei dieser Razzia anders vor als bei der ersten Razzia im Februar 1941, bei der Juden wahllos auf der Straße aufgegriffen und festgenommen wurden; bei der zweiten Razzia nutzen die Deutschen Adresslisten und gehen gezielt zu den Häusern von dem sie wissen, dass dort Juden leben.
11.6.1941 SS-Obersturmführer Klaus Barbie von der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam“ erschleicht sich durch Täuschung die Adresslisten der „Werkdorper“
11.6.1941 „Vergeltungsmaßnahme“ 300 vorwiegend Jugendliche, davon 61 „Werkdorper“ im Durchgangslager Schoorl inhaftiert; von ihnen werden vier, die keine vier jüdischen Großeltern haben, freigelassen.
22.6.1941 Deportation der 296 in Schoorl Inhaftierten in das KL Mauthausen; dort werden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch und oftmals tödliche medizinische Experimente ermordet; keiner überlebt das Jahr 1941

15.9.1941 Tod von Werner Laser in Mauthausen
Sonderhachschara VII – Die Patria Katastrophe
16.8.1940 beide Eltern mit dem Zug aus Berlin, Bahnhof Friedrichstraße fahren 350 Jugendliche und 150 Eltern, deren Kinder bereits Palästina-Pioniere in Palästina waren, nach Wien mit dem Ziel über die Schwarzmeerroute nach Haifa zu kommen.
1.11.1940Ankunft der Eltern auf der SS PACIFIC
6.11.1940 Registrierung der Eltern im Camp Atlith; beide geben als Referenz an den Sohn Kurt Joshua Laser, Rachov Zephania 32, Jerusalem
25.11.1940 Sprengstoff-Anschlag der Haganah im Maschinenraum der SS PATRIA, zu diesem Zeitpunkt waren bereits 1771 Ma’apilim (illegale Immigranten) auf das Schiff gebracht. Die Schiffsbrüchigen kommen in das britische Internierungscamp Atlith
Gedenken
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/en/document/96338208
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130327634
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
www.werkdorpwieringermeer.nl/en/werner-wilhelm-laser-2/
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Laser%20Werner%22%7D
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer