Baruch Siegfried

Siegfried Baruch

6.11.1924 in Friedeberg; ✡ 3.4.1987 in Nakskov

Staatsangehörigkeit staatenlos

Religion jüdisch

Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

Vater Leo Baruch *25.9.1890 in Pinne; ✡ 1954 in St. Kilda, Australien

Mutter Bianca Piski *3.2.1895 in Zerkow, Jarocin; ✡ 1985 in Malvern

Geschwister

Sabine Baruch *15.7.1922 in Pinne; ✡ 2018

Kate Baruch *7.1.1931 in Friedeberg; ✡ 2018

Beruf Landarbeiter

Adressen Friedeberg; Berlin; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat Sonja Eskesen *6.6.1926 in Emil Bojsensgade 78, Horsens; ✡12.10.1989 in Nakskov

Kinder eins

Weiterer Lebensweg

Ostern 1931 Einschulung Volksschule in Friedeberg

31.1.1939 Schulwechsel nach Berlin

31.3.1939 Schulentlassung nach 8 Jahren Volksschule

Gut Winkel

Siegfried Baruch zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Siegfried Baruch in Gut Winkel, Spreenhagen

17.5.1939 Mutter Bianca in Berlin, Prenzlauer Straße 20

September 1939 Siegfried Baruch auf den Namenlisten verschiedener Gemeinden im Landkreis Beeskow-Storkow

Dänemark

1939 Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

20.11.1939 Siegfried Baruch nach Dänemark

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

5.11.1940 Siegfried Baruch bei dänischem Census in Slagelse Sankt Peders Landsogn, Slagelse, Sorø als Untermieter

Ausnahmezustand in Dänemark 1943

29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen

17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung für die Juden in Dänemark

September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark

„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.

28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.

Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

Drei Transporte

5.10.1943 Siegfried Baruch auf Transport XXV/1 und 20 weiteren Chaluzim der Jugendalija in Dänemark, insgesamt 83 in Dänemark Inhaftierten nach Theresienstadt

Die auf dem dänischen Festland verhafteten Juden werden in das „Polizeigefangenenlager Fröslee“ in Frøslev an der deutschdänischen Grenze verbracht; hier waren ab 13.8.1944 bis Mai 1945 etwa 12.000 Dänen im inhaftiert.

Vom Frøslev-Lager gehen zwei Juden-Transporte mit der Bahn nach Theresienstadt.

6.10.1943 aus dem Lager Frøslev 198 Juden auf Transport XXV/2 nach Theresienstadt

9.10.1943 Ankunft des zweiten Transportes XXV/2 in Theresienstadt

2.-5.10.1943 Transport XXV/1 von Siegfried Baruch  mit 21 Chaluzim der Jugendalija in Dänemark, insgesamt 83 in Dänemark Inhaftierten nach Theresienstadt

Inhaftierung der auf Seeland Verhafteten in Horserødlejren, einem Internierungscamp bei Helsingør

13.-14.10.1943 die dritte dänische Gruppe mit 175 Gefangenen auf dem Transport XXV/3 nach Theresienstadt

Weiße Busse aus Theresienstadt

13.4.45 Vorbereitung auf den Abtransport in einer Kaserne in Theresienstadt

Routen der schwedischen „Weißen Busse“

14.4.1945 Irrfahrt durch das zerbombte Berlin

Über Flensburg nach Odense auf Fünen

Weiße Busse aus Theresienstadt bei Ankunft in Haderslev, Dänemark

15.4.1945 von Odense nach Kopenhagen

5.5.1945 Kapitulation der Deutschen Wehrmacht in Dänemark

5.5.1945 SS verlässt Theresienstadt
8.5.1945 die Rote Armee erreicht Theresienstadt

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5013990

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12648221

https://victims.auschwitz.org/victims

Danuta Czech, Auschwitz Chronicle 1949-1945, Henry Holt and Company, Inc., New York 1990

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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