Cohn Elli

Elli Cohn geb. Stern

*31.7.1919 in Hoppstädten, Weiersbach; ✡  22.4.1943 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit polnisch;staatenlos

Religion jüdisch

Vater Siegmund Stern *27.8.1883 in Hoppstädten; ✡ Krasniczyn vor 1944

Mutter Sophie Weil *21.4.1886 in Hoppstädten; ✡ Krasniczyn vor 1944

Geschwister

Julius Stern *17.4.1912 in Köln Lindenthal; 20.12.1968 in Wiesbadeb

Lieselotte Stern *13.6.1923 in Hoppstädten; ✡

Margrit Stern *16.9.1924 in St Wendel

Elli Stern rechts mit Bruder Julius und Schwägerin Rifka Rozanski

Beruf Landarbeiter

Adressen Hoppstädten; Idar-Oberstein; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat Heinz Cohn *14.4.1914 in Hombruch, Dortmund; ✡ 22.4.1943 in Auschwitz

Kinder

Mathel Sara Cohn *6.12.1942 in Berlin; ✡ 22.4.1943 in Auschwitz

Weiterer Lebensweg

Ca 1935 Elli Stern nach Idar-Oberstein

18.5.1936 abgemeldet aus Idar-Oberstein nach Hoppstädten

28.9.1939 Schwester Lieselotte abgemeldet aus Idar-Oberstein nach Hoppstädten

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939

Gut Winkel

12.5.1939 Heinz Cohn abgemeldet aus Dortmund nach Spreenhagen

zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

September 1939 in den Namenlisten verschiedener Gemeinden im Landkreis Beeskow-Storkow

Elli Stern zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

19.6.1941 Nach der von den Nazibehörden erzwungenen Aufgabe von Gut Winkel zog Leiter Gerson mit Familie und einer Gruppe von Chaluzim in das Landwerk Neuendorf

5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der letzten Hachschara-Lager; Umbenennung der noch bestehenden in „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“

Heinz und Elli Cohn nach Auflösung von Gut Winkel nach Hasenfelde

2.4.1942 Verhaftung von gut 60, besonders älteren, staatenlosen oder zuvor bei der Gestapo auffällig gewordenen Bewohner des Landwerks Neuendorf; Deportation auf Lastwagen in eine große Turnhalle nach Frankfurt/Oder, wo noch 100 Juden aus den Forst- und Ernteeinsatzlagern in Beerfelde, Hangelsberg, Hasenfelde, Jakobsdorf, Kaisermühl, Kersdorf, Pillgram, Schönfelde und Treplin hinzustoßen.

3.4.1942 Deportation von ca. 160 Chaluzim auf dem XII. Transport von Berlin ins Ghetto Warschau

1942 Zwangsarbeit auf dem Rittergut Garzau und Einsatzlager Seelow/Mark

Forsteinsatzlager Hasenfelde

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“

März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert.

37. Osttransport

Bei der Fabrikaktion im März 1943 waren die Arbeitseinsatzlager in Brandenburg zunächst von den Deportationen ausgespart geblieben: In einer Dienstanweisung der Gestapo Frankfurt/Oder vom 24.2.1943 heißt es dazu:

„Die in Betrieben beschäftigten Juden dürfen, sofern sie in geschlossenen Lagern – wie Neuendorf i. S., in Waldlagern usw. – untergebracht sind, bei dieser Aktion nicht erfasst werden.“

Mit dem 37. Osttransport am 19. April wurden 346 Männer und Frauen aus Neuendorf sowie aus den Waldlagern Hangelsberg, Hasenfelde (15), Kersdorf (bei Briesen), Kaisermühl, Jakobsdorf (9), Schönfelde, Behlenfelde und Booßen deportiert.

10. 4.1943 mit 15 Chawerim aus Hasenfelde mit LKW nach Fürstenwalde, von dort mit der Bahn nach Berlin; zu Fuß ins Sammellager Große Hamburger Straße

19.4.1943 auf dem 37. Osttransport als Teil der Fabrikaktion, allein 153 Personen aus dem Landwerk Neuendorf bei Fürstenwalde.

Esther Bejarano erinnert sich:

„Wohin der Zug fuhr, wussten wir nicht. Die Waggons waren überfüllt und wir konnten uns kaum bewegen. Wenn wir mal austreten wollten, mussten wir über die Menschen steigen, um an die Kübel in der Ecke zu gelangen. Die Luft in den Waggons war miserabel und wurde immer schlechter.“

Esther berichtet auch, dass viele alte und schwache Menschen diesen mehrere Tage dauernden Horrortrip in den Viehwaggons nicht überlebten. Ihre Leichen blieben die ganze Zeit in den Waggons.

20. 4. 1943 Ankunft in Auschwitz; Notiz im Lagerbuch von Auschwitz:

„Mit einem Transport der RSHA […] sind etwa 1 000 jüdische Männer, Frauen und Kinder eingetroffen. Nach der Selektion werden 299 Männer, die die Nummern 116754 bis 117502 erhalten sowie 158 Frauen, die die Nummern 41870 bis 42027 erhalten, als Häftlinge in das Lager eingewiesen.
Die übrigen 543 Deportierten werden in den Gaskammern getötet.“

Elli Cohn vermutlich und Tochter Mathel kurz nach der Ankunft in den Gaskammern ermordet

Gedenken

Quellen

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html#B

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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