
Dora Gerson
*24.9.1884 in Aschersleben; ✡ 24.9.1941 Suizid in Ahlem
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Paul Gerson; ✡?

Heirat der Eltern 1881 in Hannover
Mutter Ida Steinwehr; ✡ ?
Geschwister
Rudolf Gerson *8.10.1890 in Aschersleben; ✡19.11.1938 in Buchenwald;
Luise Gerson *26.6.1886 in Aschersleben; 1975 in Nürnberg; oo Fritz Hagedorn
Beruf Ärztin, Urologin, Dermatologin
Adressen Aschersleben; Dresden; Hannover
Heirat ledig
Kinder
Weiterer Lebensweg
Höhere Mädchenschule in Aschersleben
2 Jahre Privatinstitut in Kassel,
5 Jahre Mädchengymnasium in Karlsruhe
Abitur 1906
1906 Chemiestudium 1 Semester in München,
1906-1908 Medizinstudium in München (
1908 ärztliche Vorprüfung in München
1908-1911 Leipzig
Juni 1911 Staatsexamen in Leipzig
1911 bis April 1913 Medizinalassistentin am städtischen Krankenhaus Brandenburg (Havel)
Konvertiert zum evang. Glauben
1912 Approbation und Promotion zur Dr. med.
15.4.1913-1914 Assistenzärztin an der Tuberkuloseklinik des Augusta-Hospitals in Köln
Einsatz als Ärztin im Ersten Weltkrieg
1.5.1916 – 1917 Hilfsärztin am städt. Säuglingsheim in Dresden
1917-1919 Hilfsärztin am Stadtkrankenhaus Dresden-Friedrichstadt, hier auf der dermatologisch-urologischen Abteilung
1919-20 Oberärztin am Stadtkrankenhaus Dresden-Friedrichstadt
1916-1935 Niedergelassene Dermatologin und Urologin in Dresden
1.4.1934 Entzug der Zulassung von der Rechnungserstattung, (Krankenversicherungsverein „Deutscher Ring“)
Oktober 1934 Entzug der Zulassung zur Kassenpraxis.
Schließung der Arztpraxis
1938 Approbationsentzug
Die israelitische Gartenbauschule Ahlem
1936 Dora Gerson als Hauswirtschafterin im Internat der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem
27.5.1937 Dr. Dora Gerson als Hauswirtschaftsleiterin genannt im Bericht des Direktors Leo Rosenblatt über die Gartenbauschule
Novemberpogrom
10.11.1938 Bruder Rudolf Gerson in Salzwedel verhaftet
10.11.1939 Einweisung in das KL Buchenwald

19.11.1938 Tod des Bruders Rudolf Gerson im KL Buchenwald
Minderheitenzählung
17.5.1939 Dora Gerson in Ahlem, Harenberger Landstr. 46
1940 bekommt sie eine beschränkte Zulassung, die Kinder und Jugendlichen in Ahlem als „Krankenbehandlerin“ behandeln zu dürfen

24.9.1941 Dora Gerson begeht Suizid, noch vor dem Einsetzen der Massendeportationen aus Hannover; Dora Gerson erhängte sich an ihrem 57. Geburtstag
Die Gartenbauschule Ahlem wurde am 30. Juli 1942 geschlossen. Sie diente bis Januar 1944 als Sammelstelle für die Deportationszüge jüdischer Bürger aus den Regierungsbezirken Hannover und Hildesheim.
Zu den Deportierten gehörten auch die jüdischen Schüler und Lehrlinge, die zur Zeit der Schließung noch in Ahlem waren
Schwester Luise überlebt in „Privilegierter Mischehe“ mit Fritz Hagedorn, die letzten Monate bis zur Befreiung im Versteck
Gedenken
Grabstein für Dora Gerson auf dem jüdischen Friedhof

Foto Von Bernd Schwabe in Hannover – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=150196562
Dora-Gerson-Straße
Am 1. Juni 2017 beschloss der Bezirksrat für den Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld einstimmig, der von der Pasteurallee abzweigenden westlichen Erschließungsstraße über das ehemalige Krankenhausgelände den Namen Dora-Gerson-Straße zu geben
Quellen
Friedel Homeyer; Hrsg. Landkreis Hannover, Gartenbauschule Ahlem 1893-1979; 1980
https://de.wikipedia.org/wiki/Dora_Gerson_(Medizinerin)
https://geschichte.charite.de/aeik/biografie.php?ID=AEIK00380
https://www.mappingthelives.org
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5942923
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939