Josef Oswald „Ossi“ Wernik
*17.4.1920 in Gera; ✡ 4.10.2004 in Netanja
Staatsangehörigkeit polnisch
Religion jüdisch
Vater Jakob Wernik *27.3.1884 in Grajewo; ✡ ?
Mutter Sonja Rubinson *14.8.1890 in Grajewo ; ✡ ? vor 1944 Ghetto Warschau

Großvater Littman Wernick (*22.10.1861-1943);
Großmutter Sara Simberg *5.7.1866
Onkel David Wernik *5.6.1892 in Grajewo; ✡ 8.2.1943 Auschwitz; oo Clara
Tanten
Sonya Wernik *14.8.1889 in Grajewo; ✡ ?, USA
Fanny Wernik *10.3.1896 in Grajewo ; ✡ ? nach 1942 Ghetto Belzyce
Geschwister
Max Mattisjahu Wernik *19.8.1913 in Grajewo; ✡ ? Palästina/Israel

Rosa Rachel Wernik *17.4.1920 in Gera; ✡5.11.2018 Jerusalem; oo Heinz Chaim Brotzen

Adelheid Ethel Wernik *7.3.1923 in Gera; ✡24.8.1979 Cleveland; oo Jakob
Schwägerin Käte Brotzen *12.6.1916 in Schlawe; oo Herbert Zatzkis *9.9.1917 in Wiesbaden
Cousins

Max Wernik *21.3.1923 in Gera

Lotte Wernik *1.6.1929 in Gera
Beruf Landarbeiter
Adressen Gera; Gut Winkel, Spreenhagen;
Heirat Stella Meirovich *24.4.1924 in London; ✡20.10.2012
Kinder ?
Weiterer Lebensweg
Erster Weltkrieg
Die strategisch wichtige Kleinstadt Grajewo ist heftig umkämpft, auch noch nach 1918 zwischen Russen und Polen, sie wird zu 90 Prozent zerstört.
Großvater Littmann mit Frau und fünf Kinder von Grajewo nach Gera.
Vater Jacob Wernik betreibt in Gera eine Großhandlung „Siepp & Wernik“ für technische Öle, Fette und Schmierstoffe.
Polenaktion
28.10.1938 Ausweisung von Onkel Dawid Wernik mit Ehefrau Clara, Sohn Max und Tochter Lotte aus Gera nach Zbaszyn
Zur Deportation der Eltern liegen keine Angaben vor, vermutlich wurden sie mit 130 weiteren Juden mit polnischem Pass aus Gera nach Zbaszyn abgeschoben.
Gut Winkel

Frühjahr 1937 Josef Wernik auf der Meldeliste Nr. 4 für die Einberufung zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen
15.5.1937 Josef Wernik zur Hachschara als Praktikant in Gut Winkel, Spreenhagen; Mitglied im Makkabi Hazair
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben

30.6.1938 Josef Wernik auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;
28.10.1938 keine Verhaftungen in der Polenaktion auf Gut Winkel
10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel
Das jüdische Umschulungslager Hof Wecker
Schwester Adelheid Wernik zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Hof Wecker beim Bahnhof in der Bahnhofstraße in Rüdnitz bei Bernau. Der Hof Wecker in Rüdnitz, gelegen an der Bahnlinie Berlin Eberswalde in Rüdnitz war im Besitz der Familie Schocken. Leiter war Erich Marx. Die Eheleute Chane und Robert Emmerich sind als Köchin und Hausmeister angestellt.
Es bestand von 1933 bis 1941 und war somit eines der ersten zionistischen Hachscharalager der Jüdischen Jugendhilfe in Brandenburg.
Alija
Josef Wernik vermutlich erst nach 1945 aus England mit Arbeiterzertifikaten des Hechaluz der Kategorie C/LS nach Palästina

2.4.1936 Rosa Wernik auf der SS TEL AVIV mit Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III) nach Haifa
4.7.1938 Adelheid Wernik mit Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III) nach Haifa
Nachkriegszeit
Sommer 1945 Cousin Max als Soldat der Roten Armee in Gera
Gedenken
22.6.1956 Sieben Pages of Testimony bei Yad Vashem von Ethel Wernik für die Eltern und weitere Verwandte
27.11.2019 vier Stolpersteine für die Familie von Dawid Wernik in Gera, Bauvereinstraße 4
Quellen
Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en1003196
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en1558561
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en1003173
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en1003194
https://victims.auschwitz.org/victims
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316