Wernik Adelheid

Adelheid Ethel Wernik

*7.3.1923 in Gera; ✡24.8.1979 Cleveland; oo Jakob

Staatsangehörigkeit polnisch

Religion jüdisch

Vater Jakob Wernik *27.3.1884 in Grajewo; ✡ ?

Mutter Sonja Rubinson *14.8.1890 in Grajewo ; ✡ ? vor 1944 Ghetto Warschau

Großvater Littman Wernick (*22.10.1861-1943);

Großmutter Sara Simberg *5.7.1866

Onkel David Wernik *5.6.1892 in Grajewo; ✡ 8.2.1943 Auschwitz; oo Clara

Tanten

Sonya Wernik *14.8.1889 in Grajewo; ✡ ?, USA

Fanny Wernik *10.3.1896 in Grajewo ; ✡ ? nach 1942 Ghetto Belzyce

Geschwister

Max Mattisjahu Wernik *19.8.1913 in Grajewo; ✡ ?

Rosa Rachel Wernik *17.4.1920 in Gera; ✡5.11.2018 Jerusalem; oo Heinz Chaim Brotzen

Josef Oswald „Ossi“ Wernik *17.4.1920 in Gera; ✡ 4.10.2004 in Netanja

Schwägerin Käte Brotzen *12.6.1916 in Schlawe; oo Herbert Zatzkis *9.9.1917 in Wiesbaden

Cousins

Max Wernik *21.3.1923 in Gera

Lotte Wernik *1.6.1929 in Gera

Beruf Praktikantin; Kinderpflegerin; Ärztin

Adressen Gera; Rüdnitz Bernau;

Heirat Stella Meirovich *24.4.1924 in London; ✡20.10.2012

Kinder ?

Weiterer Lebensweg

Erster Weltkrieg

Die strategisch wichtige Kleinstadt Grajewo ist heftig umkämpft, auch noch nach 1918 zwischen Russen und Polen, sie wird zu 90 Prozent zerstört.

Großvater Littmann mit Frau und fünf Kinder von Grajewo nach Gera.

Vater Jacob Wernik betreibt in Gera eine Großhandlung „Siepp & Wernik“ für technische Öle, Fette und Schmierstoffe.

Das jüdische Umschulungslager Hof Wecker

Adelheid Wernik zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Hof Wecker beim Bahnhof in der Bahnhofstraße in Rüdnitz bei Bernau. Der Hof Wecker in Rüdnitz, gelegen an der Bahnlinie Berlin Eberswalde in Rüdnitz war im Besitz der Familie Schocken. Leiter war Erich Marx. Die Eheleute Chane und Robert Emmerich sind als Köchin und Hausmeister angestellt.

Es bestand von 1933 bis 1941 und war somit eines der ersten zionistischen Hachscharalager der Jüdischen Jugendhilfe in Brandenburg.

Polenaktion

28.10.1938 Ausweisung von Onkel Dawid Wernik mit Ehefrau Clara, Sohn Max und Tochter Lotte aus Gera nach Zbaszyn

Zur Deportation der Eltern liegen keine Angaben vor, vermutlich wurden sie mit 130 weiteren Juden mit polnischem Pass aus Gera nach Zbaszyn abgeschoben.

Gut Winkel

Frühjahr 1937 Bruder Josef Wernik auf der Meldeliste Nr. 4 für die Einberufung zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

15.5.1937 Josef Wernik zur Hachschara als Praktikant in Gut Winkel, Spreenhagen; Mitglied im Makkabi Hazair

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941

30.6.1938 Josef Wernik auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;

28.10.1938 keine Verhaftungen in der Polenaktion auf Gut Winkel

10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel

Alija

2.4.1936 Rosa Wernik auf der SS TEL AVIV mit Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III) nach Haifa

4.7.1938 Adelheid Wernik mit Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III) nach Haifa

Josef Wernik vermutlich mit Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS nach 1945 aus England nach Palästina

Einbürgerung

Es gibt zwei Einbürgerungsakten für Adelheit Wernik, eine vom 31.7.1941 und eine weitere vom 20.7.1947

Nachkriegszeit

Sommer 1945 Cousin Max als Soldat der Roten Armee in Gera

15.6.1960 Ethel Wernik auf der SS JERUSALEM nach New York

Gedenken

22.6.1956 Sieben Pages of Testimony bei Yad Vashem von Ethel Wernik für die Eltern und weitere Verwandte

27.11.2019 vier Stolpersteine für die Familie von Dawid Wernik in Gera, Bauvereinstraße 4

Quellen

Ilana

Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en1003196

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en1558561

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en1003173

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en1003194

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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