Harf Gustav

Gustav Harf

*19.2.1891 Wickrath

Staatsangehörigkeit deutsch staatenlos

Vater Hermann Harf *8.7.1855 Hochneukirch

Mutter Sophia Blech *10.7.1883 in Wickrath

Beruf Kaufman

Adressen Wickrath

Heirat Meta Harf geb. Seligmann* 18.4.1903 in Kettwig; +13.1.1997 in Essen – Kettwig Deutschland

Gustav, Meta und Hans Harf im IRO-Antrag 1951

Sohn

Hans Hermann Harf *24.3.1931 in Wickrath

Weiterer Lebensweg

April 1897 -1905 Volksschule in Wickrathberg

1905-1906 Handelsschule in Rheydt

1910-1913 Lehrling in einer Schuhfabrik in Rheydt

Kontorist in Schuhfabrik in Köln

1914-1918 Teilnahme am 1. WK, Gefreiter

Preußische Verlustlisten vom 6.10.1915, 21.2.1917, 19.6.1918, Seiten 9202, 17633, 24400

3-mal leicht verwundet; anderer Unteroffizier Gustav Harf aus Wickrath 1917 kriegsgefallen (7.9.1917, S. 20467)

Angestellter im Ledergeschäft seines Vaters

bis Ende 1938 20 Jahre eigenes Lederwarengeschäft in Wickrathberg

Bis 1941 Kurator für Jüdische Gemeinde in Wickrathberg.

9./10.11.1938 Gustav Harf in „Schutzhaft“, bis Dezember im KL Dachau

Zwangsauflösung des Lederwarengeschäftes

1/1939- 12/1941 arbeitslos

11.12.1941 Transport  Da 38 Düsseldorf nach Skirotawa, Riga

13.12.1941 kurz vor Mitternacht Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa, Laderampe vereist

14.12.1941 morgens Fußmarsch ins Ghetto Riga

Mitte 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung

November 1943 im Armeebekleidungsamt ABA 701 in Mühlgraben, Kasernierung

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

30.9.1944 Zwangsarbeiter des ABA 701 mit dem Frachtschiff „Sanga“ nach Liebau, Lettland

1.10.1944 Ankunft Liebau, SS-Sonderlager in Lettland, Arbeit im Hafen

22.12. 1944 schwerer russischer Bombenangriff auf die besetzte Stadt, 14 Lagerinhaftierte kommen um

19. 2. 1945 200 Häftlinge von Liebau auf einem mit Granaten- und Patronenhülsen beladenen Kohlefrachtschiff über die Ostsee erst Richtung Lübeck, wegen Bombenangriffen umgeleitet nach Hamburg

27.2.1945 Ankunft in Hamburg, von der Gestapo nach Fuhlsbüttel ins Polizeigefängnis gebracht

27.2.1945 – 11.4.1945 Polizeigefängnis Fuhlsbüttel „Kola-Fu“

März 1945 Gustav und Sohn Hans nach Bergen-Belsen deportiert

15.4.1945 Befreiung Bergen-Belsen durch die 11. Panzer-Division der Royal Army

April-Juni 1945 im Hospital Belsen, nahe des KL Bergen-Belsen

12.-15.4.1945 86 km Fußmarsch von Ehefrau Meta nach Kiel, ins „Arbeitserziehungslager“ (AEL) „Nordmark“ in Hassee, Außenlager des KL Neuengamme in Kiel, dort am 1.5. vom Roten Kreuz gerettet

15.-16-7.1945 auf der „Kronprinssan Ingrid“ von Lübeck nach Helsingborg mit Sohn Hans

6.2.1946 nach Rydsbrunn

6/1946 -4/1950 in Lund

19.7.1946 Küchenhilfe im Industrierestaurant in Lund bei Kellnermeister B. Ström

später im Konviktorium (Mensa) der Universität Lund

April 1950 Rückkehr nach Kettwig

17.5.1951 Antrag auf IRO Unterstützung, wollen in die USA zum Bruder Julius Seligmann ausreisen

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/en/archive/79166212/?p=1&s=Meta%20Harf&doc_id=79166215

http://www.gelsenzentrum.de/vernehmung_heinrich_mueller_aba_701_riga.htm

Aufbau, Nach Schweden gerettet; Ausgabe vom 22.6.1945

Fritz Ostkämper, Carla Pins: „Man darf nicht denken & doch kann ich es nicht vergessen“ 2019

Bernd Philipsen, Fred Zimmak, Hrsg., Wir sollten leben, Novalis 2020

Dietlind Kautzky, Thomas Käpernick (Hrsg.), Mein Schicksal ist nur eins von Abertausenden VSA 2020

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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