Katz Gella

Gella Hella Katz geb. Wolff

*4.9.1893 in Aurich; +März 1974 in New York

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Vater Nathan Levy Wolff *12.6.1849 Schlachter in Aurich; +25.1.1934 in Aurich

Mutter Friederike Weinberg *10.10.1864; +1931

Geschwister

Levy Wolff *1888 in Aurich; +1947

Hanna Wolff *1889 in Aurich; +1942

Julius Wolff *12.8.1891 in Aurich; +1946

Beruf ?

Adressen Kassel, Grüner Weg 15, Kaisergasse 150, zuletzt Wolfhager Straße 9

Heirat 9.6.1920 in Aurich Siegfried Katz 15.4.1894 in Guxhagen; + 3. 7. 1969 in New York

Sohn

Kurt Katz*12.4.1921 in Hoof, Schauenburg, Kassel; +10.4.2001 in Coconut Creek, Florida

Weiterer Lebensweg

April 1900 -1908 Volksschule

2.12.1938-9.12.1941 in Kassel gemeldet

17.5.1939 mit Mann und Sohn in Kassel, Grüner Weg 15 bei Deutsche Minderheiten-Volkszählung

8.12.41 über Nacht im Sammellager Turnhalle Wörthschule, Schillerstraße

9.12.41 Deportation Kassel-Riga mit Mann Siegfried und Sohn Kurt

Fahrtroute über Berlin, Breslau, Posen, Königsberg, Skirotawa

12.12.1941 Ankunft Skirotawa bei 40 Grad minus

12.1945 Ehemann Siegfried abgeordnet nach Salaspils

Juli-November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung

November 1943 im Armeebekleidungsamt ABA 701 in Mühlgraben, Kasernierung

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

29.9.- 3.10.1944 140 Zwangsarbeiter ABA 701 mit dem Frachtschiff „Sanga“ nach Libau, Lettland

13.-14.10. 1944 Die letzten 50 Männer, 10 junge Frauen mit der „Drechtdijk“ auch „Drächtig“ nach Libau

SS-Sonderlager Libau in Lettland, Arbeit im Hafen, Be- und Entladen von Schiffen

22.10.1944 Fliegerangriff auf Libau mit zwei Toten unter den Häftlingen

22.12.1944 schwerer russischer Bombenangriff auf die besetzte Stadt, 14 Lagerinhaftierte kommen um

19. 2. 1945 200 Häftlinge von Libau auf dem mit Granaten- und Patronenhülsen beladenen Kohlefrachter „Balkan“ über die Ostsee erst Richtung Lübeck, wegen Bombenangriffen umgeleitet nach Hamburg

27.2.1945 Ankunft in Hamburg, von der Gestapo in Gefängniswagen vom Hafen nach Fuhlsbüttel

27.2.1945 – 11.4.1945 Polizeigefängnis Fuhlsbüttel „Kola-Fu“, Zuchthaus und Konzentrationslager

Mitte März 1945 54 Männer nach dem Alphabet bis H ausgesucht für Marsch nach Bergen Belsen, unklar warum Kurt dabei ist

12.-15.4.1945 86 km Fußmarsch nach Kiel, ins „Arbeitserziehungslager“ (AEL) „Nordmark“ in Hassee, Außenlager des KL Neuengamme in Kiel. Gella erleidet während des Marsches einen Oberschenkelhalsbruch

15.4.1945 Befreiung Bergen-Belsen durch die 11. Panzer-Division der Royal Army

Rettungsaktion „Graf Bernadotte“ durch das Schwedische Rote Kreuz

Nach Verhandlungen des schwedischen Graf Bernadotte und Norbert Masur vom World Jewish Congress, Stockholm mit Heinrich Himmler nahe Berlin werden 168 jüdische Häftlinge und ihre Kinder nach Schweden freigelassen.

1.5.1945 153 Juden mit weißen Bussen des Roten Kreuz nach Pattburg, Dänemark, Entlausung in der Quarantänestation; weiter mit dem Zug nach Kopenhagen

2.5.1945 mit der Fähre nach Malmö; erste Quarantäne ca. 10 Tage

28.7.-6.8.1945 in Malmö wegen der Oberschenkelfraktur (am ehesten verkeilte Fraktur), nicht in Smalandstenar, Holsbybrunn und Ryds Brunn

4.5.1945 Befreiung des AEL Nordmark Hassee durch britische „Royal Army“

10.9.1945-20.9.1946 Ehemann gemeldet in Kassel mit beiden Eltern, Goethestraße 150

13.5.-23.5.1946 Kurt mit dem Marinetransporter Marine Perch von Bremen nach New York

25.7.1946 im Krankenhaus, Orthopädie, Allmänna Sjukhuset Malmö

19.1.1949 Gella mit Mann noch in Kassel

Stehend Kurt und Rosel Katz; vorn die drei Enkelsöhne
Sitzend Gella und Siegfried Katz; Bertha Rosenbach mit 2. Mann Max Goldschmidt

Auswanderung von Kassel in die USA

März 1974 Tod in New York

Beate Kleinert, Wolfgang Prinz, Namen und Schicksale der Juden Kassels 1933-45; 1986

https://collections.arolsen-archives.org/archive/70442443/?p=1&s=Katz%20Kurt%201921&doc_id=70442443

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939  https://www.mappingthelives.org/

New York City Ehelizenz-Index 1908-1972

U.S. Sterbe-Verzeichnis der Sozialversicherung (SSDI)

https://collections.ushmm.org/search/catalog/vha9615

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411209-9.jpg

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411209-16.jpg

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7108); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

http://www.geschichtsverein-bordesholm.de/Veroeffentlichungen/Jahrbuecher/J06_7_Fentsahm_Evakuierungsmarsch.pdf

Käthe Fries, Schießen Sie mich nieder, Lukas Verlag 2017

Gertrude Schneider, Reise in den Tod, Deutsche Juden in Riga 1941-1944, Laumann-Verlag, 2008

Hilde Sherman: Zwischen Tag und Dunkel. Mädchenjahre im Ghetto, Frankfurt/M.-Berlin-Wien, 1984

Aufbau, Nach Schweden gerettet; Ausgabe vom 22.6.1945

Bernd Philipsen, Fred Zimmak, Hrsg., Wir sollten leben, Novalis 2020

Dietlind Kautzky, Thomas Käpernick (Hrsg.), Mein Schicksal ist nur eins von Abertausenden VSA 2020

Mein besonderer Dank gebührt Fred Zimmak für die großzügige Unterstützung meiner Recherchen.

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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