Dietz Otto

Otto Walter Dietz

*14.5.1890 in Greiz, Thüringen

Buchenwald – Häftlingsnummer 4791

Häftlingsgruppe politisch RD

Religion keine

Partei, Organisation KPD

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater

Mutter

Geschwister

Luise Lisel Dietz; oo Vogel; Greiz, Salzweg 9

Beruf Muster-Zeichner

Adressen Greiz, Heinrichstraße 12

Heirat ledig

Kinder keine

Weiterer Lebensweg

12/1914-11/1918 Infanterist im 236. Infanterieregiment, 11.Kompanie und 71. R.I.R. 6. K

Preußische Verlustlisten vom 30.8.1915, Seite 8448

7-mal vorbestraft wegen Diebstahl mit Begünstigung, Hehlerei, Vorbereitung zum Hochverrat, Beamtenbelästigung

1 ½ Jahre Gefängnis

Bis 1934 KPD-Mitglied „antifaschistische Organisation“

11/1936 verhaftet von Stapo Weimar

Verurteilt zu 7 Jahren Zuchthaus vom 2. Senat des Volksgerichtshofs wegen Hochverrat, Landesverrat

1936- 20.12.1943 Zuchthaus Halle

20.12.1943 in Schutzhaft

11.1.1944 eingewiesen ins KL Buchenwald; Block 42

17.2.-20.8.1944 Kdo. 88, SS-Rüstungsbetrieb Gustloff II in Buchenwald

16.9.1944 mit 250 überwiegend französischen Häftlingen Transport in das Buchenwald – Außenlager Eisen- und Hüttenwerke Bochum, Castroper Straße 228. Die Unterkünfte des KZ Außenlagers der Eisen- und Hüttenwerke AG Bochum lagen innerhalb der Werksmauern zwischen der Castroper Straße, der Karl-Lange-Straße und der in das Werk führenden Bahnlinie. Die genaue Lage dieser Unterkünfte unbekannt.

Lagerkommandant war SS-Oberscharführer Johann Schmidt.

4.11.1944 schwerster Bombenangriff auf Bochum mit Zerstörung der gesamten Innenstadt und drei Lagerbaracken; 37 Häftlinge sofort und weitere 21 später an den Verletzungen verstorben; die E&W-Werke Bochum bleiben verschont.

19. -20.1.1945 Rücktransport von 208 „nicht mehr geeigneten“ Häftlingen, davon 10 aus den EHW nach Buchenwald

18.3.1945 wurden die beiden Bochumer Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald, das AL Bochumer Verein und das AL Eisen- und Hüttenwerke AG geräumt

18.3.1945 Auflösung des Außenlagers Brüllstraße, Rücktransport von 1361 Häftlingen nach Buchenwald; angeschlossen werden 632 Männer aus den E&W-Werken.

21.3.1945 Ankunft von 1942 Häftlingen im KL Buchenwald; Unterbringung Block 51

25.3.1945 Belegungsliste Block 51

5.4.1945 Himmlers Befehl zur Evakuierung von Buchenwald (47500 Häftlinge);

6.-10.4.1945 Die SS beginnt mit der Evakuierung des Konzentrationslagers; etwa 28.000 Häftlinge des Stammlagers und mindestens 10.000 Häftlinge der Außenlager werden auf insgesamt 60 Marschrouten – meist zu Fuß – auf die Todesmärsche getrieben, 12000 (Schätzung) kommen auf diesen Märschen um.

6.4. 1945 von den ca. 6000 Juden im Lager, können etwa 3000 versteckt werden; 3105 Juden werden im Lager zusammengetrieben, in den Werkshallen der DAW (Deutsche Ausrüstungswerke) eingesperrt und Richtung Flossenburg in Marsch gesetzt

7.4.1945 Todeszug nach Dachau verlässt Weimar mit ca. 7000 Häftlingen

10.4.1945 9.280 Insassen haben an diesem Tag Buchenwald in zwei Kolonnen verlassen. Die SS kündigt für den folgenden Tag die vollständige Räumung des Lagers an.

Evakuierung des KL Buchenwald in Güterwaggons nach Theresienstadt, Flossenbürg und Dachau

11.4.1945 Befreiung durch das 37. Panzerbataillon der 4. US-Panzerdivision

8.5.1945 Entlassen aus Buchenwald durch alliierte Kommission

Gedenken –

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/en/search/person/5757073?s=4791&t=222836&p=1

Preußische Verlustlisten vom 30.8.1915, Seite 8448

Gedenkbuch der Opfer der Shoa aus Bochum und Wattenscheid, 2000

Manfred Keller, Spuren im Stein, ein Bochumer Friedhof als Spiegel jüdischer Geschichte, 1997

Ein Bochumer Konzentrationslager – Geschichte des Buchenwald-Außenlagers des Bochumer Vereins. Aufsätze, Fotos, Dokumente, hrsg. v. VVN-BdA (Kreisvereinigung Bochum), Bochum 2019, 112 S., ISBN: 978-3-931999-25-4

Hubert Schneider, Ungarische Juden als Zwangsarbeiter in Bochum, in: Jan Erik Schulte (Hrsg) Konzentrationslager in Rheinland und Westfalen 1933-1945, Paderborn 2004

Rolf Abrahamsohn, Was machen wir, wenn der Krieg zu Ende ist? Klartext, 2010

Kogon, Eugen, Der SS-Staat, 1974, Verlag Kindler

Gedenkstätte Buchenwald (Hrsg.) Buchenwald – Mahnung und Verpflichtung, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften 1983

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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