Goldwein Manfred

Manfred Isaak Goldwein

*19.4.1924 in Bochum; + 7.12.1999 in Levittown, Bristol Township, Bucks, Pennsylvania

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Moritz Goldwein *16.2.1884 in Breuna; Kantor in Bochum; + 12.10.1944 in Auschwitz

Heirat der Eltern 24.4.1914 in Volkmarsen

Mutter Rosalia Schnellenberg *7.7.1883 in Neheim; + 12.10.1944 in Auschwitz

Geschwister –

Totgeburt Goldwein +14.10.1921 in Bochum; Jüdischer Friedhof, Gräberfeld Y B 2

Onkel David Schnellenberg *9.4.1872 in Neheim, Besitzer von „Snellenburg & Co“, + 26.7.1955 in Wilmington

Cousine Norma Greenstein geb Schnellenberg *30.1.1901 in Wilmington, spätere Pflegemutter

Beruf Laborassistent; Arzt, Professor; spezialisiert in Innere Medizin und Hämatologie

Adressen Korbach; Bochum, Bongardstraße 15; Wilmington, Delaware; Gladwyne; Levittown, Pennsylvania

Heirat 1949 Margaret „Peg“ Sluizer *17.11.1924; +31.3.2000

Kinder

Ruth Goldwein *20.4.1952; oo Silverberg

Michael Goldwein *6.6.1955

Joel Goldwein *2.5.1957 in Drexel Hill; oo Marlene Fox

Weiterer Lebensweg

Vater Goldwein wohnt bereits 1914 bei der Heirat in Bochum

Artikel in der Jüdisch-liberalen Zeitung 26.11.1926
Artikel in der „Israelit“ vom 17.12.1926

November 1926 Moritz Goldwein, Kantor in Bochum hielt den Gottesdienst zum 50-jährigen Bestehen der Synagoge in seiner Heimatstadt Breuna  

1.5.1930 Umzug der Familie von Wanne-Eickel nach Korbach

1930 Moritz Goldwein Kantor, Lehrer und Rabbi in Korbach; die Familie lebt in der Klosterstraße 14

1930-1934 Besuch der jüdischen Volksschule

1934-1938 4 Jahre Gymnasium

1.10.1935 Umzug der Familie in die Dienstwohnung der jüdischen Schule in Korbach, Im Tempel 5

5.-9.1.1938 Reise von Korbach nach Stuttgart zum jüdischen Hilfsverein am Postplatz; zum amerikanischen Konsulat wegen des Visums und ärztlicher Untersuchung

7.2.1938 mit den Eltern im Zug nach Hamburg

9.-17.2.1938 Kindertransport der German Jewish Children Aid auf der SS MANHATTAN von Hamburg nach New York, zusammen mit Heinz Grabowski aus Herne und Ernst Alexander aus Gelsenkirchen

Heimatadresse des Vaters

Tante Julia holt ihn am Pier ab, am nächsten Morgen fährt er mit Onkel David Schnellenberg und Cousine Norma Greenstein nach Wilmington, die ihn in ihre Familie aufnimmt

Sommer 1938 Lehrer Goldwein erstellt Gräberverzeichnis des jüdischen Friedhofs von Korbach 1822-1938

9.11.1938 abends, Korbacher Juden werden in ihren Wohnungen überfallen, misshandelt, die Einrichtung verwüstet

10.11.1938 morgens um 4 Uhr dringen SS-Schläger in die Wohnung der Goldweins ein. Polizeihauptwachtmeister Heinrich Wolf berichtete:

„Prager (Polizei-Dienststellenleiter) hatte den einen Hesse überrascht, als er mit einer Weinflasche auf den … Lehrer Goldwein schlagen wollte.“

Die Bewohner werden aus den Häusern vertrieben und an den Zaun gegenüber gestellt, wo sie getreten und angespuckt wurden.

Die Bewohner der jüdischen Schule von den Polizisten Karl Prager und Wolf in Polizeigewahrsam gebracht; anschließend werden Synagoge und jüdische Schule von SS-Männern aus Arolsen in Brand gesteckt.

Die Ruine der Synagoge und der jüdischen Schule am 10.11.1938© Stadtarchiv Korbach

10.11.1938 um 8.30 Verbringung ins Amtsgerichtsgefängnis Korbach

11.11.1938 Deportation des Vaters in die Kasseler Polizeikaserne; Fahrt per Sonderzug nach Weimar

12.11.1938 Ankunft im KL Buchenwald als „Aktionsjude“, Häftlingsnummer 25627

14.12.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Buchenwald

17.5.1939 beide Eltern in Korbach bei Deutsche Minderheiten-Volkszählung

4.1.1940 Vater erneut in Korbach angemeldet; vermutlich zuvor in Wiesbaden

Manfred mit Gastbruder Richard Greenstein

10.4.1940 Manfred bei Familie Dr. Morris und Norma Greenstein in Wilmington bei US-Census

Juli 1942 Eltern von Korbach nach Kassel; Eltern im Altersheim Große Rosenstraße 22, zusammen mit einer entfernten Verwandten Bertha Goldwein geb. Frankenberg
25.8.1942 Ankündigung der Gestapo Kassel an die Landräte und Polizeidienststellen

„am 7.9.1942 … die restlichen Juden aus dem Regierungsbezirk Kassel nach Theresienstadt abgeschoben“ … „Sämtliche Juden werden vor ihrem Abtransport nach Theresienstadt in einem Auffanglager in Kassel konzentriert. Vorgesehen für diesen Zweck sind die Bürgerschulen Schillerstrasse/Ecke Wörthstrasse in Kassel.“

Anfang Sept.1942 den Eltern wird ein „Heimeinkaufvertrag“ für 2405 RM abgenötigt

7.9.1942 Eltern mit Transport XV/1 von Kassel über Bebra, Erfurt,Weimar, Chemnitz nach Theresienstadt
24.9.1942 freiwilliger Eintritt als „Private“ in die US-Army in Camden, New Jersey

Frühjahr 1943 als „Paramedic“ im Sanitätsdienst der US-Army stationiert in Frankreich und Italien

Juli 1943 nach Nordafrika

14.9.1943 Stationiert in Bizerta, Tunisien

9.10.1944 Eltern und Bertha Goldwein mit Transport Ep von Theresienstadt ins KL Auschwitz

8. Mai 1945 bei Kriegsende in Dijon stationiert, Dienstgrad Technician fifth grade

26.11.1945 in Marseille US-Citizenship als Anerkennung seiner Dienste

2.-11.6.1946 auf der zum Truppentransporter umgebauten SS LEWISTON VICTORY von Le Havre nach New York im Rahmen der „Operation Magic Carpet“ zur Repatriierung von 8 Millionen US-Militärs

1946 in Korbach bei Einweihung eines Denkmals

Medizinstudium in Delaware und ein Semester an der UCLA

1950 Bachelor-Abschluß

1954 Universitätsklinik Pennsylvania als „Resident“

1958 Instructor an der Uniklinik

1960 Associate Professor

1962 Assistant Professor

7.12.1999 Tod in Levittown

Gedenken

5.12.1993 Pages of Testimony für seine Eltern von Manfred Goldwein

19.12.1993 Pages of Testimony für seine Großeltern von Enkel Joel Goldwein

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Volkszählung 1940 der Vereinigten Staaten

Manfred Keller/Gisela Wilbertz (Hg.), Spuren im Stein. Ein Bochumer Friedhof als Spiegel jüdischer Geschichte, Essen 1997

http://www.gedenkportal-korbach.de/goldwein.html

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de877299

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de877300

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de877279

HHStAW Best. 365 Nr. 520: Gräberverzeichnis des jüdischen Friedhofs von Korbach, aufgenommen im Sommer 1938 durch Lehrer K. Goldwein, 1822-1938

https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/browse/page/159/sn/syn

https://prabook.com/web/manfred_isaac.goldwein/789258

https://1in1000.goldwein.net/diary.pdf

HStA Marburg, 180 Fritzlar 2738

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_hhn_420907.html

https://www.statistik-des-holocaust.de/TT420907-3.jpg

https://jinh.lima-city.de/gene/fam_meimbressen/Descendants_of_Salomon_Samuel_Goldwein_and_Hendel.htm

Anträge und Ansprüche der US-amerikanischen Sozialversicherung, 1936-2007

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6115); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7120); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/person/5278258?s=Goldwein%20Moritz&t=751042&p=0

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/person/11201500?s=Goldwein%20Moritz&t=229866&p=0

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/person/128463163?s=Goldwein%20Rosa&t=0&p=0

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/person/70475367?s=Goldwein%20Moritz&t=588190&p=0

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=en&s_id=&s_lastName=Goldwein&s_firstName=&s_place=Kassel&s_dateOfBirth=&cluster=true

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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