Coevorden van Sophie

Sophie Adina van Coevorden

*23.5.1917 in Coevorden; ✡ 22.12.2008

Staatsangehörigkeit  staatenlos

Religion jüdisch

Vater Ernst van Coevorden *20.8.1880 in Coevorden; ✡?

Mutter Rachel Vos *20.1.1885 in Coevorden; ✡?

Geschwister

Jetta van Coevorden *3.12.1912; ✡9.12.1950 Amsterdam; oo Benedictus Koppel

Fritz van Coevorden *28.4.1916; ✡ 25.4.1945; oo Martha van Kleef (1918-1945)

Louis Jehuda van Coevorden/Shimoni *3.4.1919; ✡8.3.2001 in Israel

Beruf Verwalterin der KJleiderkammer des JR

Adressen Coevorden; Amsterdam;  

Erste Ehe

5.8.1942 in Amsterdam Joachim Schuschu Simon *12.11.1919 in Berlin; ✡27.1.1943 Breda Suizid im Gefängnis

Zweite Ehe

31.3.1946 in Rechovot mit Walter Koch/ Uri Kochba *1910

Uri Koch war als Sjalach aus dem Kibbuz Na’an mit britischem Pass nach Amsterdam gekommen, Leiter in Mijnheerensland; bleibt trotz Einmarsch der Wehrmacht und wird später als britischer Zivilgefangener in einem Kriegsgefangenlager interniert.

Kinder

Weiterer Lebensweg

1942 als Betreuerin der Chaluzim in Assen

Aktivistin der Deventer Vereeniging tot Vakopleiding

10.5.1940 Überfall der Wehrmacht auf die Niederlande.

Flucht bzw. Verhaftung der in der Niederlanden verblieben Sjallach mit britischem Pass aus den Kibbuz in Palästina

Sophie Coevorden wird gewählt in das Centraalcomite des Hechaloets in den Niederlanden, zusammen mit Horst Hauptmann, Kurt Hannemann, Joachim Simon, die auch ihre persönlichen Freunde werden.

Auch wenn sie nicht in Loosdrecht sondern in Amsterdam wohnt, ist sie häufig dort engagiert, zusammen mit dem Madrich Schuschu Simon

Loosdrecht im Juni 1942; Sophie Adina van Coevorden stehend zweite von rechts neben Lodi Cohen

Sophie van Coevorden arbeitet für den Joodse Raad als Leiterin der Kleiderkammer

Beth Chaloets in Amsterdam

Ab 1939 war das Haus Eerste Oosterparkstraat 90 als Beth Chalutz -Haus der Palästina-Pioniere eingerichtet

10.5.1940 Überfall der Wehrmacht auf die Niederlande

23.5.1940 -6.9.1941 wohnt Sophie van Coevorden im Beth Chalutz

Jeugdalijah

Im September 1939 eröffnete die Jeugdalijah in Amsterdam die Hachschara Zentren in Mijnsheerenland und „Het Paviljoen Loosdrechtse Rade“, nachdem das Waisenhaus Vondelhof in Amsterdam diese Funktion verloren hatte.

Het Paviljoen Loosdrechtse Rade

Von September 1939 bis August 1942 fanden hier 99 Bewohner Zuflucht.

Im Versteck als Onderduiker

7.7.1942 Aufforderung an die Amsterdamer Juden, sich freiwillig zum „Arbeitseinsatz“ zu melden.

14./15.7.1942 Razzia in Amsterdam; Registrierung in Westerbork und Deportation nach Auschwitz

Menachem Pinkhof schlägt vor, das illegale Untertauchen aller Bewohner vorzubereiten. Sie bitten Miriam Waterman und Joop Westerweel um tatkräftige Hilfe.

15.7.-15.8.1942 von den Madrichim Schuschu Simon und Menachem Pinkhof werden Verstecke für alle Jugendlichen gesucht.

28.7.1942 Sophie van Coevorden in das Heim der Jugendalijah in Loosdrecht, „het Paviljoen“, um bei dem geplanten Untertauchen aller Bewohner zu helfen.

5.8.1942 Heirat mit Joachim Schuschu Simon in Amsterdam

12.8.1942 Erica Blüth erfährt beim Joodse Raad und übermittelt mit Codewort per Telefon, dass auch die Chaluzim aus Loosdrecht ins Kamp Westerbork gebracht werden sollen.  Die Madrichim Menachem Pinkhof und Schuschu Simon sowie Miriam Waterman beschließen, die 30 Jugendlichen mit Hilfe des Netzwerks von Joop Westerweel in Verstecken untertauchen zu lassen.

13.8.1942 Ankündigung von Pinkhof und Simon, dass alle Chaluzim im Verstecke gebracht werden. Die ersten werden noch am selben Abend weggebracht.

Joachim und Adina Simon gehen mit vier weiteren ins Versteck nach Rotterdam. Anschließlich hilft er weitere Chaluzim in Verstecken unterzubringen.

Von den 49 „onderduiker“ aus Loosdrecht (Chawe/rim/roth und Madrichim) konnten 34 gerettet werden!

Schleuseraktionen

Oktober 1942 Joachim und Adina Simon gehen über Belgien nach Frankreich, um Transferrouten in die Schweiz zu erkunden. Ein erster Versuch, in die Schweiz zu kommen, schlägt fehlt. Schuschu reist zurück in die Niederlande, um zu berichten. Die jüdische Orgnisationen stehen aber den Schleuseraktionen ablehnend gegenüber.

Über Paris geht er zurück nach Perpignon, er knüpft Kontakte in Toulouse und Lyon. In Lyon lässt er Adina zurück um nochmals in die Niederlande zu fahren. Er bringt noch zwei Flüchtlinge nach Lyon, denen mit Adina nach seiner Abreise die Emigration in di Schweiz am 19.1.1943 gelingt.

25.1.1943 Schschu Simon wird beim Übertritt an der belgisch-niederländischen Grenze gefasst vom SD (Gestapo) im Gefängnis Breda inhaftiert.

27.1.1943 Tod von Ehemann Schuschu Simon in Breda; dort begeht er Suizid im Gefängnis, aus Sorge einer Folter nicht standhalten zu können und die Widerstandsorganisation zu verraten.

Nachkriegszeit

31.3.1946 Heirat in Rehovot mit Uri Koch Namensänderung in Kochba

Juli 1947 Sophie und Uri Kochba adoptieren den Neffen Ephraim, Sohn ihres Bruders Fritz und dessen Frau Martha van Kleef, die beide als onderduiker gefasst nach Auschwitz deportiert wurden und umkamen

Gedenken

6.12.1977 Page of Testimony  für Joachim Simon von Adina Kochba

Quellen

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Coevorden%201917%22%7D

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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