Essen van Salomon

Leo Salomon Joel van Essen

*18.5.1915 in Groningen; ✡10.11.1943

Staatsangehörigkeit Niederlande

Religion jüdisch

Vater Julius Joel van Essen*3.7.1884 in Dalfsen; ✡ 23.7.1943 in Sobibor

Heirat der Eltern 30.6.1914 in Zwolle

Mutter Vrouwtje Frank *11.9.1891 in Zwolle; ✡23.7.1943 in Sobibor

Geschwister

Joel van Essen *24.9.1916 in Groningen; ✡ 15.3.1945 in Bergen-Belsen

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Groningen, H.W. Mesdagstraat 75; Beverwijk/Velsen; Leek

Leo und Duifje in Leek

Heirat 23.8.1942 in Leek mit Duifje Denneboom *10.10.1922;

Kinder

Weiterer Lebensweg

Mutter Vrouwtje war aktive Zionistin

10.5.1939 Leo zur Einzelhachschara in Voorst bei der Deventer Vereeniging

14.6.1939 Bruder Joel im Kibbuz Beverwijk

1940/41 Leo van Essen ebenfalls in Beverwijk

Kibbuz Dath Waäretz in Beverwijk

Kibbuz DathWaäretz; der Kibbuz bestand von 1937 bis Ende 1940; Hachscharaorganisation des BACAHAD in derorthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß Dath Waäretz.

Die Ausbildung erfolgte bei Bauern und Handwerkern der Umgebung. Zusätzlich wurden Kurse an der Lagere Landbouwschool in Assendelft besucht.

Kibbuz Franeker

17.11.1939 Joel van Essen aus dem Kibbuz Beverwijk kommend angemeldet im Kibbuz Franeker

1941 Nicht abgemeldet aus Franeker

3.11.1941 Bruder Joel bei der Razzia in Franeker nicht vor Ort

3.11.1941 Verhaftung der Bewohner bei einer Razzia des SD auf Grund einer Verleumdung; laut SS Hauptsturmführer Ferdinand aus der Fünten, Leiter der Zentralstelle für Jüdische Auswanderung in Amsterdam, wurde ihnen unterstellt: „Wirtschaftssabotage (Hamstern), unerlaubtes Verlassen des Kibbuz und Abhören von Feindsendern (BBC)“

Verbringung von 13 Chaluzim ins Gefängnis Blokhuispoort in Leeuwarden; sie sollten zur „Sonderbehandlung“ nach Mauthausen; Levinson, Oberrabbi in Leeuwarden kann aber erreichen, dass die Niederländer Lea Frank, Max Bollegraf und Eli Ascher entlassen werden und die anderen „nur“ in das Kamp Westerbork müssen

Onderduiker im Versteck

Joel taucht mit der jüngsten Schwester seiner Schwägerin Duifje Denneboom und deren Mutter in Zeist unter. Joel wird verraten. Die andren beiden überleben.

28.2.1942 Joel van Essen im KL Amersfoort

23.8.1942 Heirat von Leo van Essen mit Duifje Denneboom in Leek

Werkkampen -jüdische Arbeitslager

Im September 1940 wurden im Zuge der Arbeitsbereitstellung durch das Reichsamt für Arbeitserweiterung „Werkkampen“ errichtet.

Ab September 1942 dienten diese Lager als jüdisches Arbeitslager und Puffer für das Lager Westerbork.

Oktober 1942 Auflösung aller jüdischer Arbeitslager

In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober wurden alle Juden abgeführt.

Transport nach Hooghalen. Zu Fuß ins Kamp Westerbork. Die Trasse Hooghalen-Westerbork wurde erst im November 1942 fertiggestellt.

Internierung im polizeilichen Judendurchgangslager Westerbork

3.-5.10.1942 Registrierung der in das Lager Westerbork eingewiesenen jüdischen Zwangsarbeiter; die bislang nicht internierten Ehefrauen werden durch Razzien gesucht und ebenfalls nach Westerbork verbracht; innerhalb weniger Tage wächst die Belegung des Lagers von 3000 auf über 15000.

Kamp Westerbork

3.-5.10.1942 Verbringung aller jüdischer Zwangsarbeiter aus den Werkkampen nach Westerbork; die Ehefrauen werden bei Razzien verhaftet, so auch Bruder Salomon und seine Frau Duifje.

15. 4.1943 Zwangsumzug der Eltern von Groningen nach Amsterdam, Tugelaweg 43

21.6.1943 beide Eltern von Amsterdam in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

20.7.1943 beide Eltern auf dem letzten Transport von Westerbork ins KL Sobibor

14.9.1943 Deportation der älteren Chaluzim (über 20 Jahre) von Westerbork nach Auschwitz; auf diesem Transport befanden sich mehrere orthodoxe Chaluzim u.a. Ernst Cosmann, Leo van Essen, Heinz Friedländer, Arnold ErlangerKarl Elias, Erwin Moses sowie die Brüder Wolff Wolffs und Lazarus Wolffs.

14.9.1943 Leo van Essen mit der Gruppe der über 20-jährigen Chaluzim von Westerbork nach Auschwitz; Ehefrau Duifje bleibt in Westerbork

16.9.1943 Ankunft und Selektion der ‚Alten Rampe‘ am Güterbahnhof von Auschwitz; eingewiesen in Auschwitz III zum Aufbau des IG-Farben Werkes Buna Monowitz, auf LKW in die Quarantäneblöcke des „Arbeitslager Buna“ gebracht; Tätowierung der Auschwitzhäftlingsnummer in den linken Unterarm

Salomon in Auschwitz für 2 Monate in einer Außenkolonne zur Landarbeit

14.11.1943 Tod von Salomon van Essen im „Häftlingskrankenbau“ (KB) des KL Monowitz nach Mitteilung des einziger Überlebenden dieser Chaluzim-Gruppe Arnold Erlanger

27.11.1943 Internierung von Joel van Essen in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

Austauschtransporte von Westerbork nach Bergen Belsen

Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.

Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

11.-12.1.1944 Bruder Joel auf dem zweiten Transport von 1037 „Austauschjuden“ mit vielen Chaluzim nach Bergen Belsen

1944 Ehefrau Duifje ebenfalls auf einem dieser Transporte vom Frühjahr

15.3.1945 Tod von Joel van Essen im Sternlager von Bergen-Belsen

22.3.1945 Tod von Duifje van Essen im Sternlager von Bergen-Belsen

Gedenken

Stolpersteine für beide Eltern in Groningen, H.W. Mesdagstraat 75

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130284885

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130284906

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130284870

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Essen%201884%22%7D

https://www.myheritage.de/research

https://historischcentrumfraneker.nl/inwoners

http://danielabraham.net/tree/related/dora/

Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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