Hans Baruch
*9.4.1913 Berlin; ✡ 1992 Stockholm
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Richard Baruch *12.5.1880 Berlin; ✡ 28.9.1922 in Hirschberg
Heirat der Eltern ?
Mutter Tony Goldschmidt *10.12.1889 in Hirschberg; ✡ 2.2.1943 in Rechovot
Stiefvater Max Nathan Schiftan
Geschwister
Lotte Baruch *20.9.1911 in Berlin; ✡7.3.1933 in Rehovot oo Levi Vinik/Carmel
Julius Baruch *1917; Ein Harod; oo Mali Baruch
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Berlin; Heilbronn, Frankfurter Straße 9
Heirat 2.11.1936 mit Henny Baruch geb. Lorch *27.11.1909 in Harsewinkel; ✡ ?
Kinder ?
Weiterer Lebensweg
Hachschara Kibbuz Heilbronn
Das Haus auf der Frankfurter Straße 9
Vorbesitzer 1862 Moses Kirchheimer, Handelsmann
Vorbesitzer bis 1918 Hermann Baer, Häute-, Fell- und Lederhandlung Adler & Baer
Vorbesitzerin 1918-1920 Babette Baer geb. Adler *1860 in Obergimpern
Besitzer ab 1920 Max Mannheimer, Pferdehändler (1859-1930)
Die Familie Mannheimer
Aus der Familie Mannheimer wohnen auf der Frankfurter Straße 9:
Max Mannheimer und Emma geb. Aron (1870 -1947)
Erwin Mannheimer *1892 in Oedheim; oo Rita Mannheimer geb. Kusiel *1906 in Künzelsau; Söhne Martin Mannheimer (1929 -2018) und Max Mannheimer (1930-1991), beide geboren in Heilbronn
Benno Mannheimer *1907 in Oedheim; ✡1947 in Rochester New York
Entfernte Verwandte aus Oedheim, die Brüder Robert *1905 und Gustav Mannheimer *1909 sowie deren Mutter Fanny geb. Ehrlich wohnen 1938 in Heilbronn, Gustloffstraße 30
Die gesamte Familie Mannheimer aus Heilbronn ist in den Jahren 1933-1939 in die USA ausgewandert, Erwin und Rita Mannheimer über Venezuela.
Hans Baruch lebte 1938 im Hachschara-Kibbuz in Heilbronn, Frankfurter Straße 9 zusammen mit weiteren dreizehn Chaluzim. Ehefrau Henny war auf der Frankfurter Straße 46 gemeldet. Da er als Berufsbezeichnung Gärtner angibt, ist anzunehmen, dass er zuvor im nur zehn Kilometer entfernten Kibbuz Lehrensteinsfeld eine Hachscharaausbildung bei einer Gärtnerei in Ellhofen machte.
Polenaktion
Am 27./28. Oktober 1938 wurden reichsweit die Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit verhaftet und zwangsweise nach Zbaszyn abgeschoben, so auch in Heilbronn. Soweit bekannt waren aber keine Chaluzim aus der Frankfurter Straße 9 darunter.
Novemberpogrom
In der „Kristallnacht“ im November 1938 wurde die Synagoge Heilbronns in Brand gesteckt. In der Nacht darauf (10./11. November) fanden von NSDAP-Kreisleiter Drautz organisierter Terroraktionen gegen jüdische Bürger statt: Wohnungen wurden verwüstet, die jüdischen Geschäfte geplündert, Schaufenster zerschlagen. Männliche Juden über 18 Jahren wurden in das Konzentrationslager Dachau verbracht.
Im November 1938 wohnten dreizehn Chaluzim und eine Chaluza im Hachscharazentrum in der Frankfurter Straße 9; alle dreizehn Männer wurden verhaftet und in das KL Dachau verschleppt.

Registrierung in Dachau: Hans Baruch bekommt die Häftlingsnummer 22130.

3.1.1939 entlassen mit der Verpflichtung, Deutschland in Kürze zu verlassen.
Emigration von 14 Chaluzim nach Schweden
Abgemeldet aus Heilbronn jeweils am
9./10.1. 1939 Hans Baruch, Henny Baruch geb. Lorch, Georg Cohen, Erich Herze, Georg Hoffmann, Heinz Kiewe, Ernst Lachmann, Heinz Lachmann, Ruth Lachmann geb. Moser, Hans Lewin, Heinz Löwy
24.1.1939 Werner Seidler
1.2.1939 Günther Schwersenz, Heinz Stadthagen
Gerhard Kann, ein weiterer Chaluzim aus dem Kibbuz, meldete sich am 17.2.1939 nach Palästina ab.


31.12.1940 Die Ehepaare Baruch und Lachmann erfasst bei dem Schwedischen Census in der Gemeinde Spänga, Hedväga 1681
Nach dem Krieg lebt das Ehepaar in Stockholm
Gedenken
Page of Testimony für den Schwiegervater Salomon Lorch von Ehemann Hans Baruch, Stockholm
2.9.1998 Pages of Testimony für Salomon, Amalie, Johanna, Günther Lorch vom Riga-Überlebenden Alex Salm
2016 Stolperstein für Onkel Salomon Lorch in Harsewinkel, Kirchplatz
Quellen
https://www.myheritage.de/research
Schweden, Haushalte-Untersuchungsbücher, 1840-1947
1940 Schweden Census
Hans Franke, Juden in Heilbronn, Stadtarchiv Heilbronn 1963
https://www.ushmm.org/media/images/vlpnamelist/EE1055/EE1055_part1.PDF
https://504457.forumromanum.com/member/forum/entry_ubb.user_504457.1433925573.1118179807.1118179807.1.geschichte_und_schicksal_juden_heilbronn-ahnenforschung_bayern.htmlhttps://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Lorch%22%7D
Wolfgang Scheffler, Diana Schulle, Buch der Erinnerung, Die ins Baltikum deportierten Juden 2011
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411213-Muenster14.jpg
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411022-19.jpg
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411022-20.jpg
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/6488650
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de511922
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1197442
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1573913
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https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de531303
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de532093
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de918484
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
Staatsarchiv Israel, Einreiselisten Israel
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316