Lachmann Ernst

Ernst Lachmann

*1.1.1920 in Friedland; ✡ 4.3.1991 in Stockholm

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Wolf Wilhelm Zeev Lachmann *23.10.1882 in Schwersenz; ✡ 29.4.1967 Enskede, Schweden

Verlobung der Eltern Weihnachten 1911

Mutter Herta Glaser *17.12.1887 in Löwn, Brieg; ✡ 11.8.1940 in Triest

Geschwister

Gabriel Georg Lachmann *15.12.1912 in Friedland; ✡ 22.5.1948 Ramat Rachel; oo Alice Mottek; oo Jaffa Zuprik

Heinz Joachim Lachmann *14.4.1914 in Friedland; ✡ ?; oo Ruth Moser

Marianne Lea Lachmann *10.10.1921 in Friedland; ✡ 23.2.1982 in Israel; oo Efrat

Beruf Radiotechniker

Adressen Friedland; Breslau; Heilbronn, Frankfurter Straße 9

Heirat  Helga Gumpert *10.9.1923; ✡ 18.11.2012 in Hässelby

Kinder

Susanne Lachmann; oo Wattin;

Weiterer Lebensweg

21.2.1938 Einreise von Bruder Georg und Frau Alice mit Arbeiterzertifikat C/LS in Haifa

17.5.1939 beide Eltern in Breslau, Sadower Straße 73 III bei der Minderheitenzählung; Emigration der Eltern nach Italien

Hachschara Kibbuz Heilbronn

Das Haus auf der Frankfurter Straße 9

Vorbesitzer 1862 Moses Kirchheimer, Handelsmann

Vorbesitzer bis 1918 Hermann Baer, Häute-, Fell- und Lederhandlung Adler & Baer

Vorbesitzerin 1918-1920 Babette Baer geb. Adler *1860 in Obergimpern

Besitzer ab 1920 Max Mannheimer, Pferdehändler (1859-1930)

Die Familie Mannheimer

Aus der Familie Mannheimer wohnen auf der Frankfurter Straße 9:

Max Mannheimer und Emma geb. Aron (1870 -1947)

Erwin Mannheimer *1892 in Oedheim; oo Rita Mannheimer geb. Kusiel *1906 in Künzelsau; Söhne Martin Mannheimer (1929 -2018) und Max Mannheimer (1930-1991), beide geboren in Heilbronn

Benno Mannheimer *1907 in Oedheim; ✡1947 in Rochester New York

Entfernte Verwandte aus Oedheim, die Brüder Robert *1905 und Gustav Mannheimer *1909 sowie deren Mutter Fanny geb. Ehrlich wohnen 1938 in Heilbronn, Gustloffstraße 30

Die gesamte Familie Mannheimer aus Heilbronn ist in den Jahren 1933-1939 in die USA ausgewandert, Erwin und Rita Mannheimer über Venezuela.

Die Brüder Ernst und Heinz Lachmann lebten 1938 im Hachschara-Kibbuz in Heilbronn, Frankfurter Straße 9 zusammen mit weiteren zwölf Chaluzim. Als Berufsbezeichnung gibt Ernst Radiotechniker an, sein Bruder Heinz „Praktikant“; es ist anzunehmen, dass Heinz in einem örtlichen Betrieb oder im nur zehn Kilometer entfernten Kibbuz Lehrensteinsfeld eine Hachscharaausbildung erfahren hatte.

Polenaktion

Am 27./28. Oktober 1938 wurden reichsweit die Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit ver­haftet und zwangsweise nach Zbaszyn abgeschoben, so auch in Heilbronn. Soweit bekannt waren aber keine Chaluzim aus der Frankfurter Straße 9 darunter.

Novemberpogrom

In der „Kristallnacht“ im November 1938 wurde die Synagoge Heilbronns in Brand gesteckt. In der Nacht darauf (10./11. November) fanden von NSDAP-Kreisleiter Drautz organisierter Terroraktionen gegen jüdische Bürger statt: Wohnungen wurden verwüstet, die jüdischen Geschäfte geplündert, Schaufenster zerschlagen. Männliche Juden über 18 Jahren wurden in das Konzentrationslager Dachau verbracht.

Im November 1938 wohnten dreizehn Chaluzim und eine Chaluza im Hachscharazentrum in der Frankfurter Straße 9; alle dreizehn Männer wurden verhaftet und in das KL Dachau verschleppt.

Registrierung der Brüder Lachmann in Dachau

Die Brüder Ernst und Heinz Lachmann bekommen die Häftlingsnummer 22103 und 22104.

28.12.1938 entlassen zusammen mit acht weiteren Chaluzim aus Heilbronn

Emigration von 14 Chaluzim nach Schweden

Abgemeldet aus Heilbronn jeweils am:

Abgemeldet aus Heilbronn:

9./10.1. 1939 Hans Baruch, Henny Baruch geb. Lorch, Georg Cohen, Erich Herze, Georg Hoffmann, Heinz Kiewe, Ernst Lachmann, Heinz Lachmann, Ruth Lachmann geb. Moser, Hans Lewin, Heinz Löwy

24.1.1939 Werner Seidler

1.2.1939 Günther Schwersenz, Heinz Stadthagen

Gerhard Kann, ein weiterer Chaluzim aus dem Kibbuz, meldete sich am 17.2.1939 nach Palästina ab

24.11.1943-25.11.1944 Ernst Lachmann gemeldet in Järfälla bei Stockholm

4.3.1991 in Stockholm

Beisetzung auf dem Södra Judiska Begravningsplatsen, Stockholm

Alija

21.2.1938 Einreise von Bruder Georg und Frau Alice mit Arbeiterzertifikat C/LS in Haifa

5.6.1944 Einreise des Vaters in Haifa mit Arbeiterzertifikat Kategorie C/LS

Unabhängigkeitskrieg

14.5.1948 Unabhängigkeits-Proklamation durch David Ben Gurion, Staatsgründung Israel und Beginn des Unabhängigkeitskriegs

22.5.1948 Bruder Georg kriegsgefallen im Unabhängigkeitskrieg

Gedenken

Quellen

https://www.myheritage.de/research

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429477

Hans Franke, Juden in Heilbronn, Stadtarchiv Heilbronn 1963

https://www.ushmm.org/media/images/vlpnamelist/EE1055/EE1055_part1.PDF

https://504457.forumromanum.com/member/forum/entry_ubb.user_504457.1433925573.1118179807.1118179807.1.geschichte_und_schicksal_juden_heilbronn-ahnenforschung_bayern.htmlhttps://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

Schweden, Haushalte-Untersuchungsbücher, 1840-1947 – Ernst Israel Lachman

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

Staatsarchiv Israel, Einreiselisten Israel

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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