Cohen Georg

Georg Cohen

*17.3.1907 in Dellwig; ✡ in Göteborg

Staatsangehörigkeit

Religion jüdisch

Vater Philipp Cohen *15.1.1863 Aurich; ✡ 29.3.1929 in Dellwig

Erste Ehe des Vaters 10.11.1891 in Fröndenberg mit Johanna Liebreich *18.9.1847 in Dellwig; 7.6.1898 in Dellwig

Zweite Ehe des Vaters

Mutter Henriette Blumenthal *4.9.1875 Berleburg; ✡ ? in Treblinka

Großeltern Gottschalk Philipp Cohen und Rosette Markus beide Aurich

Geschwister

Hedwig Cohen * 24.7.1905 in Dellwig; ✡ in Göteborg

Arthur Cohen *15.8.1908in Dellwig; ✡ 25.3.1942 in Groß Rosen

Erna Rosa Cohen *3.3.1910in Dellwig; ✡ 18.7.1942 Auschwitz

Ilse Cohen *14.12.19111in Dellwig; ✡ 7.6.1979 in Unna

Beruf Praktikant; Elektromechaniker

Adressen Dellwig, Hauptststraße Heilbronn, Frankfurter Straße 9

Heirat   ?

Kinder ?

Weiterer Lebensweg

18.12.1935 Schwester Erna nach Amsterdam

31.5.1938 Schwester Ilse Cohen nach Amsterdam; 1942 „untergetaucht“;  nach Schweden

Hachschara Kibbuz Heilbronn

Das Haus auf der Frankfurter Straße 9

Vorbesitzer 1862 Moses Kirchheimer, Handelsmann

Vorbesitzer bis 1918 Hermann Baer, Häute-, Fell- und Lederhandlung Adler & Baer

Vorbesitzerin 1918-1920 Babette Baer geb. Adler *1860 in Obergimpern

Besitzer ab 1920 Max Mannheimer, Pferdehändler (1859-1930)

Die Familie Mannheimer

Aus der Familie Mannheimer wohnen auf der Frankfurter Straße 9:

Max Mannheimer und Emma geb. Aron (1870 -1947)

Erwin Mannheimer *1892 in Oedheim; oo Rita Mannheimer geb. Kusiel *1906 in Künzelsau; Söhne Martin Mannheimer (1929 -2018) und Max Mannheimer (1930-1991), beide geboren in Heilbronn

Benno Mannheimer *1907 in Oedheim; ✡1947 in Rochester New York

Entfernte Verwandte aus Oedheim, die Brüder Robert *1905 und Gustav Mannheimer *1909 sowie deren Mutter Fanny geb. Ehrlich wohnen 1938 in Heilbronn, Gustloffstraße 30

Die gesamte Familie Mannheimer aus Heilbronn ist in den Jahren 1933-1939 in die USA ausgewandert, Erwin und Rita Mannheimer über Venezuela.

Georg Cohen lebte 1938 im Hachschara-Kibbuz in Heilbronn, Frankfurter Straße 9 zusammen mit weiteren dreizehn Chaluzim. Da er als Berufsbezeichnung Gärtner angibt, ist anzunehmen, dass er zuvor im nur zehn Kilometer entfernten Kibbuz Lehrensteinsfeld eine Hachscharaausbildung bei einer Gärtnerei in Ellhofen machte.

Polenaktion

Am 27./28. Oktober 1938 wurden reichsweit die Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit ver­haftet und zwangsweise nach Zbaszyn abgeschoben, so auch in Heilbronn. Soweit bekannt waren aber keine Chaluzim aus der Frankfurter Straße 9 darunter.

Novemberpogrom

In der „Kristallnacht“ im November 1938 wurde die Synagoge Heilbronns in Brand gesteckt. In der Nacht darauf (10./11. November) fanden von NSDAP-Kreisleiter Drautz organisierter Terroraktionen gegen jüdische Bürger statt: Wohnungen wurden verwüstet, die jüdischen Geschäfte geplündert, Schaufenster zerschlagen. Männliche Juden über 18 Jahren wurden in das Konzentrationslager Dachau verbracht.

Im November 1938 wohnten dreizehn Chaluzim und eine Chaluza im Hachscharazentrum in der Frankfurter Straße 9; alle dreizehn Männer wurden verhaftet und in das KL Dachau verschleppt.

Registrierung von Georg Cohen in Dachau

Georg Cohen bekommt die Häftlingsnummer 21663.

28.12.1938 entlassen zusammen mit acht weiteren Chaluzim aus Heilbronn

Emigration von 14 Chaluzim nach Schweden

Abgemeldet aus Heilbronn jeweils am

9./10.1. 1939 Hans Baruch, Henny Baruch geb. Lorch, Georg Cohen, Erich Herze, Georg Hoffmann, Heinz Kiewe, Ernst Lachmann, Heinz Lachmann, Ruth Lachmann geb. Moser, Hans Lewin, Heinz Löwy

24.1.1939 Werner Seidler

1.2.1939 Günther Schwersenz, Heinz Stadthagen

Gerhard Kann, ein weiterer Chaluzim aus dem Kibbuz, meldete sich am 17.2.1939 nach Palästina ab.

1942-1943 Georg Cohen in Flennige, Malmöhus, Skane

Sachsenhausen – Dachau- Groß Rosen

1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

Bruder Arthur Cohen verhaftet („Heimtücke“ ?)

2.12.1939 KL Sachsenhausen

6.9.1940 KL Dachau

17.6.1941 KL Groß Rosen

25.3.1942 Tod von Bruder Arthur Cohen im KL Groß Rosen

Dritte große Razzia in Amsterdam

Juli 1942 Schwester Erna bei der Razzia in Amsterdam verhaftet

15.7.1942 Verbringung der Amsterdamer Juden zur Staion Hooghalen; Fußmarsch ins polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork. Dort erfolgte nur eine Registrieung, keine Aufnahme. Zu Fuß zurück nach Hooghalen

Deportation nach Ausschwitz

Dortmund – Theresienstadt – Treblinka

20.7.1942 Mutter Henriette Cohen mit sieben Fröndenbergern aus dem Judenhaus Kirchplatz 4 auf dem Transport X/1 von Dortmund nach Theresienstadt

23.9.1942 Mutter Henriette Cohen auf dem Transport B p von Theresienstadt nach Auschwitz

Gedenken

Quellen

https://www.myheritage.de/research

Schweden, Haushalte-Untersuchungsbücher, 1840-1947

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de901070

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429463

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4966269

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130271888

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/96334049

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Ilse%20Cohen%201911%22%7D

https://www.lwl.org/hiko-download/OA_AR/Fr%C3%B6ndenberg_(Olschewski)_336-340.pdf

https://www.statistik-des-holocaust.de/X1-27.jpg

Hans Franke, Juden in Heilbronn, Stadtarchiv Heilbronn 1963

https://www.ushmm.org/media/images/vlpnamelist/EE1055/EE1055_part1.PDF

https://504457.forumromanum.com/member/forum/entry_ubb.user_504457.1433925573.1118179807.1118179807.1.geschichte_und_schicksal_juden_heilbronn-ahnenforschung_bayern.htmlhttps://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

Staatsarchiv Israel, Einreiselisten Israel

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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