Siegfried Samuel Peckel
*15.6.1909 in Inse, Elchniederung; ✡ 3.8.1968 in Rasunda Stockholms Lan, Schweden
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Adolf Peckel *1868; ✡1921
Mutter Pauline Britz *21.10.1868; ✡2.5.1935 in Breslau
Geschwister
Kurt Peckel *14.3.1897 in Inse; Drancy; ✡31.8.1942 in Auschwitz
Nathan Peckel (1898-1899)
Horst Peckel *2.1.1901 in Inse; ✡6.8.1995 in Horace, Kalifornien
Edith Ester Peckel *19.7.1903 in Inse; ✡25.11.1941 in Kauen; oo Martin Lauter (1901-1968)
Georg Peckel *27.4.1906 in Inse; ✡? In Givat Ada, Israel; oo Frida Rubinstein
Herbert Peckel *12.3.1912 in Inse; ✡6.6.2005 in Sollentuna, Stockholm
Cousine Frieda Peckel *9.1.1909 in Küssow
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Inse; Ratibor, Breite Straße; Berlin, Altonaer Straße 16; Polenzwerder
Heirat 20.2.1939 nach mosaischem Ritus Ruth Rachel Seidenstädt *3.4.1909 in Kolno
Kinder –
Weiterer Lebensweg
2.5.1935 Tod der Mutter in Breslau
11.10.1935 die Brüder Kurt und Herbert ziehen nach Leipzig, Funkenburgstraße 10
23.6.1937 Bruder Herbert von Leipzig nach Berlin, Elsässer Straße 54
Novemberpogrom
Hachschara Polenzwerder

10.6.1937 zunächst als Gruppenleiter aus Berlin kommend in das jüdische Lehrgut Polenzwerder bei Eberswalde in Brandenburg, Mitglied der Jüdisch-nationale Jugend Herzlia (Betar)
Das jüdische Lehrgut Polenzwerder wurde 1937 von der Jugendorganisation Jüdisch-nationale Jugend Herzlia (Betar) in Trägerschaft der Staatszionistischen Organisation (Revisionisten) in einer alten Ziegelei eingerichtet. Im Sommer 1938 wurde der BETAR zwangsaufgelöst. Nach dem das Lager im Novemberpogrom überfallen worden war, übernahm die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD das Lehrgut, in dem bis zu 45 Jugendliche in Landwirtschaft und Gärtnerei auf der Alija nach Palästina vorbereitet wurden.
Leiter des Gut Polenzwerder
Bis 1937 Max Meyer, Sohn des Besitzers Gustav Meier
Ab Juli 1937 David Kirschenbaum, als Inspektor Hermann Nördlinger
Ab Januar 1938 Siegfried Peckel
Ab Sommer 1939 Kurt und Anna Holzheim
31.12.1937 Zuzug von Bruder Georg Peckel und Cousine Frieda Peckel aus Insterburg, Hindenburgstraße, Jüdisch-nationale Jugend Herzlia (Betar)
1938 Rahel Seidenstädt zur Hachschara in das Lehrgut Polenzwerder
Später ist auch Paul Peckel (*23.5.1909 in Kolberg) in Polenzwerder gemeldet

20.2.1939 Ankunft von Bruder Georg mit Frau Frida und Sohn Gideon (*1933) auf der SS JERUSALEM in Haifa
Minderheitenzählung vom 17.5.1939
Siegfried und Ruth Peckel in Polenzwerder Eberswalde
Schwester Edith und Sohn Gert Lauter (*1930) in Breslau, Freiburger Straße
1939 Flucht von Ruth und Siegfried Peckel nach Schweden
1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

17.5.1940 Ruth und Siegfried Peckel gemeldet von Malmö nach Lindesberg, Hässelby
Massenerschießung in Kaunas
25.11.1941 Schwester Edith und Sohn Gert Lauter auf dem Transport von Breslau nach Kaunas;

Statistik des Holocaust schreibt:
„Der erste Transport mit schlesischen Juden verließ am 25.11.41 den Bahnhof Breslau-Odertor, nachdem die Menschen zuvor im Sammellager am Schießwerderplatz konzentriert wurden. Wie bereits die Züge aus Berlin (17.11.), München (20.11.), Frankfurt/Main (22.11.) und Wien (23.11.) wurde auch der Transport aus Breslau nicht wie ursprünglich vorgesehen nach Riga, sondern ins litauische Kowno geleitet. Unmittelbar nach ihrer Ankunft wurden die Breslauer Juden am 29.11.41 vom Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A im Fort IX außerhalb von Kowno erschossen.“
29.11.1941 Tod von Schwester Edith und Sohn Gert Lauter bei Massenerschießung in Fort IX in Kauen
Gedenken
–
Quellen
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de909134
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de45659
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_sln_411125.html
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Schweden, Haushalte-Untersuchungsbücher, 1840-1947
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History; Link:
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316