Nördlinger Hermann

Hermann Nördlinger

*6.11.1901 in Laupheim; ✡ 17.7.1983 in USA

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Ludwig Elieser Nördlinger *23.5.1863 in Laupheim; ✡ 30.10.1932 in Laupheim

Heirat der Eltern 5.6.1894 in Laupheim

Mutter Pauline Einstein *25.5.1868 in Laupheim; ✡4.12.1940 in Laupheim

auf dem Hof der Familie ca 1904; v.l. Vater Ludwig, Bruder Benno, n.n., Hermann Nördlinger

Geschwister

Benno Nördlinger *14.11.1895 Laupheim; ✡20.6.1979 in New York; oo Sofie Sänger (1898-1993)

Julie Nördlinger*12.7.1898 Laupheim; ✡11.12.1977 Chicago; ooLeo Bernheim

Beruf Landwirt, Landwirtschaftlicher Inspektor

Adressen Laupheim; Breslau, Sadowastraße 40 II; Polenzwerder

Heirat 25.8.1938 Irmgard Renate Bodländer *14.12.1914 in Breslau; ✡21.11.2008

Kinder

Harald Nördlinger *1943 in England

Weiterer Lebensweg

1908 Einschulung in die Jüdische Volksschule

1914-1918 Bruder Benno für vier Jahre Kriegsfreiwilliger, Unteroffizier; EK II

1936 Hermann Nördlinger abgemeldet nach Sorau, Niederlausitz; dort befanden sich die Hachscharalager Schniebinchen und Jessen Mühle; er arbeitet dort als Vorarbeiter.

Hermann Nördlinger in Gut Winkel

Hachschara Polenzwerder

5.6.1937 als angestellter Inspektor in das jüdische Lehrgut Polenzwerder bei Eberswalde in Brandenburg.

Zionistische Organisation Z.O.G.

Das jüdische Lehrgut Polenzwerder wurde 1937 von der Jugendorganisation Jüdisch-nationale Jugend Herzlia (Betar) in Trägerschaft der Staatszionistischen Organisation (Revisionisten) in einer alten Ziegelei eingerichtet. Im Sommer 1938 wurde der BETAR zwangsaufgelöst. Nach dem das Lager im Novemberpogrom überfallen worden war, übernahm die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD das Lehrgut, in dem bis zu 45 Jugendliche in Landwirtschaft und Gärtnerei auf der Alija nach Palästina vorbereitet wurden.

Leiter des Gutes Polenzwerder

Bis 1937 Max Meyer, Sohn des Besitzers Gustav Meier

Ab 1937 David Kirschenbaum, Siegfried Peckel, als Inspektor Hermann Nördlinger

Juli 1938 in Laupheim gemeldet mit seiner Verlobten Irmgard Bodländer

25.8.1938 Heirat mit Irmgard Renate Bodländer in Laupheim, danach nach Breslau

September 1938 Hermann Nördlinger in das Umschulungslehrgut Groß-Breesen

Novemberpogrom

10.11.1938 Überfall der SA auf den Hof in Groß Breesen, alle über 18-Jährigen Männer werden mit einem Bus abgeführt und ins KL Buchenwald gebracht, auch Curt Bondy, der als Homosexueller besonders gefährdet war; die Frauen und Jungen bleiben auf dem Hof zurück.

10.11.1938 Hermann Nördlinger wird auch inhaftiert, eingewiesen in das KL Buchenwald; Häftlingsnummer 22394

30.11.1938 Ehefrau Irmgard überweist aus Breslau 30 RM „Reisegeld“

14.12.1938 Entlassung von Hermann Nördlinger aus dem KL Buchenwald

10.11.1938 Bruder Benno inhaftiert

12.11.1938 eingewiesen in das KL Dachau, Häftlingsnummer 23108

14.12.1938 Entlassung des Bruders aus dem KL Dachau

Minderheitenzählung vom 17.5.1939

Breslau, Sadowastraße 40 II

Ab Sommer 1939 Kurt und Anna Holzheim

22.5.1939 Emigration mit Ehefrau Irmgard nach England

29.9.1939 Hermann Nördlinger zusammen mit Fritz Weinberg im Kitchener Camp, Richborough bei britischem Census

19.-27.12.1947 Hermann, Irmgard und Harald Nördlinger auf der SS GRASSE von Southampton nach New York

Zieladresse Bruder Benno

Gedenken

Quellen

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7524); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://www.gedenk-buch.de/PDF/Englisch/68e%20NOERDLINGER%20Pauline.pdf

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/6721628

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429511

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History; Link:

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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