Binstock Fritz

Fritz Binstock

*23.3.1921 in Wien; ✡ 5.5.1949

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Adolf Abraham Binstock *22.10.1875 in Stryi; ✡ 27.2.1938 in Wien

Heirat der Eltern 15.1.1905 in Wien

Mutter Klara Chaje Rifka Sternberg *22.6.1879 in Drohobycz; ✡ 15.12.1951 in Mount Vernon

Geschwister

Grete Binstock *14.9.1906 in Wien; ✡5.2.1998 in White Plains, NY; oo Paul Rittermann; oo Robert Sulzer

Erna Golde Binstock *24.2.1908 in Wien; ✡März 1994 in Bronx, NY

Gusti Binstock *20.9.1912 in Wien; ✡30.3.2019 in Iowa; oo Dr. Eric/h Kollmann (1903-1981)

Beruf Praktikant

Adressen Wien; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer

Heirat  ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

„Anschluss“ Österreichs 1938

Nach dem völkerrechtswidrigen Einmarsch der Wehrmacht erfolgte am 13. März 1938 der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich

20.9.1938 Schwester Erna  stellt einen Antrag für sich  bei der Israel. Kultusgemeinde Wien zur Unterstützung der Ausreise nach Amerika.

Lehrgut Ellguth

Fritz Binstock vermutlich zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; die erwachsenen Männer werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen. In Buchenwald erhielten die Chaluzim aus Ellguth Häftlingsnummern im Bereich um 27450

Fritz Binstock erhält die Häftlingsnummer 27497

10.12.1938 Entlassung von Fritz Binstock mit einer großen Gruppe der Ellguth Chaluzim aus dem KL Buchenwald

Dezember 1938 Fritz Binstock u.a. mit Kurt Hannemann, Adolf Hafner, Erich Naftalie, Joachim Simon zum Hachschara-Trainingskurs für die aus Buchenwald entlassene Gruppe aus Ellguth in der Schlosshofstraße in Bielefeld

6.1.1939 Nach der Entlassung sammeln sich viele Chaluzim wieder in Bielefeld; einige flüchten mit einer Gruppe aus Ellguth unter Leitung von Madrich Fritz Wolff nach Deventer in die Niederlande zu Einzelhachschara in der Deventer Vereniging tot Vakopleiding.

25.2.1939 von dort wechseln einige der Ellguth-Gruppe ins Werkdorp Wieringermeer.

Werkdorp Nieuwe Sluis

8.3.1939  Fritz Binstock zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis, gemeldet in Barsingerhorn

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Alija beth auf der SS DORA

Juli 1939 Fritz Binstock mit 76 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina;

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

28.4.1944 Ausmusterung von Fritz Binstock aus der Royal Army

22.5.1946 Einbürgerung trotz Illegalität möglich wegen seines Miltärdienstes

Kibbuz Ein Gev

Fritz Binstock im Kibbuz Ein Gev am See Genesareth

25.-26.1.1947 Flug von Paris nach New York, um seine Schwester Gusti Kollmann zu besuchen

5.5.1949 ertrunken bei einem Schiffsbrand auf dem See Genesareth

Gedenken

Quellen

www.werkdorpwieringermeer.nl/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://danielabraham.net/tree/related/dora

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert