Stein Ludwig

Ludwig Stein

*4.4.1900 Thüngen, Karlstadt, Bayern; ✡12.9.1970 in Bronx, New York

; ✡ 1942/43 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Jakob Stein *24.11.1866; ✡8.6.1943 Theresienstadt

Mutter Lina Stern *10.3.1872; ✡18.3.1943 Theresienstadt

Geschwister

Isaak Stein

Beruf Lehrer; Diamantschneider

Adressen Thüngen; München; Steckelsdorf bei Rathenow im Landkreis Jerichow; Fischach bei Augsburg

Heirat

4.4.1937 in Würzburg Bertha Rosenthal *9.8.1913 in Mittelsinn; ✡ 1942/43 in Piaski

13.7.1948 in New York Jenny Hirsch geb. Nussbaum; Witwe des Artur Hirsch

Kinder

Sami Stein *4.10.1938 in München; ✡ 1942/43 in Piaski

Stieftochter Hilda Hirsch *5.6.1926 in Berolzheim ; ✡23.12.2009; oo Bert Munz

Weiterer Lebensweg

Ausbildung zum Lehrer in Würzburg

19.11.1936 Verlobungsanzeige in „Der Israelit“

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

17.5.1939 Ludwig Stein in Steckelsdorf sowie in Fischach Haus Nr. 46 mit Ehefrau Bertha und Sohn Sami

Das jüdische Umschulungslager Steckelsdorf-Ausbau

Ludwig Stein zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Landwerk Steckelsdorf-Ausbau bei Rathenow im Landkreis Jerichow II; Träger ist der Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘;  Träger war zuletzt die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD. Das Anwesen gehörte als Jagdvilla einem Berliner Industriellen, der es einschließlich der dazugehörigen Gärtnerei 1936/37 seiner Jüdischen Gemeinde zur Einrichtung eines Erholungsheims schenkte.

Lagerleiter/Madrichim waren Sigmar Bromberger, Manfred und Schoschana Litten, Dr. Benjamin Abrahamson, Herbert Schönewald, Werner Hoffbauer, Friedrich Löwenthal, ab 1941 Kurt Silberpfennig; landwirtschaftlicher Leiter war Joachim Lippmann, später auch in Neuendorf

28.10.1938 4 Chaluzim mit polnischem Pass verhaftet in Steckelsdorf, ausgewiesen in der ersten Polenaktion und nach Zbaszyn deportiert; u.a. Siegfried Frank

10.11.1938 Novemberpogrom in Steckelsdorf, am Abend wurde das Landwerk gestürmt und verwüstet. Alle männlichen Funktionsträger wie Betriebsleiter Werner Hoffbauer, Simon Berlinger, Adolf Frohmann, Friedrich Löwenthal und Herbert Schönewald verhaftet ins Polizeigefängnis Magdeburg und später als „Schutzhäftlinge“ nach Buchenwald gebracht.

21.11.1938 Entlassung der Steckelsdorf Madrichim Simon Berlinger, Adolf Frohmann, Friedrich Löwenthal und Herbert Schönewald aus dem KL Buchenwald

1939 Instandsetzung und Übernahme von Steckelsdorf durch die RVJD

Frühjahr 1939 Einstellung von Ludwig Stein (anderer, *4.8.1891) als Verwalter und Frau Erna als Leiterin der Küche im Landwerk Steckelsdorf

3.7.1939 Ludwig Stein nach England

1.9.1939 Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen

29.9.1939 Ludwig Stein im Kitchener Camp, Richborough, Sandwich, Kent

16.-28.5.1940 Ludwig Stein auf der SS SCYTHIA von Liverpool nach New York

3.4.1950 Ludwig Stein mit Ehefrau Jenny sowie Stieftochter Hilda und Mann Bert Munc in Bronx, New York bei US Census

Ghetto Piaski

3.4.1942 Deportation von Ehefrau Bertha und Sohn Sami ins Ghetto Piaski

Theresienstadt

23.9.1942 beide Eltern auf dem Transport II/26 mit 491 Juden aus Würzburg über Nürnberg-Regensburg nach Theresienstadt

8.6.1943 Tod des Vaters Theresienstadt

18.3.1943 Mutter Lina Stern Tod der Mutter in Theresienstadt

Gedenken

28.12.1993 Pages of Testimony für die Eltern von Cousin Jorge Stein

Quellen

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6470); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_bay_420923.html

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11194579

Anneliese Ora-Borinski, Erinnerungen 1940 – 1943, Kwuzat Maayan-Zwi, Israel 1970

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/13.pdf

Bettina L. Götze, Landwerk Steckelsdorf-Ausbau, in: Hachschara als Erinnerungsort.

<https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/13> [24.03.2024]

Ezra BenGershôm David. Aufzeichnungen eines Überlebenden, Evangelische Verlagsanstalt 1989

Bettina Götze, Rathenow, in: Irene Annemarie Diekmann (Hrsg.), Jüdisches Brandenburg. Verlag für Berlin-Brandenburg 2008. S. 304–328

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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