Elisabeth Kalkstein-Neumann
*5.8.1879 in Milken; Überlebende
Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Samuel Neumann 1850-1925
Mutter Henriette Cohn 18.8.1858 in Milken – 9.3.1942 Amsterdam
Geschwister

Frieda Neumann *13.12.1885 in Milken; ✡11.1.1972 in Alonim; oo David Blanare
Meta Martha Neumann *19.2.1881 in Milken; ✡9.5.1942 in Kulmhof; Hugo Grünthal
Kurt Neumann *19.11.1889 in Widminnen;✡1944 in Auschwitz; oo Gertrud Cohn
Josef Neumann *9.10.1892 in Widminnen
Max David Neumann *14.10.1895 in Widminnen; 31.10.1944 Auschwitz; oo Rika Nathans
Nichte Margot Neumann *3.1.1920 in Berlin; ✡in Israel
Beruf –
Adressen Berlin; Amsterdam
Heirat 9.9.1909 in Berlin Mordko Chaskel Kalkstein *7.2.1881 in Werbiaz Wyzny, Kolomea; ✡30.11.1939 Amsterdam
Kinder Horst Norbert Kalkstein*13.8.1910 in Berlin; ✡16.9.1941 in Mauthausen
Weiterer Lebensweg
Dezember 1933 Flucht von Sohn Horst Norbert Kalkstein nach Amsterdam
31.1.1935 Schwester Frieda mit Ehemann David Blanare und den Söhnen Hans (*1919) und Rudi (*1922) nach Haifa
2.1.1939 Elisabeth und Mordko Kalkstein mit der Mutter Henriette aus Berlin nach Amsterdam, Krammerstraat 20

23.3.1939 Horst Kalkstein zieht zu den Eltern in die Krammerstraat 20
30.11.1939 Tod des Vaters Mordko in Amsterdam
9.3.1942 Tod der Mutter Henriette Neumann in Amsterdam
Die zweite große Razzia in Amsterdam – „Juni – Groep“
14.5.1941 Bombenexplosion im Marine-Offiziersclub Amsterdam auf der Bernard Zweerskade ist Anlass für Verhaftungswelle
11.6.1941 Sohn Horst Norbert Kalkstein verhaftet als „Vergeltungsmaßnahme“; 300 vorwiegend Jugendliche, davon 61 „Werkdorper“ werden im Durchgangslager Schoorl inhaftiert; vier von ihnen werden freigelassen, die keine „Volljuden sind (keine vier jüdischen Großeltern).
22.6.1941 Deportation der 296 in Schoorl Inhaftierten in das KL Mauthausen; keiner überlebt das Jahr 1941
16.9.1941 Tod von Horst NorbertKalkstein im KL Mauthausen
Amsterdam – Kamp Westerbork – KL VUGHT – Auschwitz – Schweden
20.6.1943 Einweisung von Elisabeth Kalkstein sowie der Brüder Kurt und Max Neumann mit ihren Ehefrauen Gertrud Cohn und Rika Nathans aus Amsterdam in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork
26.6.1943 Einweisung von Vater Kurt aus Westerbork in das KL Vught; vermutlich wurde er dort mit einer leitenden Funktion im Außenlager Philipps betraut; im Juli folgen ihm dann seine Frau Gertrud sowie sein Bruder Max mit Ehefrau Rika nach Vught
23.3.1944 Kurt Neumann auf dem Transport von Westerbork nach Auschwitz
In Auschwitz wird Kurt Neumann mit Bruder Max zur Zwangsarbeit nach Monowitz beordert.
1944 vermutlich im Sommer ist er wie sein Bruder Max derart geschwächt, dass beide als „Muselmann“ in die Gaskammern von Auschwitz Birkenau gefahren worden sein sollen. Das Datum Dezember 1944 muss auf einem Irrtum beruhen; die Gaskammern waren bereits im November 1944 stillgelegt.
31.12.1944 offizielles Todesdatum von Kurt Neumann in Auschwitz.
KL Vught – PHILIPS Deportation – Auschwitz – Ravensbrück -Schweden
5.7.1943 Elisabeth Kalkstein sowie die Schwägerinnen Gertrud Neumann und Rika Nathans aus dem Kamp Westerbork in das KL Vught, zur Zwangsarbeit im Außenlager der Fa. Philips in Eindhoven

Juni 1944 Schließung des KL Vught
3.6.1944 Elisabeth Kalkstein sowie die Schwägerinnen Gertrud Neumann und Rika Nathans mit 496 Philips-Gefangenen bei der „PHILIPS Deportation“ auf der Transportliste vom KL Vught nach Auschwitz „PHILIPS Deportation“
Lilly Klafter aus Amsterdam berichtet:
„They told us that we were being sent East, to work. They put us on passenger trains in good condition. We didn’t know where we were going. Two days later we reached the camp [Auschwitz-Birkenau]… They got us off the trains with screams and deadly blows. They stood us in a line… they brought us to the „sauna“. We smelled something dreadful, and asked the veteran inmates what the strange smell was. „That’s scorched human flesh.“ We didn’t believe our ears. What did that mean? „Yes, here, human beings are burned.“ When they brought us to the „sauna“, we saw chimneys belching out thick smoke…“
Nach etwa sieben Wochen wird die Gruppe der „Philips-Facharbeiterinnen“ verlegt nach Reichenbach in die Telefunken-Fabrik
Bereits August 1944 kamen 2.500 Frauen aus dem KL Ravensbrück in das Außenlager Helmstedt-Beendorf zur unterirdischen Rüstungsproduktion. Die Bergwerke „Marie“ bei Beendorf und „Bartensleben“ bei Morsleben erhielten die Decknamen „Bulldogge“ und „Iltis“. Anfang Dezember 1944 kommen die Frauen der Diamantgroep hinzu.
Am 10. April 1945 erfolgt die Räumung beider Lager in Eisenbahnwaggons über Magdeburg, Stendal und Wittenberge in das Auffanglager Wöbbelin bei Ludwigslust, wo die Männer bis zu ihrer Befreiung durch amerikanische Streitkräfte am 2. Mai 1945 bleiben. Die Frauen werden nach Hamburg weitertransportiert, wobei zahlreiche an Erschöpfung, Hunger und Durst starben.
20./21.4.1945 in das am erst 7. April geräumte Außenlager Hamburg Eidelstedt werden erneut mehrere hundert Frauen eingewiesen. Anfang Mai kamen weitere Häftlinge aus den Hamburger Frauenaußenlagern Langenhorn/Ochsenzoll und Wandsbek hinzu.
1.5.1945 Elisabeth Kalkstein sowie die Schwägerinnen Gertrud Neumann und Rika Nathans auf einem Rote-Kreuz-Rettungstransport mit vielen Frauen nach Dänemark oder Schweden gerettet.

1945 Rückkehr von Elisabeth Kalkstein und Gertrud Neumann aus Schweden in die Niederlande; Rika Neumann-Nathans bleibt in Schweden
Gedenken
Pages of Testimony für Horst Kalkstein von Tante Frida Blanka sowie von Cousine Ursel Kalkstein-Levy
Quellen
https://www.amsterdam.nl/stadsarchief/themasites/razzia
Henny E. Dominicus, Mauthausen, een gedenkboek, Amsterdam 1999
https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/50/Februari1941staking.gif
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130315222
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5280149
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5280337
https://collections.arolsen-archives.org/de/search/topic/1-1-5-1_8012500204?s=8012500204
Eugen Kogon, Der SS-Staat, Der Untergang der holländischen Juden, S.213-215; Kindler 1974
https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Kalkstein%22%7D
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Cohn%20%201858%22%7D