Rika Neumann-Nathans
*25.7.1909 in Arnhem
Staatsangehörigkeit niederländisch
Religion jüdisch
Vater Hermann Nathans *2.8.1879 in Arnhem; ✡28.1.1942 in Auschwitz
Heirat der Eltern 27.10.1904 in Doesburg, Gelderland
Mutter Jetje Katz *2.6.1879 in Doesburg; ✡14.1.1943 in Auschwitz
Geschwister
Betsie Nathans *26.8.1905 in Arnhem; ✡14.5.1943 in Sobibor; oo Louis Smalhout
Martha Nathans *12.12.1915 in Arnhem; ✡ 8.12.1992 in Zutphen; oo Aron Turksma
Beruf Telefonistin
Adressen Arnhem; Amsterdam; Stockholm
Heirat 15.4.1942Max David Neumann *14.10.1895 in Widminnen; ✡31.10.1944 Auschwitz
Geschwister des Ehemanns
Elisabeth Kalkstein-Neumann *5.8.1879 in Milken; Überlebende; oo Mordko Kalkstein
Meta Martha Neumann *19.2.1881 in Milken; ✡9.5.1942 in Kulmhof; Hugo Grünthal
Frieda Neumann *13.12.1885 in Milken; ✡11.1.1972 in Alonim; oo David Blanari
Kurt Neumann *19.11.1889 in Widminnen;✡1944 in Auschwitz; oo Gertrud Cohn
Josef Neumann *9.10.1892 in Widminnen
Neffe/Nichte
Horst Norbert Kalkstein*13.8.1910 in Berlin; ✡16.9.1941 in Mauthausen
Margot Neumann *3.1.1920 in Berlin; ✡in Israel
Weiterer Lebensweg
Dezember 1933 Flucht von Neffe Horst NorbertKalkstein nach Amsterdam
31.1.1935 Schwägerin Frieda mit Ehemann David Blanare und den Söhnen Hans (1919) und Rudi (1922) nach Haifa

1936 Rika Nathans von Arnhem nach Amsterdam
2.1.1939 Elisabeth und Mordko Kalkstein mit der Schwiegermutter Henriette Neumann aus Berlin nach Amsterdam, Krammerstraat 20
23.3.1939 Horst Kalkstein zieht zu den Eltern in die Krammerstraat 20
30.11.1939 Tod des Schwagers Mordko Kalkstein in Amsterdam
20.4.1940 Rika Nathans und Ehemann Max ziehen ebenfalls in die Krammerstraat 20
9.3.1942 Tod der Schwiegermutter Henriette Neumann in Amsterdam
15.4.1942 Heirat in Amsterdam mit Max Neumann
Hachschara Lehrgut Schniebinchen
Nichte Margot Neumann zur Hachschara in das Lehrgut Schniebinchen
Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2
12.10.1939 Bahnfahrt von Nichte Margot von Breslau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien
29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluss von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung
29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht
13.2.1940 Registrierung in Athlit; Margot Neumann gibt als Referenz die Betriebsleiter Wolfgang Berger und Martin Gerson aus Schniebinchen an , als Gemeindeältesten Rabbi Kondlowsky (Dokument 18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager
D/627/40/CHU);
Die zweite große Razzia in Amsterdam – „Juni – Groep“
14.5.1941 Bombenexplosion im Marine-Offiziersclub Amsterdam auf der Bernard Zweerskade ist Anlass für Verhaftungswelle
11.6.1941 Neffe Horst NorbertKalkstein verhaftet als „Vergeltungsmaßnahme“; 300 vorwiegend Jugendliche, davon 61 „Werkdorper“ werden im Durchgangslager Schoorl inhaftiert; vier von ihnen werden freigelassen, die keine „Volljuden sind (keine vier jüdischen Großeltern).
22.6.1941 Deportation der 296 in Schoorl Inhaftierten in das KL Mauthausen; keiner überlebt das Jahr 1941
16.9.1941 Tod von Horst NorbertKalkstein im KL Mauthausen
Amsterdam – Kamp Westerbork – KL VUGHT – Auschwitz – Schweden
20.6.1943 Einweisung von Rika und Max Neumann Gertrud dessen Max Neumann mit Ehefrau Gertrud sowie Elisabeth Kalkstein aus Amsterdam in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork
26.6.1943 Verlegung von Schwager Kurt aus Westerbork in das KL Vught; vermutlich wurde er dort mit einer leitenden Funktion im Außenlager Philipps betraut; im Juli folgen ihm dann seine Frau Gertrud sowie sein Bruder Max mit Ehefrau Rika und Schwägerin Elisabeth Kalksteinnach Vught

23.3.1944 Max und Kurt Neumann auf dem Transport von Westerbork nach Auschwitz
In Auschwitz wird Max Neumann mit Bruder Kurt zur Zwangsarbeit nach Monowitz beordert.
1944 vermutlich im Sommer ist Max wie sein Bruder Kurt derart geschwächt, dass beide als „Muselmann“ in die Gaskammern von Auschwitz Birkenau gefahren worden sein sollen. Das Datum Dezember 1944 muss auf einem Irrtum beruhen; die Gaskammern waren bereits im November 1944 stillgelegt.
31.12.1944 offizielles Todesdatum von Kurt Neumann in Auschwitz.
KL Vught – PHILIPS Deportation – Auschwitz – Ravensbrück -Schweden
5.7.1943 Rika Nathans sowie ihre Schwägerinnen Elisabeth Kalkstein und Gertrud Neumann aus dem Kamp Westerbork in das KL Vught, zur Zwangsarbeit im Außenlager der Fa. Philips in Eindhoven
Juni 1944 Schließung des KL Vught

3.6.1944 Rika Nathans sowie ihre Schwägerinnen Elisabeth Kalkstein und Gertrud Neumann mit 496 Philips-Gefangenen bei der „PHILIPS Deportation“ auf der Transportliste vom KL Vught nach Auschwitz
Lilly Klafter aus Amsterdam berichtet:
„They told us that we were being sent East, to work. They put us on passenger trains in good condition. We didn’t know where we were going. Two days later we reached the camp [Auschwitz-Birkenau]… They got us off the trains with screams and deadly blows. They stood us in a line… they brought us to the „sauna“. We smelled something dreadful, and asked the veteran inmates what the strange smell was. „That’s scorched human flesh.“ We didn’t believe our ears. What did that mean? „Yes, here, human beings are burned.“ When they brought us to the „sauna“, we saw chimneys belching out thick smoke…“
Nach etwa sieben Wochen wird die Gruppe der „Philips-Facharbeiterinnen“ verlegt nach Reichenbach in die Telefunken-Fabrik
Bereits August 1944 kamen 2.500 Frauen aus dem KL Ravensbrück in das Außenlager Helmstedt-Beendorf zur unterirdischen Rüstungsproduktion. Die Bergwerke „Marie“ bei Beendorf und „Bartensleben“ bei Morsleben erhielten die Decknamen „Bulldogge“ und „Iltis“. Anfang Dezember 1944 kommen die Frauen der Diamantgroep hinzu.
Am 10. April 1945 erfolgt die Räumung beider Lager in Eisenbahnwaggons über Magdeburg, Stendal und Wittenberge in das Auffanglager Wöbbelin bei Ludwigslust, wo die Männer bis zu ihrer Befreiung durch amerikanische Streitkräfte am 2. Mai 1945 bleiben. Die Frauen werden nach Hamburg weitertransportiert, wobei zahlreiche an Erschöpfung, Hunger und Durst starben.
20./21.4.1945 in das am erst 7. April geräumte Außenlager Hamburg Eidelstedt werden erneut mehrere hundert Frauen eingewiesen. Anfang Mai kamen weitere Häftlinge aus den Hamburger Frauenaußenlagern Langenhorn/Ochsenzoll und Wandsbek hinzu.
1.5.1945 Rika Nathans sowie ihre Schwägerinnen Elisabeth Kalkstein und Gertrud Neumann auf einem Rote-Kreuz-Rettungstransport mit vielen Frauen nach Dänemark oder Schweden gerettet.
1945 Rückkehr von Gertrud Neumann und Elisabeth Kalkstein aus Schweden in die Niederlande
Rika Nathans bleibt in Schweden; 1976 ist sie in Johanneshov bei Stockholm
Gedenken
14.4.1999 Pages of Testimony für Kurt Neumann von Rachel Feinbaum Neumann und Frida Blanari
Pages of Testimony für Horst Kalkstein von Tante Frida Blanari sowie von Cousine Ursel Kalkstein-Levy
Quellen
https://www.amsterdam.nl/stadsarchief/themasites/razzia
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Rika%20Nathans%22%7D
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Kalkstein%22%7D
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Cohn%20%201858%22%7D
Henny E. Dominicus, Mauthausen, een gedenkboek, Amsterdam 1999
https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130347033
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130347039
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130315222
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5280149
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5280337
https://collections.arolsen-archives.org/de/search/topic/1-1-5-1_8012500204?s=8012500204
Eugen Kogon, Der SS-Staat, Der Untergang der holländischen Juden, S.213-215; Kindler 1974
https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Kalkstein%22%7D
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Cohn%20%201858%22%7D