Pinkus Rita

Rita Pinkus

*22.10.1921 in Königsberg

Staatsangehörigkeit polnisch, deutsch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Sally Pinkus *28.7.1896 in Mrotschen; ✡21.9.1949 Spencerville Ontario

Mutter Lydia Seelig *12.4.1901 in Breslau;

Onkel Moritz Pinkus *in Mrotschen, Mrocza, Polen; ✡ nach 31.7.1943 in Auschwitz

Im Gedenkbuch des Bundesarchiv sind aus der Familie Pinkus gebürtig in Mrotschen wohnhaft in Königsberg als Deportierte erfasst: Erwin, Julius, Marie, Paul und Ruth Pinkus

Geschwister

Edith Pinkus *24.2.1923 in Königsberg

Manfred Pinkus *18.4.1924 in Metgethen, Königsberg

Meinhard Pinkus *14.12.1931 in Königsberg

Beruf Praktikantin

Adressen Königsberg, Schlageterstraße 11; Havelberg

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

Novemberpogrom

10.9.1938 Vater Sally verhaftet und in der zum Gefängnis umgebauten Feuerwehrschule Metgethen eingesperrt bis Mai 1939

Rita Pinkus zur landwirtschaftlichen Hachschara ins Waldgehöft, auch Jagdgehöft Barella, Damlacker Weg, nördlich von Havelberg (1934-1941), Träger bis zum Pogrom November 1938 war der Hechaluz, dann die RVJD. Die frühere Jagdpacht gehörte dem jüdischen Rechtsanwalt Siegfried Freund, er war zunächst auch der Leiter. Es umfasste acht Hektar Land, eine kleine Villa, zwei Wohnhäuser, eine Werkstatt, einen Stall, Gewächshäuser und Schuppen. Bis zu 50 Chaluzim waren hier untergebracht.

16.11.1936 Richard Horn eingestellt als Betriebsleiter in Havelberg; in dieser Funktion bleibt er bis September 1939.

Juni 1938 Günter Timendorfer im Team mit Leo Lippmann, Norbert Klein und Schreiner Ludwig Weiss beim Bau eines Gewächshauses in Havelberg

30.6.1938 Auf der Belegschaftsliste von Havelberg finden sich neben den angestellten Leitern Horn und Madrich Werner Weitzfelder 14 Chaluzim und 5 Chaluzoth, aber nicht Rita Pinkus; sie ist demnach erst später eingetreten.

Im Novemberpogrom 1938 wird das Gehöft verwüstet. Die jungen Männer über 17 Jahre werden ins örtliche Polizeigefängnis gebracht.

Verhaftet wurden der Leiter Richard Horn und Madrich Werner Weitzfelder sowie die Chalutzim Heinz Budwig, Herbert Gotthilf, Gross Walter, Lutz Rosenberg, Norbert Klein, Arno Lewy, Leo Lippmann, Janus Nadler, Heinrich Stern, Günter Timendorfer, Heinrich TimendorferLudwig Weiss.

Die Chaluza Annette Eick berichtet:

»Die Frau unseres Leiters (Johanna Horn) war auf der Farm geblieben und stand vor der Entbindung. Das Kind blieb im Bauch, sie hat furchtbar gelitten und ist daran gestorben.«

Johanna Horn ist auf dem jüdischen Friedhof unweit vom Waldgehöft begraben.

12.11.1938 Entlassung der älteren Chaluzim aus dem Polizeigefängnis.

Hachschara Lehrgut Schniebinchen

1939 Edith Pinkus zur Hachschara auf Gut Schniebinchen

Minderheitenzählung

17.5.1939 Rita Pinkus erfasst im Lehrgut Havelberg

17.5.1939 Edith Pinkus registriert mit 122 Personen, 109 Chaluzim und Angestellten in Schniebinchen

17.5.1939 Edith Pinkus auch erfasst in Königsberg, Schlageterstraße 11

17.5.1939 Manfred Pinkus erfasst in Gut Winkel, Spreenhagen

Familie Pinkus lebte zuletzt in Metgethen bei Königsberg

Emigration

August 1939 Familie Pinkus im „Maternal Hotel in London

19.8.1939 Familie Pinkus auf der SS AUSONIA von Southampton nach Montreal

21.9.1949 Tod des Vaters Sally Pinkus in Spencerville Ontario

Gedenken

Quellen

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/82697341

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de944320

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Genealogie Website My Heritage

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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