Rhein Martha

Martha Selma Rhein

*26.2.1921 in Frankfurt; ✡ Tod in Auschwitz vor 1944

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater ?

Mutter Lena Rhein *12.4.1894 in Ketsch, Mannheim; ✡ vor 1944 in Izbica

Tante Lina Goldschmidt geb. Rhein

Großvater Karl Rhein; in 2. Ehe mit Frieda Rhein geb. Kahn *13.4.1880 in Essingen; 1942 Auschwitz

Geschwister

Beruf Praktikantin

Adressen Frankfurt; Brühl; Freiburg; Karlsruhe; Jessen; Mannheim, S4 23-24

Heirat ledig

Kinder –

Weiterer Lebensweg

26.2.1921 Geburt im Israelitischen Krankenhaus in Frankfurt am Main, Gagernstrasse 36;

Anfang März 1921 – Mitte Februar 1922 im Frauenheim Isenburg Jüdischen Frauenbundes bei Frankfurt; Mutter vermutlich ledig

14.2.1922 Martha mit der Mutter nach Brühl zu den Großeltern Rhein

Besuch Volksschule und Religionsschule der Israelitischen Gemeinde Schwetzingen

1.6.1935 nach der Ausschulung nach Freiburg als Haushilfe

5.1.1936 zur Tante Lina Goldschmidt nach Karlsruhe

März 1938 zur Familie Rhein nach Brühl bei Freiburg

Jessen Mühle

13.9.1938 Martha Rhein zur Hachschara nach Jessen Mühle

Das Hachschara-Lehrgut Jessen Mühle bei Sorau in der Niederlausitz bestand in der Zeit von 1932 – 1943; Träger war die Jüdische Jugendhilfe. Hier wurden für jeweils etwa 30 Chawerim, jugendliche Pioniere des Hechaluz über einige Monate in verschiedenen handwerklichen Tätigkeiten, in Hauswirtschaft und in Landwirtschaft zur Vorbereitung auf die Alija ausgebildet (Erstausbildung und Mittlere Hachschara für 14-18 -Jährige)

1938 war Wolfgang Berger Leiter von Jessen Mühle

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden aus anderen Lagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben, nicht aber aus Jessen. So bleibt auch Berta Englard verschont.  Brunhilde Hoffmann, später Dina Cohen kam im September 1938 nach Jessen, sie schreibt:

„In der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober 1938 wurden im Rahmen der „Polenausweisung“ auch in Jessen Jugendliche und Erwachsene mit polnischer Staatsangehörigkeit verhaftet. … Wir haben Glück gehabt, denn der Bürgermeister von Jessen war sehr anständig und wir sind unbehelligt geblieben.“

Novemberpogrom

10.11.1938 Überfall der Gestapo auf Gut Ellguth; alle erwachsenen Männer nach Buchenwald, so auch Hans Baum aus Herne

Die Gestapo-Nebenstelle in Forst verlangte die Schließung der beiden nur zwei Kilometer voneinander entfernten Lager in Schniebinchen und Jessen. Vom RSHA in Berlin wurde dem nicht stattgegeben, so dass der Betrieb bis zur Schließung 1941 weitergehen konnte.

6.11.1939 Verlegung der über 14 Jahre alten 23 Schüler aus dem Internat der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem unter der Leitung von Musiklehrer Klaus Glücksmann  und Gertrud Weil als Madrichim zur Hachschara nach Jessen-Mühle.

1939 -1941 Hans Wolfgang Cohn als Nachfolger von Wolfgang Berger Leiter des Hachscharazentrums Jessen-Mühle bei Sommerfeld in der Niederlausitz zusammen mit Gertrud Weil als Madrichim die Leiter von Jessen

Walter Keschner/Ze’ev Keschet schreibt über die Madrichim Hans Cohn und Trude Weil:

 „Jessen Mühle 1940, der große Schlafsaal der Jungen, über dem Generator. Die Tür im Fußboden des oberen Stockwerkes öffnet sich, und die beiden Madrichim Trude Weil und Hawo kommen herunter aus dem Mädchenstockwerk, um uns gute Nacht zu wünschen. Es war nicht einfach nur ein Gute-Nacht-Wunsch, sondern es wurden jedem Chawer ein paar aufbauende Worte gesagt, kleinen Beichten zugehört – über Anpassungsschwierigkeiten, das gemeinschaftliche Leben, Dinge zwischen einem Jungen und einem Mädchen oder einfach so kurze tröstende Gespräche.“

17.2.1939 Martha Rhein nach Mannheim

17.5.1939 Martha mit Mutter Lena und Frieda Rhein in Mannheim, S4 23-24

Die Bürckel-Wagner-Aktion in Baden

22.10.1940 Martha Rhein mit der „Stiefgroßmutter“ Frieda auf einem von sieben Transporten von 6500 Juden des Saarlandes, der Pfalz und Baden, davon 1972 allein aus Mannheim in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich transportiert in der „Bürckel-Wagner-Aktion“.

März 1941 Verlegung verschiedener Gruppen aus Gurs in andere Lager: Betagte Menschen kamen nach Noé, Schwerbehinderte nach Récébédou, Familien in das sogenannte ‚Familienlager‘ Rivesaltes.

10.10.1942 Deportation von Martha Rhein ab Drancy nah Auschwitz

12.8.1942 Ankunft in Auschwitz

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de948513

https://gedenkbuch.neu-isenburg.de/en/namen/rhein-martha-selma

Friedel Homeyer; Hrsg. Landkreis Hannover, Gartenbauschule Ahlem 1893-1979; 1980

https://www.mappingthelives.org

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Harald Lordick, Landwerk Neuendorf in Brandenburg, in: Kalonymos, 2017, Heft 2

Naftali-Rosenthal-Ron, Aufblitzende Erinnerungen, Autobiografie; deutsche Übersetzung von Alice Meroz, Berlin 2015

Danuta Czech, Lagerbuch von Auschwitz

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212883

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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