Heymann Beate

Beate Heymann

*11.3.1921 in Breslau; ✡1992 in Schweden

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Hermann Heymann *3.3.1879 in Radau ✡29.11.1941 in Fort IX in Kowno, Kauen

Ca. 1915 zweite Ehe des Vaters

Mutter Frieda Friedmann*22.12.1885 in Swidnica ;✡ 1937 an Krebs

Onkel Adolf Heymann *24.9.1881 in Lugnian; ✡29.11.1941 in Fort IX in Kowno, Kauen

Geschwister

Adolf Heymann *20.10.1918 in Breslau; ✡ vor 1945

Lotte Heymann *12.2.1920 in Breslau; ✡ vor 1945

Erich Eli Heymann*17.3.1926 in Breslau; lebt in Israel

Halbbrüder aus erster Ehe des Vaters mit Lina Schlesinger (1885 – ca.1910)

Wilhelm Heymann *7.7.1904 Swietochlowice; nach 4.4.1942 Ghetto Piaski

Alfred Heymann *2.9.1908 in Kattowicz; ✡ in Riga; oo Irma

3. Ehe des Vater mit Elfriede Freidel Ludnowski *10.12.1886; ✡ 1942

Beruf

Adressen Breslau, Zimmerstraße 11; Havelberg; Schweden;  

Heirat Kurt Keller *9.11.1920 in Warden, Aachen; ✡ 24.4.2008 in Helsingborg

Kinder

Ruben Elieser Keller *8.11.1942 in Helsingborg

Weiterer Lebensweg

1937 die Mutter Frieda stirbt an Krebs

10.11.1938 Vater verhaftet im Novemberpogrom, „Schutzhaft“ in Buchenwald

8.12.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Buchenwald

Waldgehöft Havelberg

Beate Heymann zur landwirtschaftlichen Hachschara ins Waldgehöft, auch Jagdgehöft Barella, Damlacker Weg, nördlich von Havelberg (1934-1941), Träger bis zum Pogrom November 1938 war der Hechaluz, dann die RVJD. Die frühere Jagdpacht gehörte dem jüdischen Rechtsanwalt Siegfried Freund, er war zunächst auch der Leiter. Es umfasste acht Hektar Land, eine kleine Villa, zwei Wohnhäuser, eine Werkstatt, einen Stall, Gewächshäuser und Schuppen. Bis zu 50 Chaluzim waren hier untergebracht.

16.11.1936 Richard Horn eingestellt als Betriebsleiter in Havelberg; in dieser Funktion bleibt er bis September 1939.

30.6.1937

Auf der Belegschaftsliste von Havelberg finden sich neben den angestellten Leitern Horn und Hans Cohn 13 Chaluzim und sieben Chaluzoth.

Juni 1938 Günter Timendorfer im Team mit Leo Lippmann, Norbert Klein und Schreiner Ludwig Weiss beim Bau eines Gewächshauses in Havelberg

Im Novemberpogrom 1938 wird das Gehöft verwüstet. Die jungen Männer über 17 Jahre werden ins örtliche Polizeigefängnis gebracht.

Verhaftet wurden der Leiter Richard Horn und Madrich Werner Weitzfelder sowie die Chalutzim Heinz Budwig, Herbert Gotthilf, Gross Walter, Lutz Rosenberg, Norbert Klein, Arno Lewy, Leo Lippmann, Janus Nadler, Heinrich Stern, Günter Timendorfer, Heinrich TimendorferLudwig Weiss.

Die Chaluza Annette Eick berichtet:

»Die Frau unseres Leiters (Johanna Horn) war auf der Farm geblieben und stand vor der Entbindung. Das Kind blieb im Bauch, sie hat furchtbar gelitten und ist daran gestorben.«

Johanna Horn ist auf dem jüdischen Friedhof unweit vom Waldgehöft begraben.

12.11.1938 Entlassung der älteren Chaluzim aus dem Polizeigefängnis.

Dezember 1938 Viele aus der Haft Entlassene gehen zum Hachschara-Trainingskurs im Lager Schlosshofstraße in Bielefeld zusammen mit der aus Buchenwald entlassenen Gruppe aus Ellguth

Januar 1939 eine Gruppe der Havelberger geht nach Holland z.T. zur Einzelhachschara der „Deventer Vereniging“ oder ins Werkdorp Wieringen.

Minderheitenzählung

17.5.1939 Beate Heymann in Havelberg; dort wohnt auch ein Horst Heymann (*1921 Berlin, nicht verwandt); insgesamt sind dort etwa 70 Jugendliche und Personal gemeldet

17.5.1939 mit dem Vater Hermann mit den Brüdern Adolf und Hermann in Breslau, Zimmerstraße 11

Nach dem September 1939 waren Nachfolger von Richard Horn als Betriebsleiter in Havelberg Siegfried Freund, Artur Posnanski, Alfred Selbiger, Heinz Berg und Hilde Nathan.

Emigration nach Schweden

Frühjahr 1939 das Londoner Büro der „Youth Aliyah“ überträgt Eva Warburg die Leitung der Jugend Alijah i Sverige mit Sitz in Stockholm

Juni 1939 wurde der alte Gutshof Hälsinggården in Korsnäs in Nordschweden bei Falun als Jugendalijah-Hof für die mittlere Hachschara (15-17 Jahre) in Trägerschaft der »Stiftung für Landwirtschaftsausbildung« eröffnet

Herbst 1939 Beate Heymann nach Schweden

1.11.1941 Heirat mit Kurt Keller

28.11.1941 mit Beate mit Ehemann Kurt Keller in Årup, Ivetofta, Kristianstads, Skåne, Schweden

8.8.1942 abgemeldet aus Årup, Ivetofta, Kristianstads

Ahrensdorf-Neuendorf-Auschwitz-Alija beth

5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung der noch bestehenden in „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“

Juli -September 1941 Auflösung des Hachscharalagers Ahrensdorf; Erich Heymann verlegt in das Lehrgut Neuendorf im Sande;

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“

März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert

18.1.1945 bei der »Evakuierung« von Auschwitz kann Bruder Eli flüchten

Befreiung durch die Rote Armee

1945 Emigration von Eli Heymann, Alija beth auf illegalem Wege nach Palästina.

Fort IX in Kauen

25.11.1941 Deportation des Vaters von Breslau nach Kowno

29.11.1941 Tod des Vaters bei Massenerschießung in Fort IX in Kowno, Kauen

November 1942 in Kraft tretendes Gesetz: „Alle im Reich gelegenen Konzentrationslager sind judenfrei zu machen und sämtliche Juden sind nach Auschwitz und Lublin zu deportieren.“

Nachkriegszeit

14.5.1945 Beate von Helsingborg gemeldet mit Ehemann Kurt in Najaden, Malmöhus, Skåne

31.10.1945 abgemeldet aus Najaden

Oktober 1945 Beate und Kurt Keller mit Sohn Ruben auf der Mitgliederliste des Hechaluz Schweden, „Alte Chaluzim“

Gedenken

28.1.1990 Pages of Testimony für den Vater, den Bruder und zahlreiche Verwandte von Eli Heymann

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/topic/3-1-1-3_1211000?s=1211000

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/78777793

Courage to Act: Rescue in Denmark

https://safe-haven.dk

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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